Gewicht und Platz sparen

Gewicht zu sparen und platzsparend zu packen ist das A und O, wenn ihr längere Wanderungen vor euch habt. Insbesondere, wenn es nicht nur geradeaus geht, sondern auch noch viele Höhenmeter zu überwinden sind, werdet ihr um jedes Gramm weniger sehr froh sein!

 

Als Faustregel gemäss Profis gilt: Alles über 14kg für einen Mann bzw. 12kg für eine Frau ist zu viel für mehrtägige Bergtouren!

 

Doch wo und wie könnt ihr Gewicht und Platz einsparen? Schliesslich braucht man ja soooo viel Ausrüstung? Im folgenden seht ihr einige wertvolle Tipps...

Das wäre das Ziel: So viel Platz zu sparen, dass alles in- und an den Rucksack passt, mitsamt Schlafsack, Zelt, Mätteli, Kleidung, Proviant, Kochgeschirr und Angelzeug.  Und dann darf das ganze ja auch nicht zu schwer sein! Gar nicht so einfach...
Das wäre das Ziel: So viel Platz zu sparen, dass alles in- und an den Rucksack passt, mitsamt Schlafsack, Zelt, Mätteli, Kleidung, Proviant, Kochgeschirr und Angelzeug. Und dann darf das ganze ja auch nicht zu schwer sein! Gar nicht so einfach...

Der richtige Rucksack

Für solche Touren würde ich einen Wander- oder Treckingrucksack empfehlen. Vom Volumen her sollte er ca. 40-50L fassen für mehrtägige Touren. Wichtig ist, dass er leicht ist, gut und bequem auf deinen Rücken passt und einen robusten Hüftgurt hat. Der Hüftgurt muss, auf dem Beckenknochen liegend, fest angezogen werden und so die Mehrheit des Gewichts tragen, nicht die Trageriemen!

 

Ausserdem sollte er über geeignete Schnallen und Bändel verfügen, um zusätzliche Dinge aussen am Rucksack fest zu machen, z.B. das Zelt, Angelruten oder ähnliches. Seitliche Netze für Trinkflaschen sind auch sehr empfehlenswert, um beim Wandern direkt und schnell einige Schlücke trinken zu können, ohne dafür jedes mal den Rucksack ablegen zu müssen.

Trinkwasser filtern unterwegs --> weniger Schleppen!

Trinkwasser ist ganz klar der wichtigste Punkt, der am stärksten ins Gewicht geht! Mit jedem Liter Wasser, den ihr mitschleppt, habt ihr ein Kilo mehr an Gepäck. Für zwei Tage müsstet ihr schon locker 5 Liter Wasser mitschleppen, um genug zu trinken dabei zu haben. Das Problem: Man sollte ja nicht das Wasser aus der Natur einfach so trinken und müsste darum alles von zu Hause mitnehmen...

 

Aber da gibt es eine geniale Lösung, mit der ihr viele Kilo an Gewicht einsparen könnt! Nämlich ein Trinkwasserfilter! Eine Schweizer Firma namens Katadyn hat Trinwasserfilter für Wanderer entwickelt, die alles herausfiltern, was für uns gefährlich werden könnte: Bakterien, Sedimente, ja sogar Viren! Innert Minuten lässt sich damit eine ganze Flasche wieder auffüllen.  Der Filter selbst wiegt nur etwa 300g. Ich empfehle das Modell "Hiker Pro" (günstig, klein und leicht). Ab ca. 120.- Franken gibt es solche Filter in fast jedem Berg- und Outdoor-Sportgeschäft.

 

So genügt es, eine einzige Flasche mit zu nehmen und diese mit Hilfe des Filters einfach unterwegs bei Gelegenheit wieder nachzufüllen! Das geht an jedem beliebigen Rinnsaal, Bach, Pfütze oder was auch immer, man trifft unterwegs ständig in irgend einer Form auf Wasser (Achtung, ich rede hier von der Schweiz, das ist natürlich nicht überall so der Fall!).

Der Trinkwasserfilter im Einsatz
Der Trinkwasserfilter im Einsatz

Leichtes Equipment

Fast überall bei der Ausrüstung lässt sich Gewicht und Platz sparen:

 

Bei der Kleidung: Auf schwere, dicke Pullover kann man getrost verzichten. Lieber leichte Funktionskleidung, die sich klein zusammenlegen lässt und trotzdem warm gibt. Hier entscheidet vor allem der Platzgewinn, schlecht zusammenlegbare Kleider brauchen viel zu viel Platz im Rucksack!


Gas- / Benzinkocher: Für zwei, drei Tage in den Bergen genügt eine kleine Gas- oder Benzinflasche längstens, da ist mehr als genug Brennstoff drin! Auch der Kocher selbst sollte simpel und klein verstaubar sein.

 

Kochequipment: Eine bis zwei leichte, kleine Pfännlein genügen. Schleppt nicht die normalen Pfannen aus dem Haushalt mit in die Berge, die sind sehr schwer, sperrig und lassen sich in der Natur ohne Hilfsmittel nur schwer wieder reinigen. Im Sportfachgeschäft gibt es extra Pfannen für den Outdoor-Gebrauch aus Aluminium oder Titan; superleicht, platzsparend und mit speziellen Beschichtungen, um sie in der Natur auch mit einfacheren Mitteln wieder sauber zu kriegen.


Essgeschirr: Hochwertiges, hitzebeständiges Besteck aus Plastik oder Leichtmetall ist ideal, das ist leicht und ihr könnt es auch gleich beim Kochen als Kochgeschirr brauchen. Dazu ein Plastikteller und ein Becher aus hitzebeständigem Plastik genügt pro Person.

Durch intelligentes, verschachteltes Packen kann das ganze Equipment sehr platzsparend ineinander gepackt werden (siehe Bilder unten).
Tipps: Im Becher könnt ihr nicht nur Getränke einfüllen, sondern auch ein Müsli zum Frühstück machen. Und die Rückseite des Plastiktellers könnt ihr als Filettierunterlage gebrauchen, wenn ihr frischen Fisch gefangen habt, oder auch sonst als Schneidunterlage, so wird das Messer nicht stumpf und ihr habt eine saubere Unterlage.

vorher: Alle Einzelteile auf einen Blick (v.l.n.r.: Wasserfilter, Trinkflasche, Becher,  Plastikteller, Pfannen, Gaskocher, Gasflasche, Geschirr, Outdoor-Waschmittel, Gewürze, Öl, Handtuch)
vorher: Alle Einzelteile auf einen Blick (v.l.n.r.: Wasserfilter, Trinkflasche, Becher, Plastikteller, Pfannen, Gaskocher, Gasflasche, Geschirr, Outdoor-Waschmittel, Gewürze, Öl, Handtuch)
Nachher: Durch verschachteltes Packen konnte alles so platzsparend verpackt werden.
Nachher: Durch verschachteltes Packen konnte alles so platzsparend verpackt werden.

 

Zelt, Schlafsack, Unterlage (Mätteli): Dass auch diese Dinge essentiell sind fürs Gewicht vom Marschgepäck, das ist klar. Hier ist es dann leider vor allem eine Preisfrage, wie sehr ihr das Gewicht und das Packmass von Zelt, Schlafsack und Matte herabsenken könnt. Es gibt heutzutage top moderne Zelte mit Carbongestänge und superleichtem Stoff, die unter 2kg wiegen, und high-end Schlafsäcke und Matten, die extrem klein und leicht zusammengepackt werden können. Aber diese Dinge sind teuer. Je leichter, kleiner und besser, desto teurer!

Dies wären Beispiele für optimale Platz- und Gwichtsersparnis bei der Schlaf-Ausrüstung: Klein zusammenlegbarer Schlafsack, Mätteli und ein leichtes, modernes Alpinzelt (nur ca. 2kg). Allerdings ist solche Ausrüstung teuer.
Dies wären Beispiele für optimale Platz- und Gwichtsersparnis bei der Schlaf-Ausrüstung: Klein zusammenlegbarer Schlafsack, Mätteli und ein leichtes, modernes Alpinzelt (nur ca. 2kg). Allerdings ist solche Ausrüstung teuer.

Leichte Nahrungsmittel

Viel Gewicht könnt ihr bei den warmen Mahlzeiten sparen. Denn zum Kochen auf dem Gaskocher bieten sich zwar sofort Konservendosen an: Nur warm machen, und schon fertig. Aber die sind schwer, eigentlich viel zu schwer! 
Besser, ihr setzt auf leichtere Dinge wie Nudeln oder Reis, falls ihr längere Wanderungen vor euch habt. Dazu etwas Pesto zu den Teigwaren oder frisch gefangenen Fisch zum Reis und ihr habt eine leckere, energiereiche Mahlzeit ohne viel Traggewicht. Ganz genial sind auch diese Asia-Noodle-Soups, die wiegen fast nichts und haben schon alles drin was es braucht.

Tipps: Reis in kleine Säckchen, Tupperware o.ä. abfüllen und nur so viel mitnehmen wie auch verbraucht wird. 

 

Gewürze: Salz darf nicht fehlen, sonst werden Reis und Teigwaren sehr fad. Auch hier natürlich nicht den ganzen Salzstreuer mitnehmen, sondern nur einige Esslöffel in ein leichtes Gefäss abfüllen. Dasselbe gilt natürlich für andere Gewürze und Öl, falls benötigt.


Auch beim Proviant für zwischendurch lässt sich Gewicht sparen. Dass sich nur Unverderbliches eignet, sollte ja sowieso klar sein. Trockenfleischprodukte wie Landjäger, Rauchwürste, Bündnerfleisch oder Hobelfleisch sind ideal, Knäckebrot statt schwerem Pumpernickel, Dörrfrüchte statt frische, schwere Äpfel, und so weiter. Getriederiegel (Farmer,... ) dürfen natürlich auch nicht fehlen. Heisser Tipp: Kondensmilch! Einfach in einem Verhältnis von ca. 1 zu 4 mit Wasser in einem Becher o.ä anrühren und ihr habt trinkbereite Vollmilch. Daraus lässt sich auch perfekt ein Müsli zum Frühstück machen, wenn ihr Müsli-Flocken dabei habt...