Pfingstwochenende,  Tirol

Drei Tage im Paradies: Tirol 2014

Das Pfingstwochenende habe ich mit Martin von salmonidenfishing.ch und Roman wieder im Tirol verbracht, wo ich schon letstes Jahr zwei mal war (siehe Juni- und Septemberberichte 2013). Früh morgens am Samstag gings los und nach einer relativ langen Reise kamen wir endlich am Ziel an. Welch ein Eindruck, welche Landschaft! Ich bin jedes mal aufs neue Beeindruckt...

Der wunderschöne Bergsee in seiner ganzen Pracht
Der wunderschöne Bergsee in seiner ganzen Pracht

Doch wie ihr sicher alle bemerkt habt, war das ganze Pfingstwochenende extrem heiss und die Sonne brütete pausenlos. Entsprechend schwierig war die Fischerei. Der Vilsalpsee ist ja grundsätzlich ein sehr schwer zu befischender See, aber diese Verhältnisse machten es noch schwieriger. Beim Spinnfischen hatten wir tagsüber keine Chance, wir mussten uns auf die wertvollen letzten Abendstunden konzentrieren, erst da kamen die Forellen in Jagdlaune.

 

Tagsüber beschäftigten wir uns deshalb mit den Saiblingen. Diese sind wunderhübsch anzusehen, topfit und wild abgewachsen, genau wie die Forellenarten im See auch. Denn der ganze Fischbestand im Vilsalpsee ist auf Naturverlaichung basiert und wir nur durch Sömmerlingsbesatz unterstützt. Die Folge sind wunderschöne, wilde Fische, makellos und kampfstark, aber eben auch launisch und nicht einfach zu fangen. Aber eben, die Saiblinge... wir fingen sehr viele, und alle boten einen tollen Drill, aber alle sind ungefähr in der selben Grössenordnung zwischen 27 und 35cm anzuordnen, leider gelang es uns nicht, einen grösseren zu fangen. Im Folgenden einfach mal ein paar Bilder dazu:


Saiblinge zu zupfen hat was Gemütliches, bei der Hitze eine willkommene Abwechslung...
Saiblinge zu zupfen hat was Gemütliches, bei der Hitze eine willkommene Abwechslung...

 

Am Abend begannen wir dann die Flachwasserzonen mit Wobblern abzuwerfen, und plötzlich hatte ich eine magische halbe Stunde mit vier schönen Forellen, diversen Nachläufern und zwei Aussteigern im Drill, alles auf den DUO Rozante. Zuerst knallte eine 35er und gleich darauf eine tolle 40er Bachforelle auf meinen Wobbler und bot einen spannenden Drill, gleich beim nächsten Wurf folgte eine fast 40er Regenbogenforelle und bald darauf noch eine! Selbst die Regenbogenforellen im Vilsalpsee sind wild abgewachsen und topfit, nicht zu vergleichen mit den Zuchtfischen in unseren Bergseen... doch seht selbst...

35er Bachforelle, die wieder schwimmt...
35er Bachforelle, die wieder schwimmt...
auf ein Wiedersehen :-)
auf ein Wiedersehen :-)
Makellose, 40cm grosse Bachforelle
Makellose, 40cm grosse Bachforelle
Auch diese schöne Regenbogenforelle konnte dem Rozante nicht widerstehen
Auch diese schöne Regenbogenforelle konnte dem Rozante nicht widerstehen
... und gleich noch eine. Seht euch diese Flossen an! Das sind wild abgewachsene Fische, sowas findet man in unseren Gewässern nicht :-(
... und gleich noch eine. Seht euch diese Flossen an! Das sind wild abgewachsene Fische, sowas findet man in unseren Gewässern nicht :-(

Danach war der Spuk vorbei und wir beendeten den ersten Fischertag.

 

Am Abend bezogen wir unsere Pension in Tannheim. Ich möchte an dieser Stelle die Pension Wankmiller loben, die ich nun schon zum dritten mal besucht habe, aus gutem Grund! Schön gepflegte Zimmer, mit Dusche und Bad, nur ca.30€ inkl. tadellosem Frühstück! So kann man als Fischer wirklich günstig übernachten, und doch fehlt es einem an nichts.

 

Tags darauf habe ich im Voraus eine Tageskarte für einen Bach im Tannheimer Tal organisiert. Eine Fly-only-Strecke mit hervorragendem Bestand. Während Martin und Roman wieder zum See hoch gingen, schnappte ich mir also meine Fliegenrute und verbrachte den Pfingstsonntag an einem der traumhaftesten Bäche, die ich je befischt habe. Eine sensationelle Trockenfliegenfischerei bot dieser Bach, und selbst mit grossen Fischen war jederzeit zu rechnen. Ich fing sehr gut, locker 15 Forellen, und kaum eine unter 30cm! Und das trotz der extremen Hitze. Aber lassen wir die Bilder sprechen...

Traumhaftschöne Spots...
Traumhaftschöne Spots...
Auf ein Wiedersehen :-)
Auf ein Wiedersehen :-)
35er!
35er!
36er :-)
36er :-)

 

Doch den besten Fang habe ich euch vorenthalten: Als ich mich einem Pool näherte, sah ich eine Forelle steigen, bei der mir fast der Atem stockte. So habe ich noch nie einen Fisch steigen sehen, es war wie in den schönen Fliegenfischer-Filmen: Ganz ruhig sieht man zuerst den Kopf und dann in einer perfekt runden Bewegung die Rückenflosse und schliesslich die Schwanzflosse, alles fast wie im Zeitlupentempo. Ich wusste sofort, dass war eine grosse! Und was für eine! Und die sind schlau, das wusste ich auch, ich hatte nur eine Chance, dieser Wurf, diese Präsentation musste perfekt sein, jetzt durfte ich keinen Fehler machen. Ich nahm mir Zeit für den perfekten Wurf, und die Präsentation kam tatsächlich perfekt, doch dann der Schock: Eine kleine Forelle war schneller und schnappte sich die Trockene, der darauf folgende Radau wegen dem Drill war unvermeidlich, die grosse Forelle natürlich verscheucht. Enttäuscht setzte ich mich hin, beobachtete den Pool und ass mein Picnic. Doch plötzlich, nach einer Viertelstunde, war die Grosse wieder an ihren Platz zurückgekehrt und bald darauf fing sie auch wieder regelmässig an zu steigen. Ich konnte mein Glück kaum fassen, ich bekam eine zweite Chance! Ich montierte meine schönste Fliege, eine selbstgebundene CDC Spent, und wieder gelang mir eine perfekte Präsentation... und diesesmal erhob sich tatsächlich der dunkle Rücken gemächlich aus dem Wasser, instinktiv schlug ich an, yesssss, die hing!

Dann ging die Post ab. Am #4-Fliegenrütchen bot sie mir einen unvergesslichen Drill, ich war oft nahe dran, sie zu verlieren. Mit einem 0.14er Vorfach durfte ich nichts riskieren und konnte mit der feinen Rute auch kaum entgegenhalten. Sie ging voll in die Bremse mit der ersten Flucht, fast bis aufs Backing, um auf gleich darauf wieder auf mich zu zu schiessen, gefolgt von spektakülären Luftsprüngen und Versuchen, ins Gebüsch am Ufer zu fliehen. Doch irgendwann war sie endlich müde und ich stiess einen Freudenschrei aus, als der schöne Fisch im Netz zappelte, mit 40cm mein grösster wilder Fisch bisher auf die Trockenfliege!

Was für ein Fang!
Was für ein Fang!
Yessss :-)
Yessss :-)

Es machte mich überglücklich, zu sehen wie sie nach dem kurzen Fotoshooting mit einem kräftigen Schwall wieder in die Tiefe des Pools verschwand. Wer weiss, vieleicht sehen wir uns nächstes Jahr wieder... ;-)

 

Währenddessen waren meine Kumpanen auch nicht untätig, dieses mal hat Martin das Glück gepachtet und konnte in den verheissungsvollen Abendstunden beim Spinnfischen nach einer weiteren Regenbogenforelle auch noch eine tolle Bachforelle überlisten, auch 40cm, genau wie meine vom ersten Tag, petri Martin!

Martin mit Refo vom Sonntag...
Martin mit Refo vom Sonntag...
...und dann erwischte er auch noch diese prächtige Bachforelle. Petri!
...und dann erwischte er auch noch diese prächtige Bachforelle. Petri!

 

Den letzten Tag verbrachten wir, jetzt wieder zu dritt, noch einmal auf dem See. Der Ablauf ist schnell erzählt: Zuerst durch den Tag die brütende Hitze mit Saiblingspimpern überstehen...

seht euch diese Farben an!
seht euch diese Farben an!
Seht euch die krumme Rute an, die Saiblinge machen ganz schön Dampf, tolle Kämpfer für die Grösse!
Seht euch die krumme Rute an, die Saiblinge machen ganz schön Dampf, tolle Kämpfer für die Grösse!

... um dann am Abend wieder zu Spinnfischen mit der Hoffnung auf weitere schöne Raub-Forellen. Doch dieses Mal war ich nicht vom Glück beseelt, hatte nur einige Nachläufer und zwei Aussteiger. Dafür konnte Martin noch eine weitere schöne Regenbogenforelle und diese wunderschöne, wenn auch noch zu kleine 42er Seeforelle verhaften:

Martins Regenbogenforelle bot wie die anderen auch einen tollen Drill...
Martins Regenbogenforelle bot wie die anderen auch einen tollen Drill...
petri Martin!
petri Martin!

 

Und dann gings leider auch schon wieder heim :-( Das solch schöne Ausflüge auch immer so schnell vorbei gehen müssen :-(

Eins ist sicher, das Tannheimer Tal sah mich nicht zum letzten Mal!

 

Noch ein paar Worte zum Thema C&R, was ja in diesem Bericht eindeutig zu erkennen ist: Catch and Release ist in Österreich nicht nur legal, sondern sogar höchst erwünscht, bevor uns jetzt wieder diverse Leute schreiben, dass C&R verboten sei! Aber reines C&R ist meiner Meinung nach ebenso pervers, wie jeden Fisch abzuschagen, deshalb gebe ich auch ehrlich zu, dass ich die drei schönsten Forellen vom ersten Tag mit nach Hause nahm und sie mir ein tolles Abendessen bereiten werden...! ;-)

 

Gruss und petri

Nicola