Nachhaltigeres Fischen mit Zukunftsdenken

Wo liegen die Probleme?

Viele Gewässer von uns sind überfischt und die verantwortlichen Behörden schauen weg oder wollen die geltenden Gesetze nicht ändern. Dort liegt das Problem begraben: Früher waren die geltenden Entnahmemengen wohl noch völlig unbedenklich, es schien Fische im Überfluss zu geben. Doch es hat sich etwas verändert, wir sind heute viel mehr Fischer, gleichzeitig wurden unsere Methoden und Techniken immer weiter entwickelt, immer besser, folglich wurden immer mehr Fische gefangen. Trotzdem haben sich die Gesetze kaum geändert, sodass nach wie vor viele Fische entnommen werden dürfen, obwohl es kaum noch Fische hat. Hinzu kommen oftmals lachhaft kleine Schonmasse.

Politische Lösungsansätze?

Eines ist klar: Die geltenden Regelungen müssen angepasst werden! Und zwar dringend und drastisch! Die Rede ist hier vor allem von den beliebten Speisefischen wie Forellen oder Äschen, denn die werden intensiv befischt und auch am häufigsten entnommen. Das Augenmerk liegt auf Fliessgewässern, denn im Vergleich zu grösseren Seen, auf deren Fischbestand die Sportfischer kaum einen Einfluss haben können, sind Fliessgewässer sehr effizient befischbar und leiden massiv unter dem Befischungsdruck.

 

Bei den Äschen hat man es im Kanton Bern endlich gemerkt und die Regelungen deutlich verstärkt (nur noch 2 Fische pro Tag und 20 pro Jahr bei erhöhtem Schonmass). Warum nicht bei den Bachforellen? Der Kanton besetzt und besetzt und besetzt, damit die Fischer wenigstens noch ein bisschen was fangen können, aber das kann doch keine Lösung sein! 6 Stück pro Tag ist Irrsinn und es gibt nicht einmal eine Jahresbeschränkung. Noch dazu sind die Schonmasse viel zu tief, in manchen Bergbächen gilt 22cm, das ist doch nur noch lächerlich!

 

Deshalb stehen wir ganz klar hinter der Einführung neuer, strengerer Regeln: Höhere Schonmasse, wenn nicht sogar Fangfenster, ausserdem kleinere Entnahmemengen pro Tag und eine Beschränkung aufs ganze Jahr gesehen!

Was könnt ihr tun?

Nicht mehr einfach hirnlos jeden Fisch tot knüppeln, der knapp das Schonmass erreicht hat, wäre ein guter Anfang! Natürlich müssen wir uns an die geltenden Gesetze halten und wir wollen auch keine reinen C&R-Fischer aus euch machen. Reines Catch&Release ist genauso pervers wie jeden Fisch abzuknüppeln. Weil es sinnlose Tierquälerei ist.

 

Es gilt, ein vernünftiges Mittelmass zu finden, DAS ist Nachhaltigkeit! Das heisst ihr dürft ruhig mal einen Fisch mit nehmen zum Essen, aber bitte einfach mit Vernunft, so dass es noch genug Fische im Gewässer hat um einen natürlichen Bestand aufrecht zu erhalten. Es macht wirklich Sinn, wertvolle Exemplare wieder frei zu lassen, das gilt insbesondere für grössere Weibchen (die sorgen für viel Nachwuchs!). Das Gesetz hat uns sogar eine entscheidende Lücke offen gelassen, somit ist es tatsächlich möglich, vereinzelt Fische wieder schwimmen zu lassen, ganz legal (ihr müsst nur sagen, dass dieser Fisch wichtig ist als Laichtier). 

 

Wenn in Zukunft mehr Leute so denken würden, könnten wir uns vielleicht wirklich eines Tages wieder über gute, wilde Bestände erfreuen...

 

Aber schlussendlich liegt es an euch. Dieser Text ist nur ein Appell an eure Vernunft und wir können niemandem vorschreiben was richtig und was falsch ist. Jeder soll für sich selber ein vernünftiges Mittelmass finden können...