Eisdicke?

Woher könnt ihr wissen, ob das Eis dick genug ist, um es zu betreten?

 

  • Im Kanton Bern ist es so, dass nur am Öschinensee regelmässig die Eisdicke kontrolliert wird. Ihr könnt euch bequem zuhause auf der Internetseite der Öschinen-Bergbahnen über die aktuelle Eislage am Öschinensee informieren (Link dazu hier)
  • Zum Engstlen- und Arnensee gibt es hingegen keinerlei Informationen und Messungen der Eisdicke, das Betreten dieser beiden Seen erfolgt also absolut auf euer eigenes Risiko. Geht hier bitte keine Gefahr ein, wenn ihr euch nicht absolut sicher seid.

Welche Gefahren gibt es beim Eisfischen?

Eisfischen ist nicht ungefährlich! Die wichtigsten Gefahren haben wir hier für euch aufgeführt:

  • Eisdicke: Ans Einbrechen ins eiskalte Wasser denkt wohl jeder als Erstes beim Stichwort Gefahren. Eine schreckliche Vorstellung! Einzubrechen endet ohne Hilfe tödlich, denn das kalte Wasser unterkühlt euren Körper innert weniger Minuten und es ist fast unmöglich, sich selbst zu retten. Deshalb nur aufs Eis gehen, wenn ihr absolut 100% sicher seid, dass das Eis euch trägt, und grundsätzlich nie alleine gehen.
    Achtet auch auf grosse Löcher von Eistauchern, diese schneiden mit der Motorsäge nämlich mehrere Meter grosse Löcher ins Eis zum Tauchen. Wenn ihr in sowas hinein fällt, kommt ihr ohne Hilfe nicht mehr raus. Die Löcher werden zwar markiert mit Stangen und Absperrband, aber diese Markierungen können auch mal weggewindet werden oder im Schneegestöber übersehen werden.
  • Lawinen: Die zweite ganz entscheidende Gefahr, die es immer abzuklären gibt und leider oft unterschätzt wird oder vergessen geht. Zur Prävention gilt: Vor jedem Eisfisch-Ausflug das Lawinen-Bulletin abchecken und grundsätzlich vermeiden, unter steilen Hängen zu stehen. Aber eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie.
  • Kälte: Dass es beim Eisfischen kalt ist, sollte ja eigentlich jedem klar sein. Trotzdem gibt es immer wieder Leute, die sich vom herrlich-sonnigen Wetter täuschen lassen und und viel zu wenig schützende Kleider mitnehmen. Wenn es dann plötzlich einen Wetterwechsel, im schlimmsten Fall Schneesturm gibt, droht Unterkühlung!
  • Sonne: Die am häufigsten unterschätzte Gefahr, denn die Sonneneinstrahlung hat wegen den Reflektionen des Schnees eine enorm verstärkte Wirkung. Ohne Sonnenschutz (Sonnencreme) drohen üble Sonnenbrände, schlimmer als am sonnigsten Sommertag. Und noch wichtiger: Immer eine Sonnenbrille oder Skibrille tragen, sonst droht unvermeidlich die Schneeblindheit. Sehr unangenehm und gefährlich, denn man sieht fast nichts mehr, begleitet von Verwirrung, Gleichgewichtsstörungen und Orientierungslosigkeit.


Zusätzliche, individuelle Gefahren für die einzelnen Gewässer sind ausserdem unten in den Beschreibungen der Gewässer aufgeführt...


Die Gewässermöglichkeiten im Kt. Bern

Öschinensee (Bei Kandersteg)

Der Öschinensee ist in der Tat der Klassiker zum Eisfischen, leicht per Bergbahn erreichbar, ohne grosse Anstrengung für jung bis alt. Aber halt auch entsprechend hoch frequentiert, es ist davon abzuraten, in den Eröffnungstagen dort hin zu gehen, sonst bis du einer unter 200 Fischern oder mehr. Tageskarten sind problemlos im Restaurant in der Nähe des Sees erhältlich.

Landschaftlich ist es umwerfend schön, allerdings sorgen die hohen Berge rund um den See leider auch für wenig Sonne, da die Sonne am Anfang der Saison einfach noch nicht hoch genug steht. Das wird aber immer besser je länger die Tage werden und etwa ab mitte Februar könnt ihr dann mit schön viel Sonne rechnen. Die Lawinengefahr ist am Öschinensee im hinteren Bereich recht hoch, da er hinten von steilen Felswänden gesäumt ist, also unbedingt die Lawinensituation abchecken.

Was beim Öschinensee schon fast dazugehört, ist die anschliessende rasante Schlittenfahrt zurück ins Tal, die macht richtig Spass! Also unbedingt den Schlitten mitnehmen :-)

Der Öschinensee liegt beeindruckend eingebettet zwischen hohen, steilen Felswänden.
Der Öschinensee liegt beeindruckend eingebettet zwischen hohen, steilen Felswänden.

Engstlensee (Im Oberhasli, am Fusse des Jochpasses)

Ja es stimmt was viele sagen, früher konnte man von der Berner Seite zum See gelangen, und zwar bis Wagenkehr fahren und ab dort wurde man nach Tel. Absprache mit einem Schneemobil abgeholt. Kostete natürlich was. Doch den Service gibt's mittlerweile schon seit Jahren nicht mehr, aus Naturschutzgründen wurde das verboten. Wenn du wirklich ab Wagenkehr laufen willst, dann musst die top fit sein! Es ist eine sehr anstrengende Schneeschuh-Tour...

Den Engstlensee würden wir deshalb empfehlen via Innerschweizer Seite zu erreichen, d.h. Engelberg bis zum Jochpass und dann auf der anderen Seite wieder runter zum See, das letzte Stück durch den Tiefschnee musst du mit Schneeschuhen zu Fuss bewältigen. Das ganze Prozedere ist etwas mühsam, diverse Male umsteigen von einer Bahn zur anderen, dauernd anstehen, und am Schluss auch noch der Fussmarsch... dabei geht halt viel Zeit verloren, sodass dir auf dem See nicht mehr der ganze Tag bleibt zum Fischen. Und die Bahnen sind sehr teuer! Aber wenn dir deutlich weniger Fischer und ein einmaliges Naturerlebnis den Aufwand wert sind, lohnt es sich allemal!

Ein tolles Gefühl, diesen wunderschönen See so unberührt vor sich zu haben. Doch es ist ein mühsamer Weg bis dahin...
Ein tolles Gefühl, diesen wunderschönen See so unberührt vor sich zu haben. Doch es ist ein mühsamer Weg bis dahin...

Arnensee (Bei Feutersoey, Gstaad)

Der Arnensee ist die Variante für die ganz sportlichen... Nur zu Fuss erreichbar, nach einer anstrengenden Schneeschuhwanderung, die bei normalen Bedingungen je nach Kondition 2.5h - 3h in Anspruch nimmt, hängt natürlich auch von der Menge Neuschnee ab. Fast 600 Höhenmeter müssen überwunden werden durch den Tiefschnee. Also für Sportliche Fischer, die ihre Ruhe suchen sicher eine tolle Sache, denn das machen nur die Wenigsten, aber es ist nicht ungefährlich und wenn man merkt dass es heute keinen Sinn macht, lieber umkehren. 

Die Eindrücke machen die Anstrengung aber allemal wett, die Schneeschuhwanderung durch die tief verschneite Wildnis und der ruhig im Wald eingebettete See sind ein einmaliges Naturerlebnis für Geniesser!

 

Achtung!! Der Arnensee bietet beim Eisfischen einige Gefahren, die nicht zu verachten sind (!):

  • Eine Sache ist uns hier ganz wichtig!! Nicht den normalen Weg nehmen!!! Dort wo die Strasse verläuft, ist es im Winter lebensgefährlich, da geht täglich mehr als eine Lawine runter. Leider erleben wir immer wieder, dass Ahnungslose jedes mal diesen Weg genommen haben, weil sie den Umweg nicht kennen. Es erstaunt, dass noch nie etwas Schlimmes passiert ist, denn wir haben selber noch keinen Tag erlebt, wo dort nichts herunterkam. Also bitte, tut nichts unüberlegtes, man muss den richtigen Weg für den Winter kennen, der ist zwar etwas länger und anstrengender, aber das ist es allemal wert. Er ist weiter oben im tiefen Neuschnee oft nur schwer zu erkennen. 
  • Etwas, was gerne erzählt wird vom Arnensee betreffend Luftlücke unter dem Eis und runterfallen... das stimmt tatsächlich, das haben wir schon erlebt. Ist aber nicht so dramatisch: Der Seespiegel macht permanent leichte Pegelveränderungen durch und meistens passt sich die Eisplatte laufend daran an, sodass man nichts davon spürt. Es kommt nur äusserst selten vor, dass sie bis zum Rand zufriert und wenn sich der Seespiegel dann wieder etwas senkt, kann man schon mal mit der Eisplatte einige cm herunter "fallen", wenn diese Verbindung zum Rand nachgibt und durchbricht, aber dabei gehts wirklich nur um wenige cm. Das fühlt sich etwa so an, wie wenn der Lift oben ankommt, das Gefühl kennt ihr sicher. Mulmiges Gefühl in der Magengegend, aber gefährlich ist das nicht. 
  • Durch die wechselnden Pegelstände ergibt sich eine andere Gefahr, die wichtig zu wissen ist: Logischerweise kann der Randbereich zwischen Ufer und Eisplatte nie wirklich zufrieren, da sich die Position der Eisplatte ja immer wieder ändert. Deshalb ist dieser dünne Randbereich immer nur von einer sehr dünnen Eisschicht bedeckt, was man aber wegen dem Schnee darüber nicht erahnen würde... kommt man vom Rand her, siehts wie ein fliessender Übergang aus. Sehr trügerisch, achtung, da könnt ihr durchbrechen! Deshalb unser Tipp: Für den Schritt auf das feste Eis eine Stelle wählen, wo ihr vom Sommer her wisst, dass es nicht tief ist. Ganz an den Rand vom Ufer stehen, dann einen satten Sprung aufs feste Eis, und ihr seid auf der sicheren Seite. Dieser Randbereich ist normalerweise nicht breiter als ein halber Meter und kann locker übersprungen werden. Sollte es im blödsten Fall doch passieren, habt ihr dank der Wahl des flachen Bereichs höchstens nasse Füsse und könnt nicht tief genug einsinken, dass es gefährlich würde. Klar, der Tag ist zwar gelaufen und die Füsse müssen in die Wärme, aber euch passiert wenigstens nichts Schlimmeres.
  • Es gibt keinen Handy-Empfang dort oben!

Deshalb alles in allem: Zum Arnensee am besten mit jemandem mitgehen, der sich auskennt oder zumindest ganz sicher nicht alleine...! Oder ihr bucht gleich ein Guiding bei uns ;-)

Ein einmaliges Naturerlebnis, kombiniert mit Wintersport. Wer es zum Arnensee schafft, kann stolz auf sich sein, und einen ruhigen Tag in unberührter Winterlandschaft geniessen.
Ein einmaliges Naturerlebnis, kombiniert mit Wintersport. Wer es zum Arnensee schafft, kann stolz auf sich sein, und einen ruhigen Tag in unberührter Winterlandschaft geniessen.

Passendes Guiding

Sehr gerne könnt ihr bei uns ein Guiding buchen und wir zeigen euch das Eisfischen in der Praxis! So lernt ihr es direkt und schnell, ausserdem umgeht ihr unnötige Risiken wenn es euer erstes mal Eisfischen ist. 
Unser Angebot gibt es für den Engstlen- und den Arnensee. Am Öschinensee bieten wir KEIN Guiding an!

Das Angebot findet ihr hier: Guiding Eisfischen