Leichtes Jiggen & Faulenzen (Finesse-Jigging)

Worum geht's?

Jiggen ist schwer einzuordnen, da es keine "Finessemethode" im eigentlichen Sinne ist. Aber irgendwo müssen wir es ja unterbringen. Hier im Unterthema "Finesse" beschränken wir uns deshalb auf das leichte und ultraleichte Jiggen und Faulenzen auf Barsche (Egli), Blackbass und Forellen, so kann es durchaus auch als Finessemethode gewertet werden, da es viel mit Feinfühligkeit zu tun hat. 

 

Das Jiggen mit grösseren Gummis und schwereren Jigs, z.B. auf Zander oder Hecht, hat dann endgültig nichts mehr mit Finesse zu tun.

Auf den Unterschied zwischen "Jiggen" und "Faulenzen" wird weiter unten eingegangen.

Köderwahl / Geeignete Softbaits

Die Köderwahl ist nicht gross anders als für alle anderen Finessetechniken... die Ködergrösse beträgt auch hier etwa 5cm-10cm, also ca. 2'' bis 4'' Gummis. Klassischerweise verwendet man diese Methode zwar hauptsächlich mit Gummifischen (Shads), man kann jedoch auch fast alle anderen Formen von Gummiködern erfolgreich am Jigkopf anbieten, der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, probiert einfach ein wenig aus...

Montage, Hakengrösse und Jig-Gewicht

Die Montage fürs Jiggen oder Faulenzen ist denkbar einfach: Ihr habt einen Jigkopf, spiesst einen Gummiköder darauf auf, und fertig. Dieser Jig wird dann direkt in den Snap am Vorfach eingehängt. Stinger (sogenannte "Angsthaken") sind bei so kleinen Grössen nicht nötig und kommen mehr beim Jiggen mit grösseren, längeren Gummis zum Einsatz.

 

Wichtig ist, dass ihr den Gummiköder schön aufzieht, sodass er sich nicht krümmt und sauber ohne zu verrutschen auf dem Jighaken sitzt. Klassischerweise verwendet man diese Methode mit Gummifischen, man kann jedoch auch fast alle anderen Formen von Gummiködern erfolgreich am Jigkopf anbieten.

 

Das Gewicht vom Bleikopf wird angepasst an die zu befischende Tiefe und die Ködergrösse. Im Finessebereich bewegen wir uns hierbei in Jigkopfgewichten zwischen ca. 1g und 7g.

 

Die Hakengrösse des Jighakens wird an die Ködergrösse angepasst. Grundregel: Der Hakenschenkel sollte ungefähr nach dem ersten Drittel der Körperlänge des Gummis austreten (siehe Bild).

Musterbeispiel: Gummis in verschiedenen Grössen, wie ihr seht ist die Hakengrösse und das Gewicht an die Ködergrösse angepasst und der Jighaken tritt ca. nach dem ersten drittel des Gummiköders aus dem Rücken aus. (Bild Anklicken zum Vergrössern)
Musterbeispiel: Gummis in verschiedenen Grössen, wie ihr seht ist die Hakengrösse und das Gewicht an die Ködergrösse angepasst und der Jighaken tritt ca. nach dem ersten drittel des Gummiköders aus dem Rücken aus. (Bild Anklicken zum Vergrössern)

Führungsweise (geworfen) und der Unterschied zwischen Jiggen und Faulenzen

Das Grundprinzip beim Fischen mit Jigs ist: Den Gewässerboden abklopfen, wobei der Köder am Jigkopf immer wieder vom Grund angehoben wird und dann an gespannter Schnur wieder abgesenkt wird. Diese Absinkphase ist absolut entscheidend, denn meistens kommen da die Bisse, also unbedingt satten Schnurkontakt halten. Wenn die Schnur erschlafft, ist der Köder am Grund ankommend und ihr hebt ihn sofort wieder an, und so weiter.

 

Die Rute wird dabei etwa in einem 10:00 Uhr - 11:00 Uhr Winkel gehalten.

 

Der Unterschied zwischen Faulenzen und Jiggen liegt darin, dass beim Faulenzen diese ganze Bewegung nur aus der Rolle geschieht. Also ein- bis drei schnelle Kurbelumdrehungen, um den Köder anzuheben und an gespannter Schnur absinken zu lassen, dann wieder ein- bis drei Umdrehungen, und so weiter. Der Nachteil ist, dass das ganze unter Wasser etwas monoton aussieht.

Beim Jiggen hingegen wird der Jig aktiv durch einen Ruck mit der Rute vom Grund angehoben und dann wieder absinken gelassen. Der Nachteil bei dieser Variante ist, dass es relativ schwierig ist, in jeder Phase einen satten Kontakt zum Gummi zu behalten. 

Welche Variante besser ist, ist von Situation zu Situation unterschiedlich. Erfahrungsgemäss ist aber im Finessebereich (z.B. beim Fischen auf Barsche (Egli), etc.) das aktive Jiggen meist die bessere Wahl.

Mit fächerartig geworfenen Jigs können ideal die tieferen bzw. grundnahen Bereiche eines unbekannten Gewässers abgesucht werden, wie hier in Schweden.
Mit fächerartig geworfenen Jigs können ideal die tieferen bzw. grundnahen Bereiche eines unbekannten Gewässers abgesucht werden, wie hier in Schweden.

Führungsweise vertikal

Jigs können auch vertikal geführt werden, d.h. direkt senkrecht unter der Rute. Anwendungsbereich ist, wenn die Zielfische eindeutig an einer bestimmten Stelle sind und wir mit dem Boot direkt darüber fahren können, so bleibt der Köder immer in der Nähe der Fische. Aber auch vertikal entlang von Spundwänden, unter Stegen und Häfen, etc. ist immer einen Versuch wert. Ein weiterer typischer Anwendungsbereich zum vertikalen Jiggen ist das Eisfischen (mehr zum Eisfischen hier).

 

Hierbei ist die Führungsweise denkbar einfacher als geworfen: Nur zum Grund sinken lassen und dann immer wieder auf den Grund klopfen lassen. Auch hier immer Schnurkontakt behalten, auch in der Absinkphase! Also nicht einfach lose Schnur geben und fallen lassen, sondern gefühlvoll mit der Rutenspitze mitgehen, möglichst ohne den Jig zu Bremsen.

Die Faulenzermethode entfällt logischerweise beim vertikal Jiggen.

 

Noch anzumerken wäre, dass beim Vertikaljiggen eher selten Shads mit Schaufelschwanz zum Zug kommen, Pintail- und V-tail-Shads machen eine deutlich bessere Figur! Aber auch manche Creature Baits können sehr interessant sein, wenn sie vertikal gejiggt werden.

 

Die wichtigste vertikale Alternative zum vertikalen Jiggen ist das Dropshot-Rig, welches auch in der Infothek beschrieben ist (siehe Finesse Überblick --> Finesse Rigs)

Das Eisfischen ist ein typischer Anwendungsbereich des vertikalen Jiggens
Das Eisfischen ist ein typischer Anwendungsbereich des vertikalen Jiggens

Jigform

Typischerweise gibt es drei bekannteste Formen von Jigköpfen, die sich v.a. in ihrem Verhalten am Gewässergrund unterscheiden:

  • Rund: Der runde Jigkopf ist der Klassiker und universell einsetzbar. Er hat keine besondere Eigenschaft, da der Gummiköder am Jigkopf, einmal am Grund angekommen, in jede Richtung abkippen kann. Unberechenbares Verhalten am Gewässergrund und günstig in der Anschaffung, ideal zum Erkunden unbekannter Gewässer.
    Auch am besten geeignet für den vertikalen Gebrauch!
  • Erie: Der Erie-Jig ist ein Jigkopf mit abgeflachter Unterseite. Die abgeflachte Unterseite bewirkt, dass er am Gewässergrund angekommen fast immer schön absteht und somit den Gummi in die Höhe reckt. So kann er am einfachsten vom Räuber genommen werden --> Ideal für scheue Räuber.
  • Darter-Jig: Nach vorne zugespitzte Jigheads. Die zugespitzte Form bewirkt ein seitliches Ausbrechen, wenn der Jig sehr schnell vom Grund angehoben wird, was wiederum ideal für besonders aggressive Räuber ist.
  • Football: Der Footballjig hat eine eierförmige Verbreiterung der Seiten, was bewirkt, dass er am Grund nur selten seitlich abkippen kann und oft schön absteht. Ähnlich wie beim Erie-Jig ideal für zurückhaltende Räuber, die den Gummi so ohne Aufwand einsaugen können.