Spinnfischen am Bach/Bergbach

Tackle

Ideale Spinnfischcombo für den Bach: Hearty Rise Evolution ML + Shimano Rarenium, bespuhlt mit einer dünnen 8-fach Geflochtenen. Leicht, feinfühlig, schnell!
Ideale Spinnfischcombo für den Bach: Hearty Rise Evolution ML + Shimano Rarenium, bespuhlt mit einer dünnen 8-fach Geflochtenen. Leicht, feinfühlig, schnell!

Rute: Am Bach entscheiden weder Stärke noch grosse Wurfdistanzen, sondern hochpräzise Würfe auf kurze Distanzen sind das A und O! Ideal ist eine kurze, leichte Spinnrute mit medium-fast Taper, also mittelschneller Aktion. Länge ca. 1.80m-2.0m.

 

Ideales Wg am kleinen Bergbach ca. 2-10g (Light-Klasse "L").

 

Am grösseren Bach muss die Rute stärker sein, ca. 4-18g (Middle-Light Klasse "ML").

 

Rolle: Möglichst leichte Spinnrolle der Grösse 1000-2500. Alternativ kann natürlich auch mit einer Baitcaster gefischt werden.

 

Schnur: Hochwertige Geflochtene mit ca. 12 lbs Tragkraft.

Wann macht welche Technik Sinn?

Wobbler machen Sinn in flächeren Gewässern mit genügend grossen Pools oder langen "Läufen", um fächermässig Flächen abzusuchen oder um den Wobbler entlang von unterspülten Ufern oder änlichen Verstecken zu zupfen (typisch für Mittellandbäche oder nicht steile Bergbäche).

 

Sind die Spots aber zu klein, um den Wobbler überhaupt vernünftig durchziehen zu können und der Bach besteht vor allem aus vielen kleinen, dafür verhältnismässig tiefen Pools (typisch für steile Bergbäche), dann macht der Wobbler weniger Sinn bzw. ist kaum noch fischbar. Hier trumpft der Gummifisch am Jig-Kopf oder am Cheburashka-Jigkopf präsentiert. Damit kommst du auch auf engstem Raum und in kleinsten Pools schnell auf Tiefe und kannst Spot für Spot quasi "abtippen".

 

In diesem Beitrag geht es ums Spinnfischen mit Wobbler. Wenn du dich für die oben erwähnte Fischerei mit Gummifisch im Bach interessierst, findest auch alles in der Infothek und zwar hier.

Vorfach und Snap

Vorfach: Ca. 50cm langes Vorfach aus hochwertigem, abriebsfestem Fluorocarbon. 0.20mm bzw 6lb Tragkraft am kleinen Bergbach und 0.25mm bzw 8-10lb Tragkraft am grösseren Bach. Das Vorfach wird direkt an die geflochtene Hauptschnur geknüpft, beispielsweise mit dem Blutknoten oder dem doppelten Grinner. Da wir nur mit Wobblern fischen, ist keine Rotation zu befürchten, ein Wirbel ist also überflüssig. Am Ende des Vorfachs genügt ein einfacher, hochwertiger Snap in kleiner Grösse, zum schnellen Einhängen und Auswechseln der Wobbler. Wer mit Spinner fischen will, muss einen Wirbel vorschalten (Rotation --> Schnurverdrallung)!

Fängige Wobbler

Am Bergbach: In kleineren Bächen setzen wir auf schlanke Wobbler von ca. 5-6cm Länge. Farblich möglichst natürlich, ausser das Wasser ist stark eingetrübt. Unser Lieblingswobbler um gegen die Strömung (d.h. von oben nach unten zu fischen) ist der Ryuki von DUO in 5cm, da er gut mit der Strömung zurecht kommt und sich als sehr fängig erwiesen hat. In strömungsarmen, tieferen Stellen (Pools) oder wenn man mit der Strömung fischt (d.h. von unten nach oben) fischen wir gerne normale Minnows die weniger schnell sinken und mehr eigenes Spiel haben. Oder Shads mit etwas grösserer Tauchschaufel, wenns auf Tiefe gehen soll.

 

Aus Fairness gegenüber den vielen Untermassigen Forellen in kleinen Bächen ist es lobenswert, die Drillinge gegen Einzelhaken auszutauschen (mehr dazu siehe: Infothek --> Nachhaltige Fischerei --> "Singlehooks aufrüsten")!

Zwei unserer Lieblinge in kleinen Bächen: Oben der schnellsinkende und strömungsstabile Ryuki s in 5cm, das Allroundmodell um in kleineren Bächen gegen oder seitlich zur Strömung zu fischen. Unten die Variante Ryuki MDF, um mit der Strömung zu fischen.
Zwei unserer Lieblinge in kleinen Bächen: Oben der schnellsinkende und strömungsstabile Ryuki s in 5cm, das Allroundmodell um in kleineren Bächen gegen oder seitlich zur Strömung zu fischen. Unten die Variante Ryuki MDF, um mit der Strömung zu fischen.

 

An grösseren Bächen: Hier setzen wir auf grössere Modelle von Wobblern von 6-7cm. Da die Strömung meist sehr stark ist, braucht es Wobbler, die auch unter stärkster Strömung noch funktionieren, weshalb wir auch hier wieder auf Modelle aus der Serie Ryuki s von DUO setzen, einfach auf die grösseren Brüder in 6cm und 7cm, welche schwerer sind, besser auf Tiefe gehen und mit jeder Strömung fertig werden.

 

Hier macht es weniger Sinn die Drillinge gegen Einzelhaken auszutauschen, da die Fische oft grösser sind als in kleinen Bächen und im Drill mit Hilfe der Strömung enorm Druck aufbauen. Da biegen Einzelhaken leider schnell mal auf und der Fisch ist weg. Dafür lohnt es sich, wenn nötig in hochwertigere, robuste Drillinge zu investieren, z.B. von Owner.

Diese Wobbler sind wie gemacht für harte Strömungen! Oben Duo Ryuki in 6cm, unten in 7cm. Beim Unteren wurden die Drillinge gegen hochwertige Owner Drillinge getauscht.
Diese Wobbler sind wie gemacht für harte Strömungen! Oben Duo Ryuki in 6cm, unten in 7cm. Beim Unteren wurden die Drillinge gegen hochwertige Owner Drillinge getauscht.

Hot-Spots und gezieltes Werfen

Mit dem Wobbler werden verdächtige Stellen gezielt angeworfen und abgefischt, d.h. in ruhigeren Läufen, Pools, Becken, tiefen Rinnen und entlang/vorbei an Hindernissen. Unterspülte Ufer und überhängende Bäume und Büsche nicht zu vergessen. Präzise Würfe auf kurze Distanz, das ist die entscheidende Fähigkeit, um erfolgreich zu sein! Das ist wichtiger als alles andere! Oft schleicht man sich nahe heran und platziert dann denn Spinnköder milimetergenau zwischen Felsen, Ästen, hinter Wasserfälle, usw.

 

Entscheidend ist auch die Grundsatzfrage, ob von unten her gefischt wird, sprich mit der Strömung, oder von oben nach unten, also gegen die Strömung. Dies ist wichtig für die Tagesplanung, aber auch für die Köderwahl (siehe weiter oben). Normalerweise wird an Bächen immer von unten her gefischt, weil sich die Forellen generell nach oben ausrichten, gegen die Strömung. Ihr toter Winkel ist folglich hinten, so sehen sie dich nicht kommen. Insbesondere in klaren Bergbächen entscheidend, Forellen sehen sehr gut! Wenn das Wasser aber eingetrübt ist, kann es sehr erfolgreich sein, von oben her zu fischen! Gegen die Strömung kann der Wobbler nämlich viel länger im spannenden Bereich gehalten und ganz langsam mit zupfenden Bewegungen am Hotspot vorbei geführt werden. Aber dafür braucht es eben spezielle Wobbler, die gegen die Strömung noch stabil laufen ohne zu kippen (siehe oben).

Sehr präzise Würfe unter schattenspendende Unterstände sind zwar riskant, aber es kann sich lohnen. Diese Traumforelle konnte dank einem präzisen Wurf unter ein überhängendes Gebüsch überlistet werden!
Sehr präzise Würfe unter schattenspendende Unterstände sind zwar riskant, aber es kann sich lohnen. Diese Traumforelle konnte dank einem präzisen Wurf unter ein überhängendes Gebüsch überlistet werden!

Führungsstil

Die Kunst beim Wobblern ist, dem künstlichen Fisch Leben einhauchen. Monotone Bewegungen sollten vermieden werden, nur einfach einkurbeln bringt nicht viel. Durch Bewegungen der Rutenspitze und Variierung der Einholgeschwindigkeit kann ich den Wobbler beim Einholen twitchen, jerken, anhalten, beschleunigen, sinken/aufsteigen lassen, usw.

Probieren geht über Studieren!

Probiert es einfach aus, wenn ihr es noch nicht kennt! Lasst den Wurm mal im Boden weiterleben und gebt dem Kunstköder eine Chance. Glaubt uns, Spinnfischen macht auch Spass wenn man nichts fängt ;-)

 

Nun bleibt nur noch zu sagen...

Petri Heil!


Passendes Video:


Passendes Guiding:

Möchtet ihr das Spinnfischen mit Wobblern in der Praxis gezeigt bekommen? Kein Problem, wir bieten passende Guidings an!

 

Wenn ihr euch für das Wobblerfischen an kleineren Bächen und Bergbächen interessiert, dann ist diesen Guiding für euch: Guiding mit Kunstköder am Bergbach! Wir zeigen euch dabei nicht nur das Wobblerfischen, sondern auch den Einsatz von raffinierten Finessemethoden mit Softbaits...

 

Fürs gröbere Wobblern an grösseren Bächen, solltet ihr dieses Guiding buchen: Guiding Spinnfischen an grösseren Bächen und Flüssen