Testbericht von Nicola, 28.11.2014

Molix Audace 65 SP

Einleitung

Nach einer rund sechs Monate langen Testphase möchte ich euch den Top-Forellenverführer aus dem Hause Molix vorstellen; den Audace 65. Wichtig vorneweg: Diesen Wobbler gibt es in einer sinkenden Version (s) und in einer suspending (schwebenden) Version (sp). Von unserem Sponsor Fishspirit habe ich zuerst je vier Stück von jeder Variante erhalten, um einen möglichst aussagekräftigen Testbericht schreiben zu können. So konnte ich beide Modelle vergleichen und habe mich schliesslich für die Suspending Variante entschieden, welche mich persönlich mehr überzeugt hat, und habe diese darauf hin während der ganzen Sommersaison im In- und Ausland intensivstens getestet...

Die suspending Modelle waren schliesslich meine Testobjekte während dieser Saison.
Die suspending Modelle waren schliesslich meine Testobjekte während dieser Saison.

Wo und wie wurde getestet?

Ich habe den Audace 65 sp von Beginn der Forellensaison im Frühling bis im Herbst in unseren heimischen Gewässern gefischt und ausserdem bei all meinen diesjährigen Ausland-Fischerreisen intensiv getestet, das heisst in Island, in Schottland und zwei mal im Tirol. Ich habe verschiedene Farben verwendet, auf verschiedene Fischarten gefischt und in verschiedensten Gewässerarten diverse Führungstechniken ausprobiert. Dadurch kann ich garantieren, dass ich den Köder genügend getestet habe, um einen konstruktiven Testbericht zu verfassen.


Mit folgendem Gerät habe ich den Audace während dieser Saison gefischt und getestet:

-HR New Evolution LG (WG 4-14g) + Rarenium Ci4 2500 + geflochtene Varivas 0.8

-Major Craft Go Emotion (Wg 2-12g) + Rarenium Ci4 2500 + geflochtene Varivas 0.8

-HR Area Master (Wg 2-10g) + Stradic Ci4 1000 + Power Pro 0.10

Technische Daten

  • Länge: 6.5cm
  • Gewicht: 3.5g
  • Schwimmart: Suspending (schwebend)
  • Laufverhalten: Wobbling
  • Einsatztiefe: 0.5m-1m
  • Haken: Black Nickel Drillinge (mit Ausnahme einiger exotisch gefärbter Modelle, die mit Salzwasserhaken ausgerüstet und fürs Meeresfischen gedacht sind)

Korrektheit der Angaben

Seitens der Anbieter wird ja gerade bei den technischen Angaben gerne etwas gemogelt. Deshalb habe ich alle Angaben überprüft. Die Länge stimmt genau (siehe Bild rechts) und auch die Gewichtsangabe, die ich nachgewogen habe, ist korrekt. Die Einsatztiefe ist meiner Meinung nach sogar etwas pessimistisch, da man den Wobbler mit etwas Übung auch sehr flach führen kann, und auch in die Tiefe ist mehr möglich. Ich persönlich würde eine Einsatztiefe von 0.2-1.2m definieren.

Am heikelsten ist meistens das Versprechen der Schwimmart suspending, die natürlich ein gutes Verkaufsargument ist, aber technisch relativ schwierig machbar ist und oft nicht wirklich stimmt. Bei diesem Wobbler bin ich diesbezüglich aber zufrieden, er schwebt zuverlässig auf der Tiefe, wo man ihn stehen lässt. Doch dazu später mehr.

Fazit: Alle Angaben sind korrekt und nicht übertrieben. Die Einsatztiefe wurde sogar eher etwas zu klein angegeben und liegt nach meinen Erfahrungen zwischen 0.2-1.2m


Langlebigkeit / Robustheit

Einziger Schwachpunkt in Sachen Robustheit: Bei einigen Modellen blättert die Farbe relativ schnell ab, nachdem der Wobbler beispielsweise an einen Stein o.ä geknallt ist,
Einziger Schwachpunkt in Sachen Robustheit: Bei einigen Modellen blättert die Farbe relativ schnell ab, nachdem der Wobbler beispielsweise an einen Stein o.ä geknallt ist,

Die Langlebigkeit des Wobblers an sich hat mich positiv überrascht. der Audace ist Tough. Keiner meiner Testwobbler hat während der ganzen Testperiode grösseren Schaden als ein paar Kratzer abbekommen, trotz intensivem Gebrauch unter teils harten Bedingungen. Keine Schaufel abgebrochen, kein Bruch im Plastikkörper, keine Öse verbogen, etc. Einziger Schwachpunkt: Die Farbe blättert bei einigen Modellen (von Modell zu Modell unterschiedlich) relativ schnell ab nach starker Belastung (z.B. an Stein geworfen o.ä.).

Fazit: Der Audace 65sp ist tough und hält einiges aus. Die Schaufel ist kurz und stabil, sodass sie kaum abbrechen kann. Der Plastikbody scheint von guter Qualität zu sein. Einziger Schwachpunkt ist die Farbe, die die bei einigen Modellen nach einem Aufprall auf einen Stein o.ä. an gewissen Stellen abblättern kann.


Qualität der Bestandteile: Drillinge


Der Molix Audace 65sp ist wie die meisten modernen Hardbaits dieser Grösse mit superscharfen, dünndrahtigen Black Nickel Drillingen versehen. Grundsätzlich hat mich deren Qualität überzeugt, denn ich habe die Test-Wobbler wirklich intensiv verwendet, und trotzdem:  An keinem Haken hat sich Rost gebildet noch verloren die Haken an Schärfe. Die dünndrahtigen, scharfen Haken dringen sehr leicht ins Fischmaul ein und sorgen so für eine hohe Bissauswertung.

 

Der Nachteil solcher dünndrahtigen Haken ist halt generell, dass sie unter Belastung schneller zum Aufbiegen neigen, als stabilere Drillinge. Unter diesem Problem leiden die meisten modernen, kleineren Hardbaits. Diese Erfahrung musste ich insbesondere im Ausland machen (Tirol, Island), wo die Fische über eine unvergleichliche Kampfkraft verfügten und im Schnitt auch grösser und schwerer sind als hier in der Schweiz.

 

Fazit: Von der Qualität und Schärfe her sind die Drillinge top. Was die Stärke betrifft, sind sie für unsere meist kleineren und nicht so kampfstarken Fische noch ideal. Wer aber ins Ausland reist und mit starken Fischen zu rechnen hat, sollte die Drillinge durch gleich grosse, stabilere Drillinge hoher Qualität ersetzen, zB. von Owner oder Gamakatsu.

 

Der Audace verfügt über scharfe, dünndrahtige Drillinge von hoher Qualität. Für Reisen ins Ausland sollten sie aber durch stabilere Drillinge ersetzt werden, da sie unter starker Belastung zum Aufbiegen neigen.
Der Audace verfügt über scharfe, dünndrahtige Drillinge von hoher Qualität. Für Reisen ins Ausland sollten sie aber durch stabilere Drillinge ersetzt werden, da sie unter starker Belastung zum Aufbiegen neigen.

Qualität der Bestandteile: Ösen und Sprengringe

Die Ösen sind bislang stabil und blieben korrossionsfrei. Sie verbiegen sich nicht ohne gröbere Gewalteinwirkung und zeigen auch nach der intensiven Testphase keine grösseren Abnutzungserscheinungen. Ausserdem lassen sie sich gegebenenfalls für eine leichte Laufkorrektur problemlos mit einer Zange greifen und leicht nachbiegen. Alle diese Punkte müssen gegeben sein, und sind gegeben.

 

Fazit: Die Ösen erfüllen alle Punkte, die sie sollten.

 

Bei Sprengringen ist es wichtig, dass sie immer eng schliessen und auch unter starkem Zug keinesfalls aufbiegen. Entscheidend ist, dass man regelmässig die Haken auswechseln kann, und die Sprengringe trotzdem jedesmal aufs neue zuverlässig schliessen. Aufgrund meiner vielen Auslandreisen in der Testphase habe ich die Sprengringe mehrmals öffnen müssen, um die Haken zu wechseln, und bin absolut zufrieden mit der Qualität. Auch blieben sie rostfrei, was oftmals ein Schwachpunkt ist, und haben auch im Drill mit starken isländischen Brown Trouts nicht nachgegeben.

 

Fazit: Die Sprengringe sind von guter Qualität und lassen bisher nichts zu wünschen übrig.


Die Ösen und die Sprengringe blieben auch nach intensivem Gebrauch rostfrei und weisen kaum Abnutzungsspuren auf. Der Sprengring ist immer noch zuverlässig und schliesst nach mehrmaligem Hakenwechsel noch wie neu.
Die Ösen und die Sprengringe blieben auch nach intensivem Gebrauch rostfrei und weisen kaum Abnutzungsspuren auf. Der Sprengring ist immer noch zuverlässig und schliesst nach mehrmaligem Hakenwechsel noch wie neu.

Wurfeigenschaften

Da es sich um einen Suspender handelt, ist der Audace 65sp mit 3.5g sehr leicht für seine Grösse. Folglich ist die Wurfweite nicht gerade überragend, verglichen mit schwereren Wobblern ähnlicher Grösse. Aber verglichen mit dem Ködergewicht fliegt der Audace sehr gut, und diese Wurfweite genügt m.M.n. für seine Einsatzzwecke (dazu später mehr).

Wichtiger für mich ist die Wurfeigenschaft. Der Audace verfügt über eine schöne Ballance im Flug ohne Trudeln, wodurch er sich trotz dem Leichtgewicht verhältnismässig weit werfen lässt. Dadurch kann man schon ab ca. fünf Metern Wurfweite sehr präzise werfen.

Enttäuschend ist, dass er diese Stabilität nur bei normalen bis weiten Würfen erreicht. Bei sehr kurzen Würfen auf nur wenige Meter, beispielsweise aus dem Handgelenk wie an einem kleineren Bach oft der Fall, fehlt dem Audace diese Stabilität, wodurch sehr kurze Würfe nicht genügend präzise sind und leider oft auch verheddert enden.

Ein sehr grosser Nachteil ist auch die Empfindlichkeit gegenüber Wind beim Werfen dieses Wobblers. Herrscht mittlerer bis starker Wind, und man kann ihn kaum noch vernünftig werfen wegen seines geringen Eigengewichtes.

 

Fazit: Die Wurfeigenschaften sind nicht nur positiv. Er lässt sich zwar im Verhältnis zum Leichtgewicht auf gute Wurfweiten bringen und verfügt auch über eine stabile Flugeigenschaft ohne Trudeln, wodurch ein präzises Anwerfen resultiert. Aber die Nachteile: Bei kurzen Würfen auf nur wenige Meter, fehlt dem Audace diese Stabilität, wodurch kurze Würfe nicht genügend präzise sind und leider oft auch verheddert enden. Und bei stärkerem Wind ist der Audace wegen des geringen Eigengewichtes kaum noch vernünftig zu werfen, benutzen Sie bei starkem Wind schwerere Wobbler.


Für seine Einsatzzwecke, wie hier die Bucht dieses traumhaften Puschlaver Bergsees abzuwerfen, genügen die Wurfeigenschaften des Audace 65sp längstens. Aber er ist definitiv nicht der ultimative Weitwurf-Wobbler, schon nur bedingt durch sein Gewicht.
Für seine Einsatzzwecke, wie hier die Bucht dieses traumhaften Puschlaver Bergsees abzuwerfen, genügen die Wurfeigenschaften des Audace 65sp längstens. Aber er ist definitiv nicht der ultimative Weitwurf-Wobbler, schon nur bedingt durch sein Gewicht.

Schwimmverhalten, Laufverhalten

Das Schwimmverhalten beginnt mit der suspending-Aktion, die zwar wassertemperaturbedingt leicht variieren kann, aber grundsätzlich den Wobbler auf der gewollten Tiefe schweben lässt. Kombiniert mit der kleinen Schaufel, die sich kaum auf die Tauchtiefe auswirkt, sondern fast nur die Aktion des Köders bewirkt, resultiert die totale Kontrolle über die Lauftiefe. D.h. es liegt fast ausschliesslich an mir, dem Fischer, seine Lauftiefe zu bestimmen. So kann ich alleine durch heben oder senken der Rutenspitze den Audace 65 sp von ca. 1,20m Tiefe bis knapp unter der Wasseroberfläche führen, genau so, wie es die Situation jeweils gerade erfordert.

 

Parallel dazu kommen die Führungsstile bzw. das Laufverhalten. Monoton eingekurbelt hat der Audace eine typische Wobbling-Aktion, d.h. er führt eine seitlich ausschwenkende, naturnahe Schwimmbewegung aus, die ihn wie ein echtes Fischchen erscheinen lässt. Eine gute Figur macht der Audace sp auch getwitcht. Mit vielen kurzen Twitches mit der Rutenspitze kann ich den Audace in eine zig-zag förmige, wilde Bewegung versetzen, bei der er ein verletztes Fischchen imitiert. Das interessante an diesem Wobbler: Diese Bewegung ist nicht gleichmässig, sondern getwitcht vollführt der Audace die verschiedensten Bewegungen, völlig unregelmässig und ohne irgend ein Bewegungsmuster. Gelegentlich lohnt es sich auch, ihn zu jerken, wobei er kaum seitlich ausbricht, sondern viel mehr einen Sprung nach vorne macht. Auch ein Spinstop kann sich immer lohnen. Ausserdem ein weiterer wichtiger Punkt: Die Variation des Tempos... beim Audace sind nicht nur alle Führungsstile drin, sondern man kann auch problemlos das Tempo variieren.

 

Fazit: Das Schwimm- und Laufverhalten des Audace ist der grosse Pluspunkt, der für diesen Wobbler spricht, und zwar wegen der Vielseitigkeit. Er macht in allen möglichen Führungsstilen und bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten immer eine gute Figur, ob monoton eingekurbelt, getwitcht oder gejerkt. Hinzu kommt die individuelle Lauftiefe von ca. 1,20m bis knapp unter die Oberfläche, über die der Fischer alleine durch Heben und Senken der Rute bestimmen kann!


Verhalten bei Strömung

Der Audace 65sp ist eindeutig ein Köder für stille bis mittelschnell fliessende Gewässer! Im stillen, klaren Bergsee oder im langsam bis mittelschnell fliessenden Bach oder Fluss trumpft er richtig auf und erlaubt zuverlässig alle oben genannten Führungsstile.

 

Aber in stärkerer bis starker Strömung hat er definitiv grosse Mühe. Schnellfliessende Bäche und Flüsse mit starker Strömung sind mit dem Audace nicht mehr vernünftig befischbar. Er kippt sofort zur Seite, wird an die Oberfläche gedrückt oder kann zumindest nicht mehr so laufen, wie er sollte. Dies ist bedingt durch seine Anatomie und sein leichtes Eigengewicht. Mein Tipp: Verwendet für Gewässer mit starker Strömung besser kompakte, schwere, schnellsinkende Wobbler wie den DUO Ryuki o.ä.

 

Fazit: Der Audace ist in stillen und ruhig bis mittelschnell fliessenden Gewässern ein sehr fängiger Wobbler mit toller Aktion. Doch mit starker Strömung ist er eindeutig überfordert.


Einsatzzweck bzw. Einsatzgebiete

Gepaart aus allen obigen Erkenntnissen und nach der langen Testzeit mit diesem Köder ergaben sich mir die besten Einsatzzwecke, bzw. Zielfische oder Gewässerarten, bei welchen der Audace 65sp die beste Figur machte...


Bergseen: Für den Bergsee gehört der Audace 65sp schon längst zu meinen Favoriten. Bergseen sind oft klar und die Fische häufig vorsichtig, insbesondere gegenüber Spinnködern. Ich kenne keinen anderen Wobbler, den man so natürlich und verführerisch durch einen glasklaren Bergsee zupfen kann. Hier empfehle ich eher gedämpfte, natürliche Farbmuster zu verwenden. Ganz besonders empfehle ich den Audace für Flachwasserzonen in Bergseen, z.B. flache Buchten oder Bacheinläufe, oder um ihn über eine Abbruchkante zu führen. Einziger Nachteil: In ausschliesslich tiefen oder besonders grossen Bergseen, wo v.a. eine grosse Wurfweite und tiefere Schwimmtiefe angesagt sind, ist der Audace weniger zu empfehlen.

Dieser wunderschöne, kleine Bergsee im Beo ist ein Musterbeispiel für ein Audace-Gewässer mit seinen scheuen Fischen, vielversprechenden Fischen und dem glasklaren Wasser.
Dieser wunderschöne, kleine Bergsee im Beo ist ein Musterbeispiel für ein Audace-Gewässer mit seinen scheuen Fischen, vielversprechenden Fischen und dem glasklaren Wasser.
Dies ist eine der Topstellen eines Tiroler Bergsees, eine Flachwasserzone mit Bacheinlauf, der Boden bedeckt von Kraut, in welchem grosse Forellen lauern... perfekt für den Audace!
Dies ist eine der Topstellen eines Tiroler Bergsees, eine Flachwasserzone mit Bacheinlauf, der Boden bedeckt von Kraut, in welchem grosse Forellen lauern... perfekt für den Audace!

Flüsse: In langsam bis mittelschnell fliessenden Flüssen und grösseren Bächen liegt das zweite Spezialgebiet des Audace. Denn in diesen Strömungsstärken spielt der Audace immer noch sehr gut und er lockt langsam bis schnell getwitcht so manche Forelle aus ihrem Unterstand. Ab einer Wurfweite von 4-5m kann man ihn sehr präzise an die gewünschten Stellen werfen und die Wurfweite genügt in der Regel, um bis zum anderen Ufer werfen zu können. Da man ihn sehr variabel und auch unterschiedlich tief führen kann, kann man fast jede Stelle in einem Fluss effektiv befischen; ein sehr fängiger Wobbler für solche Gewässer!

Dieser traumhafte Fluss in den Highlands Islands ist ein weiteres ideales Gewässer für den Audace, mit seinem langsam fliessenden Wasser und den überhängenden Ufern...
Dieser traumhafte Fluss in den Highlands Islands ist ein weiteres ideales Gewässer für den Audace, mit seinem langsam fliessenden Wasser und den überhängenden Ufern...
Sowie die Birs im BL, wobei der Fluss weiter oben zu schnell fliesst für den Audace, weiter unten aber wird der Audace zum perfekten Köder!
Sowie die Birs im BL, wobei der Fluss weiter oben zu schnell fliesst für den Audace, weiter unten aber wird der Audace zum perfekten Köder!

Seen: Als reiner Suchköder in grossen Seen, beispielsweise zum Seeforellenfischen in unseren Voralpenseen, würde ich den Audace definitiv nicht verwenden, da er dafür eine zu kleine Wurfweite hat und zu wenig auffällig ist.

Es gibt aber Situationen, in denen auch in einem See der Audace durchaus Sinn macht. Beispielsweise, um ihn flach über sehr hoch stehende Krautfelder zu twitchen. So verführt er zuverlässig Egli, auch wenn er sonst nicht der top Egliwobbler ist. Solche Situationen sind aber auch mit Forellen möglich... In Island beispielsweise gab es viele Seen, in denen dichtes Kraut bis knapp 20cm unter die Oberfläche wucherte. Dank dem Audace hatte ich einen Wobbler, den ich so flach über das Kraut twitchen konnte, ohne dauernd hängen zu bleiben. Die Brown Trouts versteckten sich im Kraut und schossen urplötzlich mit brachialer Gewalt heraus und schnappten sich den Köder... Adrenalin pur!

Auch macht er Sinn, wenn man die jagenden Fische in einem grossen Gewässer sehr genau lokalisiert hat und diese mit einem realistischeren Köder überlisten möchte.

In diesem grossen Isländischen See beispielsweise stand das Kraut so hoch wie oben beschrieben... so wurde der Audace in diesem Gewässer zur fängigen Geheimwaffe, da ich genau wusste, dass sich im Kraut Forellen versteckten.
In diesem grossen Isländischen See beispielsweise stand das Kraut so hoch wie oben beschrieben... so wurde der Audace in diesem Gewässer zur fängigen Geheimwaffe, da ich genau wusste, dass sich im Kraut Forellen versteckten.
Diesen Barsch konnte ich in Schottland über hohem Kraut fangen, so ist der Audace toll auf Barsche. Grundsätzlich ist er aber vorallem ein Forellenkiller.
Diesen Barsch konnte ich in Schottland über hohem Kraut fangen, so ist der Audace toll auf Barsche. Grundsätzlich ist er aber vorallem ein Forellenkiller.

Fazit: Der Audace 65sp ist einer meiner Favoriten in Bergseen und kleineren bis grösseren Flüssen mit nicht zu starker Strömung. Insbesondere in Flachwasserzonen, Bacheinläufen, über Krautfeldern sowie bei klarem Wasser und scheuen Fischen trumpft er richtig auf. Alles in allem ein sehr guter Forellenwobbler für Forellengewässern im In- und Ausland.


Wo der Audace 65sp keinen Sinn macht

Es gibt auch Situationen, in denen ich merkte, dass der Audace keinen Sinn macht bzw. nicht geeignet ist:

Erstens ist er wie gesagt kein geeigneter Suchköder für grossflächige Gewässer. Hierfür ist er zu unauffällig und vorallem lässt er sich nicht weit genug werfen. Dasselbe gilt für grosse und tiefe Bergseen, wo das Problem hinzu kommt, dass er nicht tief genug läuft.

Und zweitens ist er ungeeignet für Gewässer mit stärkerer bis starker Strömung, da er schlicht und einfach nicht mit der Strömung zurecht kommt. Dies kann ein kleiner Bergbach oder ein grosser Fluss wie die Aare sein.

Drittens ist er nicht gut geeignet, wenn sehr präzise Würfe auf kurze Distanz von Nöten sind, beispielsweise an einem kleinen Bach oder zwischen Booten, Stegen, Gebüschen usw.

An kleinen Bergbächen wie diesem macht der Audace beispielsweise wenig Sinn... er hat zu viel Mühe mit der Strömung und lässt sich nicht präzise genug in die kleinen Hotspots werfen.
An kleinen Bergbächen wie diesem macht der Audace beispielsweise wenig Sinn... er hat zu viel Mühe mit der Strömung und lässt sich nicht präzise genug in die kleinen Hotspots werfen.
In grossen Gewässern, als Suchköder, macht der Audace eine schlechte Figur. Hier sind weite Würfe und Auffälligkeit gefragt.
In grossen Gewässern, als Suchköder, macht der Audace eine schlechte Figur. Hier sind weite Würfe und Auffälligkeit gefragt.

Fazit: In Gewässern mit stärkerer Strömung sollte der Audace 65sp nicht verwendet werden. Auch abzuraten ist er, wenn präzise Würfe auf kürzeste Distanz gefragt sind, d.h. an kleinen Bergbächen, zwischen Gebüschen und Ästen, usw. Und drittens ist der Audace kein Suchköder für grossflächige Gewässer.


Zielfische und Fängigkeit

Auch wenn ich mit dem Audace 65sp schon einige Egli (Barsche) überlistet habe und er sicher auch auf Alet (Döbel), kleinere Hechte o.ä funktionieren würde, ist er für mich schlicht und einfach ein Forellenwobbler. Ich habe schon fast jede Art von Salmoniden mit ihm überlisten können, seine natürliche Optik und die Variable Führung scheinen eine gute Anziehungskraft auf alle Arten von Salmoniden auszuüben. Von prächtigen Bachforellen aus Schweizer Flüssen und Bächen über Kanadische Seeforellen, Bach-, Regen- und Seeforellen sowie See- und Bachsaiblingen aus unseren Bergseen bis hin zu grossen Bach- und Seeforellen im Tirol und gewaltigen Brown Trouts in Island... der Audace hat mir in dieser Test-Saison viele unvergessliche Fänge beschert!

Diese fast-50er Brown Trout aus einem Fluss der Isländischen Highlands (siehe Bild oben) biss beim ersten Wurf auf den Audace 65sp.
Diese fast-50er Brown Trout aus einem Fluss der Isländischen Highlands (siehe Bild oben) biss beim ersten Wurf auf den Audace 65sp.
Zwei Meerforellen aus einem Isländischen See... knapp über dem hochstehenden Kraut geführt, schossen sie drauf.
Zwei Meerforellen aus einem Isländischen See... knapp über dem hochstehenden Kraut geführt, schossen sie drauf.
Namaykush mögen den Audace gern (auf dem Bild: Ändu)
Namaykush mögen den Audace gern (auf dem Bild: Ändu)
Diese 45cm grosse Bachforelle war eine von vielen Forellen au einem Tiroler Bergsee, die dem Audace nicht widerstehen konnten...
Diese 45cm grosse Bachforelle war eine von vielen Forellen au einem Tiroler Bergsee, die dem Audace nicht widerstehen konnten...
Nicht nur Forellen, auch Saiblinge können dem Audace nur schwer widerstehen, hier ein Seesaibling...
Nicht nur Forellen, auch Saiblinge können dem Audace nur schwer widerstehen, hier ein Seesaibling...
Und hier ein Bachsaibling aus einem hochalpinen Berner Bergsee
Und hier ein Bachsaibling aus einem hochalpinen Berner Bergsee

Fazit: Der Audace 65sp ist zweifellos ein sehr fängiger Wobbler, insbesondere auf Salmoniden. Er überzeugt auch scheuhe Fische und hat mir in nur 6 Monaten mehrere unvergessliche Fänge beschert. Fängigkeit: Top!


Abschliessendes Fazit (Zusammenfassung)

Einzelteile und Langlebigkeit:

Von der Qualität der Einzelteile her bin ich sehr zufrieden, insbesondere von den Ösen und Sprengringen. Auch die Langlebigkeit des Wobblers an sich hat mich positiv überrascht. Keiner meiner Testwobbler hat während der ganzen Testperiode grösseren Schaden als ein paar Kratzer abbekommen, trotz intensivem Gebrauch unter teils harten Bedingungen. Keine Schaufel abgebrochen, kein Bruch im Plastikkörper, keine Öse verbogen, etc. Einziger Schwachpunkt: Die Farbe blättert bei einigen Modellen relativ schnell ab nach starker Belastung (z.B. an Stein geworfen o.ä.). Teilweise ein Negativpunkt sind auch die Drillinge. Zwar sehr scharf und Langlebig (bleiben scharf, keine Rostbildung), jedoch neigen sie unter Belastung zum Aufbiegen. Gesamtfazit zur Qualität und Langlebigkeit: Gut.


Wurfeigenschaften und Wurfweite:

Der Audace 65sp ist kein Weitwurfwobbler, schon nur bedingt durch sein Leichtgewicht. Verglichen mit ähnlichen Wobblern (ähnliches Gewicht und Grösse) ist die Wurfweite zufriedenstellend. Positiv ist die Stabilität und Präzision beim Werfen auf längere Distanzen. Auf sehr kurze Distanzen enttäuscht er hingegen in Sachen Präzision und Stabilität und ist deshalb weniger geeignet für sehr kleine Bäche o.ä. Ein weiterer Negativpunkt ist die fehlende Stabilität bei Wind.
Gesamtfazit Wurfeigenschaften und Wurfweite: Zufriedenstellend.


Führungsarten und Schwimmverhalten:

Das Schwimm- und Laufverhalten des Audace ist der grosse Pluspunkt, der für diesen Wobbler spricht, und zwar wegen der Vielseitigkeit. Er macht in allen möglichen Führungsstilen und bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten immer eine gute Figur, ob monoton eingekurbelt, getwitcht oder gejerkt. Hinzu kommt die individuelle Lauftiefe von ca. 1,20m bis knapp unter die Oberfläche, über die der Fischer alleine durch Heben und Senken der Rute bestimmen kann!

Gesamtfazit Führungsarten und Schwimmverhalten: Sehr gut.


Einsatzbereiche

Für sehr viele typische Salmonidengewässer ist der Audace eine echte Geheimwaffe. Er ist sehr universell einsetzbar und brilliert insbesondere in Bergseen, in kleineren bis grösseren Flüssen, in kleinen Seen und in langsam fliessenden Bächen. Er ist besonders fängig in Flachwasserzonen, Bacheinläufen, entlang von unterspülten Ufern, über Kanten hinweg, über Kraut sowie bei klarem Wasser und/oder scheuen Fischen. Einzig in Gewässern mit starker Strömung ist er unbrauchbar, sowie in grossflächigen Gewässern als Suchköder.

Gesamtfazit zu den Einsatzbereichen: Gut - sehr gut.


Fängigkeit

Der Audace 65sp von Molix ist ein vielseitig einsetzbarer Forellenkiller, der nun seit dieser 6-Monatigen Testphase nicht mehr in meiner Köderbox fehlen wird. Seine Fängigkeit hat er eindeutig bewiesen.

Fazit zur Fängigkeit: Sehr gut.


Schlusswort

Ich bedanke mich bei unserem Sponsor Fishspirit, dass er mir so viele Köder zur Verfügung gestellt hat, um einen konstruktiven Testbericht zu schreiben.


Und für die Leser dieses Testberichts hoffe ich, ihnen einen guten Überblick über einen Köder unter Millionen gegeben zu haben und vieleicht dem einen oder anderen zum Kauf von genau dem Wobbler verholfen zu haben, den er schon laaaange gesucht hat ;-)


Liebe Grüsse und ein dickes petri!

Nicola


Audace im Doppeldrill :-)
Audace im Doppeldrill :-)