Testbericht Abu Garcia Svartzonker McMy

Unsere Schwedenreise im Sommer 2015 war die ideale Gelegenheit, um den Svartzonker McMy von Abu Garcia ausgiebig zu testen. 3 Wochen lang habe ich in Schweden sehr oft mit diesem Jerkbait gefischt und konnte mir dadurch ein Bild machen von Qualität, Laufeigenschaften, Fängigkeit und Anwendungsbereichen.

Ausserdem habe ich ihn auch einige Male in Schweizer Seen getestet.

Technische Daten:

  • Sinkverhalten: Slow Sink
  • Gewicht: 47g
  • Länge: Total (mit Twisterschwanz) 22cm, Körper allein 10cm
  • Drillinge: Rostfreie Salzwasser-Drillinge, Grösse ca. #1/0 (keine offizielle Angabe)
  • Besonderes: Die angehängten Twisterschwänze sind auswechselbar, Ersatz kann erworben werden.
  • Ungefährer Preis: Franken 15.-

 

Korrektheit der Angaben:

Ich konnte kaum Abweichungen von den obigen Angaben feststellen, wobei die Gesamtlänge wegen des flexiblen Twisterschwanzes halt sehr unterschiedlich gemessen werden kann, die angegebenen 22cm treffen aber ziemlich genau die Länge unter Wasser unter Zugeinwirkung. Nennenswerte Unterschiede gab es im Gewicht von Stück zu Stück, daraus resultieren vermutlich auch die unterschiedlichen Sinkverhalten (siehe "Schwimmverhalten").

Optik:

Es gibt viele verschiedene Farbmuster, von sehr natürlich bis super auffällig. Die Farbgebung ist schön gemacht und lässt keine Wünsche offen. Das grosse Auge ist auffällig und sieht gut aus, sicher ein zusätzlicher Trumpf in der Fängigkeit.

 

Fazit: Alles in allem überzeugt der optische Eindruck.

Schöne Farbgebung und grosse Augen, um den Räuber anzusprechen --> Die Optik überzeugt (die kleinen weissen Flecken sind bloss leichte Schäden von Hechtzähnen).
Schöne Farbgebung und grosse Augen, um den Räuber anzusprechen --> Die Optik überzeugt (die kleinen weissen Flecken sind bloss leichte Schäden von Hechtzähnen).

Langlebigkeit:

In diesem Punkt hat mich der Jerkbait absolut überzeugt. Dafür, dass ich mit diesem Köder oft dutzende Hechtattacken pro Tag hatte, blieb die Farbe und Lackierung erstaunlich beständig. Natürlich hinterlassen die Hechtzähne ihre Spuren, aber dabei handelt es sich erfreulicherweise nur um Kratzer. Da habe ich mit anderen Ködern schon ganz anderes erlebt.

 

Sorgen hatte ich betreffend Langlebigkeit um den Twisterschwanz, als ich an die scharfen Hechtzähne dachte. Ich bin aber auch in diesem Punk positiv überrascht, denn die Gummimischung ist sehr robust, sodass sie mehr Hechtattacken übersteht, als ich angenommen habe. Und sollte mal ein Twisterschwanz so zerbissen sein, dass er unbrauchbar ist oder zerreisst, kann man für wenig Geld Ersatztwister besorgen. Das Wechseln geht kinderleicht. 

 

Fazit: Insgesamt würde ich die Langlebigkeit als sehr gut bezeichnen. Man merkt, dass der Köder von einem erfahrenen Hechtfischer entwickelt wurde, der sich bewusst war, welche Wirkung die scharfen Zähne haben können.

Nach 3 Wochen in Schweden mit unzähligen Hecht-Attacken sehen die Jerkbaits immer noch sehr gut aus, die Schäden im Lack halten sich in Grenzen. Erstaunlich ist, wie gut die Twister noch aussehen, trotz der Hechtzähne (ich habe keinen ausgewechselt!)
Nach 3 Wochen in Schweden mit unzähligen Hecht-Attacken sehen die Jerkbaits immer noch sehr gut aus, die Schäden im Lack halten sich in Grenzen. Erstaunlich ist, wie gut die Twister noch aussehen, trotz der Hechtzähne (ich habe keinen ausgewechselt!)

Qualität der Bestandteile (Drillinge):

Was sofort auffällt: Die Drillinge sind keine typischen Süsswasserhaken, sondern Salzwasser geeignete, rostfreie Haken. Das macht durchaus Sinn, da in skandinavischen Ländern vielfach in Fjorden auf Hechte gefischt wird, wo sich Süsswasser mit Salzwasser vermischt (Brackwasser) und somit eine gewisse Rost-Resistenz wichtig ist. Das ist aber eigentlich kein Nachteil im Süsswasser, ausser dass solche nicht rostende Haken in einigen Kantonen verboten sind, sodass man dort die Drillinge auswechseln müsste.

 

Von der Qualität her gibt es aber nichts zu bemängeln, die Haken sind sehr stark, robust und scharf. Die Grösse in Relation zur Ködergrösse passt auch. Die Drillinge sind grössenmässig sogar eher an der Obergrenze und haken dadurch sehr zuverlässig, was zu einer hohen Bissauswertung führt.

 

Fazit: Die Haken sind stark und scharf. Zu bemängeln ist nur, dass solche rostfreie Salzwasserhaken nicht in allen Kantonen erlaubt sind und somit eher unpassend für den Schweizer Markt sind, da man sie in den betreffenden Kantonen gegen normale Drillinge auswechseln müsste.

Super scharf und gut von der Qualität, aber Achtung: Nichtrostende Meeres-Haken!
Super scharf und gut von der Qualität, aber Achtung: Nichtrostende Meeres-Haken!

Qualität der Bestandteile (Ösen und Sprengringe):

Die Ösen sind aus sehr starkem, relativ dickem Stahl und lassen sich nicht verbiegen ohne grossen Kraftaufwand. Sie zeigten bislang keinerlei Rosterscheinungen und es gibt nichts zu bemängeln.

 

Auch die Sprengringe sind von guter Qualität. Mehrmaliges wechseln der Drillinge war kein Problem, die Sprengringe schlossen jedes mal dicht und leierten nicht aus. Auch von der Stärke her absolut überzeugend, im Test bogen sie nicht auf, selbst unter grossem Kraftaufwand.

 

Fazit: Sprengringe und Ösen haben absolut überzeugt.

Kein Anzeichen von Rost oder Verbiegung und die Sprengringe sind dicht geschlossen. Top!
Kein Anzeichen von Rost oder Verbiegung und die Sprengringe sind dicht geschlossen. Top!

Wurfeigenschaften:

Wie fast alle Jerkbaits, kann der Svartzonker McMy kraftvoll und weit geworfen werden, auch gegen den Wind. Dies ist bedingt durch das kompakte, verhältnismässig hohe Eigengewicht. Der Twisterschwanz hatte keinen merkbaren Einfluss auf das Flugverhalten.

 

Einziger Nachteil: Der Köder muss unbedingt kurz vor dem Aufklatschen aufs Wasser abgebremst werden, damit er sich richtig ausrichtet, sonst ist fast jedes mal das Vorfach irgendwie in den Drillingen verhängt. Wenn man sich aber daran hält, gibt es keine Probleme.

 

Fazit: Wurfeigenschaften sind gut, aber um ein Verheddern der Vorfachs mit den Drillingen zu vermeiden, muss der Jerkbait abgebremst werden vor dem Aufklatschen.

Laufverhalten / Führungsstile:

Das Laufverhalten hat mich sehr überzeugt, da der Köder sowohl gejerkt, aus auch einfach monoton eingekurbelt, ein sehr verführerisches Laufverhalten zeigt. Gejerkt flankt er im Zig-Zag hin und her, das Ganze völlig unregelmässig und abwechslungsreich, mit gelegentlichen unerwarteten Drehungen um fast 360 Grad. Da dreht jeder Hecht durch. Hinzu kommt der Twisterschwanz, weshalb man unbedingt nach jeder Jerk-Bewegung einen kurzen Spinnstopp einlegen sollte, der Twisterschwanz spielt dann verführerisch noch etwas nach, während der Körper schon fast zum Stillstand gekommen ist. Monoton eingekurbelt, verführt er ein sehr regelmässiges S-förmiges Muster, leicht abgerundet und bricht viel weniger weit aus als gejerkt. Ausserdem spielt dabei natürlich auch das Twisterschwänzchen permanent, solange der Köder in Bewegung ist und setzt einen zusätzlichen Reiz, der den entscheidenden Unterschied bewirken könnte.

 

Einziger Nachteil: Beim aktiven Jerken verhängt sich sehr oft der hintere Drilling im Twisterschwanz. Dies beginnt mit der Zeit zu nerven und ist kaum zu verhindern, hat aber keinen Einfluss auf den Lauf des Köders oder die Bissauswertung.

 

Fazit: Die Laufeigenschaften beinhalten all das, was ein fängiger Hecht-Jerkbait braucht, sowohl gejerkt als auch eingekurbelt. Und der Twisterschwanz schafft sogar noch einen zusätzlichen Reiz, insbesondere bei Spinstops und Absinkphasen. Einzig das häufige Einhängen des hinteren Drillings im Twisterschwanz ist zu bemängeln, weil ziemlich mühsam. 

Dies passiert leider sehr häufig und ist etwas mühsam, ansonsten gibt es nichts zu bemängeln bei den Laufeigenschaften.
Dies passiert leider sehr häufig und ist etwas mühsam, ansonsten gibt es nichts zu bemängeln bei den Laufeigenschaften.

Schwimmverhalten:

Die Sinktiefe war für mich die einzige richtige Enttäuschung im Test. Zwar sind alle von mir getesteten Modelle langsam sinkend, aber für mein Empfinden waren die Unterschiede zu gross. Von vier getesteten Modellen lief einer ganz flach, nur etwa 10cm unter der Oberfläche, zwei andere hingegen auf etwa 40-50cm Tiefe und der vierte auf fast 80cm Tiefe. Wenn man einen Köder kauft, möchte man sich einigermassen darauf einstellen können, wie tief er läuft und nicht ein Überraschungsei kaufen.

 

Positiv zu erwähnen ist dafür das perfekte Sinkverhalten, lässt man den Jerkbait absinken, taumelt er langsam und verführerisch zum Grund, während dabei das Twisterschwänzchen sogar schon leicht zu spielen beginnt, insgesamt eine sehr reizvolle Absinkphase, der kaum ein Hecht widerstehen kann.

 

Fazit: Enttäuschend ist die Schwimmtiefe wegen der fehlenden Konstanz, zu gross sind die Unterschiede von Stück zu Stück. Sehr gut sind dafür die verführerischen Absinkeigenschaften zu bewerten.

Einsatzzweck:

Dieser Jerkbait wurde eindeutig für die Skandinavischen Gewässer entwickelt, und dafür ist er auch absolut perfekt. Also wenn ihr eine Reise nach Schweden, Norwegen oder Finnland plant, dann darf der nicht in eurer Köderbox fehlen! Flache Seen sind sein Einsatzgebiet, er eignet sich gut um vor Schilfgürteln die Hechte zu suchen und auch im Freiwasser in flachen Zonen.

 

Bei uns in der Schweiz kann er natürlich auch eingesetzt werden, allerdings vor allem früh in der Saison, wenn die Hechte noch im Flachwasser zu finden sind.

Eine Stelle wie geschaffen zum Jerkbaiten. Schilfbänke und Flachwasserzonen können mit dem Svartzonker ideal befischt werden, solange es nicht zu viel hängerträchtige Pflanzen hat.
Eine Stelle wie geschaffen zum Jerkbaiten. Schilfbänke und Flachwasserzonen können mit dem Svartzonker ideal befischt werden, solange es nicht zu viel hängerträchtige Pflanzen hat.

Fängigkeit:

Dass der Svarztonker McMy von Abu sehr fängig ist, daran besteht für mich kein Zweifel mehr. In den drei Wochen Testphase in Schweden habe ich aufgehört zu zählen, wie viele Attacken ich auf diese Köder hatte. 

Alles in allem ein sehr zuverlässiger Hechtverführer!

Dieser Hecht versteckte sich in einem Schilfgürtel und konnte dem McMy nicht widerstehen.
Dieser Hecht versteckte sich in einem Schilfgürtel und konnte dem McMy nicht widerstehen.

Abschliessendes Fazit:

+ positiv +

  • Schöne Farbgebung, guter optischer Eindruck, grosse und nicht zu auffällige Augen
  • Sehr robust und langlebig, erfreulich widerstandsfähig gegen Hechtzähne. Sowohl die Lackierung als auch die Gummimischung des Twisterschwanz.
  • Ersatz-Twisterschwänze sind im Fachhandel erhältlich.
  • Drillinge sind scharf und stark, auch die Ösen und Sprengringe überzeugen in der Qualität
  • Sehr fängiger Lauf und variable Führungsmöglichkeiten
  • Gute Wurfeigenschaften / Wurfweite
  • Ideal für Skandinavische Gewässer, Flachwasserzonen und Schilfgürtel
  • Günstiger Preis

- negativ -

  • Drillinge sind rostfreie Salzwasser-Drillinge, was nicht überall erlaubt ist.
  • Der hintere Drilling verheddert sich häufig im Twisterschwanz
  • Enttäuschende Schwimm-/Sinkeigenschaften, da zu unterschiedlich von Stück zu Stück. 

 

 

Ich hoffe, euch hat der Testbericht gefallen :-)

 

Liebe Grüsse und viel Spass beim Hecht fischen!

Nicola