Finesse-Methoden & alle wichtigen Rigs

Generelles

  • Sofern nichts anderes anderes geschrieben steht, ist grundsätzlich Fluorocarbon das Material der Wahl für die nachfolgend beschriebenen Rigs und Montagen.
  • Grundsätzlich könnt ihr jede der unten aufgeführten Rigs sowohl mit Offset-Haken als auch mit normalen Haken knüpfen. Der Offsethook käme jeweils dann zum Einsatz, wenn Hängergefahr droht (zwischen Ästen und Pfeilern, in dichtem Kraut, steiniger Grund, etc.).
  • Ist mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Hechten zu rechnen, ist es ratsam, statt Fluorocarbon bissfestes Material zu nehmen. Darunter leidet zwar die Unauffälligkeit, das Köderspiel und das Feingefühl, aber ihr vermeidet dadurch häufige Köderverluste wegen durchgebissenem Fluoro, auch im Gedanken an die Hechte, die an abgebissenen Haken im Rachen sterben können.
  • Es ist sehr ratsam, die Rigs schon zu Hause in Ruhe vorzubereiten (das ideale Schlechtwetterprogramm). In kleinen Tüten oder aufgerollt auf Schaumstoffröllchen können sie super transportiert werden. So spart ihr Zeit am Wasser und könnt laufend zwischen den verschiedenen Methoden wechseln und ausprobieren.

1. Das Dropshot-Rig

Einsatzbereich:

Vertikal oder geworfen, für Barsch (Egli), Blackbass, Zander, und beim Eisfischen.

 

Montage:

Man benötigt spezielle Drophshot-Haken und Dropshot-Bleie. Der Haken wird mittels besonderem Knoten direkt in ein ca. 50-60cm langes Stück Fluorocarbon eingeknüpft, sodass er schön seitlich absteht (Siehe erstes Bild unten: Der Dropshot-Knoten). Nach unten sollte noch ein Schnurrest von ca. 30-40cm bleiben, nach oben etwa 20cm. Ins obere Schnurende wird eine Schlaufe geknüpft, damit wird das Rig später in den Snap am Vorfach eingehängt. Das Dropshotblei wird mit der besonderen, verengenden Öse an beliebiger Position am unteren Schnurrest festgeklemmt, sodass es nicht mehr verrutschen kann.
Den Gummiköder könnt ihr dann entweder auf den ganzen Haken aufziehen (weniger Bewegung, aber bessere Bissauswertung) oder nur durch das vorderste Ende aufspiessen (mehr freie Bewegung, attraktiveres Köderspiel). Siehe zweites Bild unten.

Schritt 1 und 2 zum perfekten Dropshot-Knoten. Copyright: Barschalarm.de
Schritt 1 und 2 zum perfekten Dropshot-Knoten. Copyright: Barschalarm.de

Beispiele fertig montierter Drop-Shot Rigs, bereit zum Fischen. Oben: Mit komplett auf den Haken aufgezogenem Köder. Unten: Der Köder wurde nur ganz vorne Aufgespiesst. Auch gut zu erkennen die charakteristischen Dropshot-Bleie.
Beispiele fertig montierter Drop-Shot Rigs, bereit zum Fischen. Oben: Mit komplett auf den Haken aufgezogenem Köder. Unten: Der Köder wurde nur ganz vorne Aufgespiesst. Auch gut zu erkennen die charakteristischen Dropshot-Bleie.

Führung:

Vertikal oder geworfen, lässt man das Dropshot absinken, bis es am Grund ankommt. Durch verändern der Position des DS-Bleis unter dem Haken, kann so die Distanz des Hakens und somit des Köders zum Gewässergrund angepasst werden. Dann lässt man den Gummiköder tanzen und zappeln, oder hebt ihn an und lässt ihn wieder langsam herabtaumeln, usw. Der Phantasie sind fast keine Grenzen gesetzt, aber welcher Führungsstil schliesslich den Erfolg bringt, müsst ihr selber herausfinden.


Geworfen hebt ihr das Blei gelegentlich kurz an und zieht das Rig so jedes mal ein Stück näher an euch heran. Um die Fische anzulocken, könnt ihr aber auch beim Vertikalfischen das Blei ab und zu kurz anheben und auf den Grund klopfen lassen, aber Achtung, manchmal bewirkt es auch genau das Gegenteil und es verscheut die Fische.


Geeignete Gummiköder:

Am häufigsten werden am Dropshot No-Action-Shads (V-Tail und Pin-Tail Shads) gefischt, doch ihr könnt natürlich alles Mögliche ausprobieren. Denn auch Creature-Baits mit ihren wie wild zappelnden Ärmchen und Beinchen können am DS sehr verführerisch aussehen. Normale Shads mit Schaufelschwanz machen aber nur Sinn, wenn ihr das Rig auswerft und heranholt.


2. Das Carolina-Rig

Einsatzbereich:

Ähnlich wie das Texas-Rig in der Verwendung. Direkt auf Grund, grundnah oder im Freiwasser, auf Egli (Barsch), Blackbass, Alet, etc. Häufig in hängerträchtigen Zonen und verkrauteten Gewässern. Nicht vertikal fischbar, nur geworfen. Leicht abgeändert, auch ideal am kleinen Bergbach anwendbar (mehr zum Einsatz im Bergbach hier).

 

Montage:

Man braucht dazu spezielle Gewichte aus Blei oder Tungsten (sogenannte Bullet-Weights), Gummistopper und Glasperlen. Das Fluoro-Stück wird etwa 40cm lang gewählt. Nach dem Haken wird in ca. 20cm Distanz ein gut sitzender Gummistopper aufgezogen, darauf folgt eine Glasperle und dann das Bullet-Weight. Als Abschluss wird an andere Ende wie immer eine Schlaufe geknüpft Das Bullet-Weight sollte frei zwischen der Schlussschlaufe und dem Stopper beweglich sein. Das Gewicht vom Bullet-Weight wählt ihr abhängig von der zu befischenden Tiefe und der Ködergrösse. Beim Finesse-Fischen kommen Gewichte von etwa 1,5g bis 7g zum Einsatz.

Wichtig: Die Glasperle muss nicht sein. Sie erzeugt jedes mal ein Klickgeräusch, wenn das Bullet-Weight daran schlägt. Manchmal ist das erwünscht, manchmal verscheucht es aber die Fische, dann solltet ihr sie weglassen!

Beispiele für Carolina-Rigs: Oben ohne Glasperle, unten mit. Auch zu erkennen die Bullet-Weights, die Stopper und Offset-Hooks als Haken...
Beispiele für Carolina-Rigs: Oben ohne Glasperle, unten mit. Auch zu erkennen die Bullet-Weights, die Stopper und Offset-Hooks als Haken...

Führung:

Das Carolina-Rig wird ausgeworfen und mit kurzen Zupfern wieder eingeholt. So, dass das Blei immer wieder vom Stopper weggleitet (Absinkphase bzw Einholpause), um dann wieder auf den Stopper und die Perle aufzuschlagen (beim nächsten Zupfen). Dabei entsteht jedes mal ein Klickgeräusch, wenn das Bullet-Weight auf die Perle schlägt. Dieser Effekt lockt die Räuber an und verleitet sie zum Biss, aber manchmal verscheucht es die Fische mehr als es lockt, dann solltet ihr die Perle weglassen!
Ihr könnt das Rig auch direkt auf Grund führen, so erzeugt das Gewicht jedes mal eine auffällige Staubwolke, wenn es auf den Grund aufschlägt, und lockt die Fische zusätzlich an. Sind die Fische sehr scheu, ist es auch mal einen Versuch wert, das Rig einfach  nur ganz langsam und ruhig über den Grund einzuziehen.

 

Geeignete Gummiköder:

Am Carolina-Rig kann jede Sorte von Gummiködern erfolgreich angeboten werden, je nach Aggressivität der Fische sollte zwischen auffälligen Gummis (Shads mit Schaufelschwanz, Creature-Baits) oder unauffälligeren Gummis (Pin-Tails, V-Tails, Worms) gewählt werden.
Kleiner Tipp: Wenn ihr es direkt über den Grund zieht, probiert mal einen Krebs (craw), z.B. den D'Olive Craw von OSP... ;-)


3. Das Texas-Rig

Einsatzbereich:

Ähnlich wie das Carolina-Rig in der Verwendung. Direkt auf Grund, grundnah oder im Freiwasser, auf Egli (Barsch), Blackbass, Alet, etc. Häufig in hängerträchtigen Zonen und verkrauteten Gewässern. Nicht vertikal fischbar, nur geworfen.


Montage:

Man braucht auch dazu spezielle Gewichte aus Blei oder Tungsten (sogenannte Bullet-Weights), Gummistopper und Glasperlen, der Aufbau unterscheidet sich nur in einem Detail von dem des Carolina-Rigs: Das Gewicht kommt beim Texas-Rig bis direkt vor den Haken bzw. den Köder. Das heisst also nach dem Haken folgt direkt eine Glasperle und das Bullet-Weight, der Stopper kommt dann erst dahinter nach einem Abstand von ca. 20cm dazu, damit das Gewicht nicht unbeschränkt auf der gesamten Länge des Rigs hin- und her läuft. Als Abschluss wird ans andere Ende wie immer eine Schlaufe geknüpft. Die Glasperle wird hier im Gegensatz zum Carolina-Rig nie weggelassen, da sie zusätzlich den Knoten beim Haken vor dem ständig aufschlagenden Bullet-Weight schützt.
Das Gewicht vom Bullet-Weight wählt ihr abhängig von der zu befischenden Tiefe und der Ködergrösse. Beim Finesse-Fischen kommen Gewichte von etwa 1,5g bis 7g zum Einsatz.

Beispiel für ein Texas-Rig: Zu sehen ein Offsethook als Haken, die Glasperle, das Bulletweight und mit etwas Abstand der Stopper und schliesslich die Schlaufe zum Einhängen.
Beispiel für ein Texas-Rig: Zu sehen ein Offsethook als Haken, die Glasperle, das Bulletweight und mit etwas Abstand der Stopper und schliesslich die Schlaufe zum Einhängen.

 Führung:

Genau wie beim Carolina-Rig: Auswerfen und mit kurzen Zupfern wieder einholen. So, dass das Blei immer wieder vom Haken bzw. Köder weggleitet (Absinkphase bzw Einholpause), um dann wieder auf die Perle vor dem Köder aufzuschlagen (beim nächsten Zupfen). Dabei entsteht jedes mal ein Klickgeräusch, wenn das Bullet-Weight auf die Perle schlägt. Dieser Effekt lockt die Räuber an und verleitet sie zum Biss. Sollte das Gegenteil der Fall sein und es verscheut die Fische, dann wechselt zum Carolina Rig, welches sowieso tendenziell unauffälliger ist als das T-Rig, und lasst dort die Perle weg...
Ihr könnt das Rig auch direkt auf Grund führen, so erzeugt das Gewicht jedes mal eine auffällige Staubwolke, wenn es auf den Grund aufschlägt, und lockt die Fische zusätzlich an. Sind die Fische sehr scheu, ist es auch mal einen Versuch wert, das Rig einfach  nur ganz langsam und ruhig über den Grund einzuziehen.

 

Geeignete Gummiköder:

Am Texas-Rig kann jede Sorte von Gummiködern erfolgreich angeboten werden, je nach Aggressivität der Fische sollte zwischen auffälligen Gummis (Shads mit Schaufelschwanz, Creature-Baits) oder unauffälligeren Gummis (Pin-Tails, V-Tails, Worms) gewählt werden.


4. Das Wacky-Rig

Einsatzbereich:

Vertikal oder geworfen auf kurze Distanz, nur am Grund und in Grundnähe zu führen. Auf Egli (Barsch), Alet und Blackbass eine pure Spassmethode.


Montage:
Das Wacky Rig ist einfacher als jedes andere. Es gibt aber zwei Varianten...

Variante 1:
Hierfür braucht ihr nichts weiter als einen kleinen Jigkopf (mit rundem Kopf). Ihr hängt den Jighead nur in den Snap am Vorfach und fertig!
Der entscheidende Unterschied zum Jiggen: Der Gummiwurm (worm) wird nicht sauber wie beim Jiggen auf den Jighaken aufgezogen, sondern nur genau in der Mitte quer aufgespiesst (Siehe Bild unten).

Variante 1 (sehr einfach!)
Variante 1 (sehr einfach!)

Variante 2:

Dafür braucht ihr einen normalen Finessehaken, idealerweise mit grossem Hakenbogen, und ein sogenanntes Wacky-Weight (Ein Gewicht aus Blei oder Wolfram, dünn und einseitig zugespitzt, mit Widerhaken). Ihr steckt das Gewicht auf der dickeren Seite des Gummiwurms hinein und spiesst den Haken im oberen, dünneren Drittel quer durch den Gummiwurm (siehe Bild unten).

Variante 2. Man erkennt unten am Worm das Wacky-Weight, das in den Gummiköder gesteckt wurde. Daneben liegt ein weiteres als Vergleich.
Variante 2. Man erkennt unten am Worm das Wacky-Weight, das in den Gummiköder gesteckt wurde. Daneben liegt ein weiteres als Vergleich.

Führung:

Das Wacky, was übersetzt so viel wie verrückt bedeutet, wird auch so in der Art geführt. D.h. mit zappeligen Bewegungen über den Grund hereingezupft. Bei der Variante 1 liegt der Worm flach am Grund, bei der Variante 2 streckt sich das dünne Ende des Worms vom Grund weg.

 

Geeignete Gummiköder: 

Wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, kommen für das Wacky-Rig klassischerweise längliche Gummiwürmer (Worms) zum Einsatz.


5. Das Neko-Rig

Einsatzbereich:
Vertikal oder auf kurze Distanz geworfen, spannende Finessemethode um erfahrene Barsche (Egli) und Co. zu überlisten. Nur direkt am Grund einzusetzen.


Montage:

Für's Neko-Rig braucht ihr ein Birnenblei, einen normalen Finesse-Haken (idealerweise mit grossem Hakenbogen) und extra für's Neko-Rig erhältliche Draht-Gewinde (eine Art Feder zum in den Gummi drehen, mit einer Schlaufe zur Befestigung des Bleies einerseits und des Hakens andererseits). Wir verwenden das Stonfo Neko Set (z.B. hier erhältlich).

Nun nehmt ihr das Hinterteil des Gummiköders, das am Grund liegen soll, und schraubt dort mithilfe von solch einer Draht-Feder ein Birnenblei rein. Beim Finesse-Fischen genügen Bleie von ca. 3g. Eine zweite Draht-Feder wird dann im oberen Teil des Gummiköder hereingeschraubt, ein Stück Gummischlauch über die Schlaufe gestülpt und der Haken durch die mit dem Schlauch umhüllte Schlaufe gestochen. Nun wird nur noch der Haken in den Snap eingehängt und fertig.


Falls das alles etwas unverständlich war; die Bilder unten sollten Klarheit verschaffen...

Am Hinterende wird das Blei eingeschraubt, am Vorderende der Haken.
Am Hinterende wird das Blei eingeschraubt, am Vorderende der Haken.
So hält der Haken sicher: Gewinde reinschrauben, Gummischlauch darüber, Haken durchstechen...
So hält der Haken sicher: Gewinde reinschrauben, Gummischlauch darüber, Haken durchstechen...

Hier ein Beispiel für einen Krebs am Neko-Rig montiert (Köder auf dem Bild: OSP D'Olive Craw).
Hier ein Beispiel für einen Krebs am Neko-Rig montiert (Köder auf dem Bild: OSP D'Olive Craw).

Führung:

Das Neko wir in kurzen, ruhigen Sprüngen über den Grund geführt. Dabei auch immer wieder Pausen einlegen, in denen kommen oft die Bisse. Ganz gut sieht es aus, wenn ihr mit viel Gefühl nur das Vorderteil mit dem Haken anhebt, sodass das Blei am Hinterteil auf dem Boden bleibt. Das sieht insbesondere bei einem Krebs (Craw) als Köder fast so aus, wie wenn der Krebs seine Scheren drohend anheben würde. Da fällt jeder noch so scheue Räuber drauf herein.


Geeignete Gummiköder:

Ihr ahnt es sicher schon... hier Trumpfen die Creature-Baits! Insbesondere Krebsimitationen und ähnliches sehen am Neko-Rig sehr realistisch aus.