Baitcasting kurz erklärt

Viele möchten sich gerne mal im Baitcasten probieren, trauen sich aber nicht. Zu häufig hört man von Problemen bei dieser Methode. Mit dem richtigen Knowhow, dem richtigen Gerät und etwas Übung lässt sich aber fast jeder Fisch mit einer Baitcastingausrüstung fangen. Dieser Artikel zeigt dir was du beachten und wissen musst, damit der Einstieg gelingt.

Warum zur Baitcaster greifen?

Warum sollte man sich überhaupt eine Baitcast-Ausrüstung anschaffen? Wo sind die Vorteile und wo die Nachteile gegenüber eine Stationär-Ausrüstung?

 

+ Abgesehen davon, dass es einfach nur verdammt cool aussieht am Wasser und vor allem beim Werfen; bieten die Baitcasting Combos auch einige Vorteile. Man hat direkt nach dem Wurf die gespannte Schnur, ohne Schnurbogen und kann direkt mit dem Einholen beginnen, oder die Absinkphase beobachten, z.B im Bach, oder beim Fischen mit Softbaits ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

+ Weiter sind Baitcast Rollen in der Stabilität und damit Langlebigkeit, den Stationärrollen überlegen; vor allem beim Werfen von schweren Ködern ist das offensichtlich.

+ Mit etwas Übung ist eine absolut präzise Präsentation möglich, da der Wurf mit dem Finger fein und genau gestoppt werden kann. Das kann fangentscheidend sein!

 

- Weite Würfe brauchen Übung. Besonders mit leichten Ködern dauert es ein wenig bis das zuverlässig gelingt. Es ist aber mit der richtigen Ausrüstung und Geduld absolut machbar!

- Baitcastrollen haben einen viel spezifischeren Einsatzbereich als Stationärrollen, man kann nicht eine Rolle für alle Ködergewichte haben! Besonders Rollen im tieferen Wurfgewichtsbereich haben eine kurze Range (z.B. Köder von 3-10g Gewicht) die sie gut bedienen können. Deswegen immer vor dem Kauf online schlau machen was die Rolle kann! Z.B hier: Baitcaster Datenbank

- Baitcasten kostet etwas mehr. Insbesondere bei der Rolle sparen lohnt sich definitiv nicht! Besser ein Occasionsmodell einer guten Marke (z. B. Shimano, Daiwa oder AbuGarcia) kaufen als ein Billigprodukt!

 

Technik

Die Rolle muss richtig eingestellt sein, sonst klappt das Werfen nicht. Eine Baitcaster hat drei Bremssysteme:

1. Die Kampfbremse

Hier wird eingestellt wie stark im Drill gebremst wird.

2. Die Achsenbremse

Die Achsenbremse wird so eingestellt, dass der Köder langsam nach unten gleitet, wenn der Freilauf aktiviert ist und wir die Spule loslassen.

3. Die Spulenbremse

Die Spulenbremse auf der rechten Seitenplatte regelt die Verzögerung der Spule beim Wurf. Beim Shimano und Abu sitzt die Fliehkraftbremse direkt und der Spule und wird über die Pins reguliert (siehe Bild unten). Je mehr Pins draussen sind, desto einfacher ist das Werfen; dafür verkleinert sich die Wurfweite. Bei Daiwa (und Megabass Rollen) wird die Magnetbremse über das Rad auf der rechten Seitenplatte wie hier abgebildet geregelt. Das Prinzip ist dasselbe.

 

Wenn Nummer 2 und 3 richtig eingestellt sind, dann sollte das Werfen eigentlich klappen.

 

Bremssysteme:  links Daiwa/Megabass, rechts Shimano/Abu   ______________________________________   Bild: dichtamfisch.de
Bremssysteme: links Daiwa/Megabass, rechts Shimano/Abu ______________________________________ Bild: dichtamfisch.de

(Nicht) Aller Anfang ist schwer

Was musst du beachten dass die Fischerei Spass macht?

 

Beginn am Besten mit schweren Ködern an, z.B. beim Hechtfischen, das macht alles einfacher!

Die Auswahl der richtigen Komponenten ist absolut entscheidend. Die Rute und die Rolle müssen mit ihrem Wurfgewicht und den Ködern zusammen passen. Beim Kauf darauf achten, ob die Rolle ein linkshand, oder rechtshand Modell ist! LH ist in Europa gebräuchlich. Weiter sollte die Übersetzung der Rolle beachtet werden. Die Rolle muss, wie oben erwähnt, natürlich richtig eingestellt werden. Die Rute muss auch eine Baitcast-Rute sein (erkennt man am Triggergriff und der Beringung), es reicht nicht nur eine Rolle zu kaufen). Eine passende Schnur ist ebenfalls wichtig. Am Besten beginnt man mit einer monofilen Schnur, damit lassen sich Vogelnester/Backlashes besser lösen und es ist günstiger... Wenn geflochtene Schnur, dann benutze eine 4x Geflochtene, wie z.B. die Sunline Super PE. Schnur eher etwas dicker wählen, dann geht es einfacher zum Werfen.

 

Der Wurf läuft folgendermassen ab:

1. Mit dem Daumen löst man den Freilauf bei der Spule aus. Dabei hält der Daumen dann auch gleich die Spule fest.

2. Geh mit der Rute zurück und beschleunige dann gleichmässig und lass die Spule im richtigen Moment los. Wirst du ruckartig, dann endet der Wurf mit einem Backlash. Am einfachsten gelingen Seitwärtswürfe.

3. Der Wurf wird mit dem Daumen kontrolliert; dreht die Spule zu schnell wird leicht nachgebremst. Wenn der Köder aufs Wasser trifft wird die Spule sofort komplett gestoppt. Sonst gibts ein Gewirr. :D

 

Nun bist du bereit für die Praxis.

Das Ganze braucht etwas Geduld, nur nicht zu schnell aufgeben. Viel Spass beim Üben!