Sonntag, 3. Juni, ausserkantonales Gewässer

Projekt big trout n' fly

Am Sonntag traf ich mich mit Jan (vom Youtube-Channel "finesse fishing") zum Fliegenfischen. Ziel war, mal etwas Neues zu probieren als nur die filigrane Fliegenfischerei an kleinen Gebirgsgewässern. Wir wollten an einem grösseren Bach, schon eher Fluss, mit Streamer und schwererem Gerät auf Bachforellen fischen. Bisher kannte ich die Fliegenfischerei mit Streamer am Fluss nur vom Ausland (z.B. Island oder Österreich), habe das aber in der Schweiz noch nie probiert.

 

Wir hofften auf trübes Wasser und bewölktes Wetter, ideale Bedingungen für aggressive Raubforellen. Doch leider haben uns die Wetterprognosen verarscht und wir erwischten stattdessen den wärmsten Tag des Jahres bisher. Der Wasserstand war sehr tief, das Wasser klar und die Sonne brannte gnadenlos auf uns herunter. Ziemlich schlechte Bedingungen! Und wirklich, lange Zeit brachten wir keinen Biss zustande. Und das auf einer Strecke, wo es bisher mit dem Wobbler immer sehr gut war, und unsere Streamer zuckten ähnlich verführerisch durchs Wasser, daran konnte es nicht liegen.

 

Schliesslich war Jan's Rute endlich krumm, der erste Biss! Doch dann mussten wir lachen, als wir erkannten, dass es ein Bachsaibling war. Noch dazu einer, der offensichtlich aus einer Zucht kommt, mit zerfranster Schwanzflosse... komisch, wird wohl irgendwo einer Zucht entwischt sein. Da solch ein ortsfremder Zucht-Fisch in einem Fluss voller wilder Forellen nichts zu suchen hat, wurde er natürlich entnommen.

Wir gaben danach das Streamern vorübergehend auf, bei diesen Bedingungen bringt das einfach nichts. Wir wechselten zu einer leichteren Fliegenfischerei mit Nymphe und Trockenfliege, und das war die richtige Entscheidung! Innert kurzer Zeit konnte ich diverse Forellen überlisten auf Nymphe, darunter drei in der ü35er Kategorie! Geil, läuft doch noch was! Nach der Trockenfliege wollte leider nur die Kinderstube steigen, doch die Nymphe lief super. 

Jedoch hielt auch diese Phase nur kurz. Den ganzen Nachmittag über ging dann endgültig gar nichts mehr. Es war brütend heiss, die Forellen verzogen sich und dachten nicht mehr ans Fressen. Ich litt unter übelstem Heuschnupfen, die umliegenden Wiesengräser freuten sich über die Hitze und gaben alle Pollen her, die sie loswerden konnten. Wir hatten zu wenig zu Trinken dabei und wurden spürbar unkonzentrierter. Wir freuten uns nur noch auf den Abend, dass es endlich kühler wird und die Forellen nochmals in Jagdlaune kommen.

 

Nach einem Glace und der rettenden Flasche kaltem Wasser war die Motivation endlich wieder da! Wir waren wieder konzentriert bei der Sache und und zeitgleich verschwand die Sonne langsam hinter aufziehenden Regenwolken. Ein Segen! Zurück zum Streamern gewechselt und nochmal richtig fischen! Wir bekamen nun mehr Fischkontakte innert weniger Minuten, als zuvor am ganzen Tag zusammen. Doch soviele Forellen auch hervor schossen auf unsere Streamer, es wollte einfach keine hängen bleiben! Es war zum Verzweifeln! Aber immerhin lief was und schon nur das Zuschauen bei den Attacken war ziemlich cool.

 

Bis wir schliesslich am Abend kurz vor dem Eindunkeln doch noch so richtig belohnt wurden. Zuerst knallte bei mir eine tolle Forelle auf den schwarzen Wolly Bugger...

Und nur kurz darauf, im gleichen Spot, durfte ich Jan nach packendem Drill die grösste Bachforelle des Tages feumern. Was für ein geiler Fang mit der Fliegenrute! sowas haben wir uns erwünscht! Die hat nur knapp die 45er Marke verfehlt, Petri Jan!

DER Fisch des Tages, yesss!
DER Fisch des Tages, yesss!

 

Irgendwann beendeten wir den schönen, aber anstrengenden Tagesausflug und nahmen eine lange Heimfahrt auf uns. Was für ein erfolgreicher Tag, insbesondere dafür, dass wir zum ersten mal so gefischt haben an dem Gewässer. Das wird auf jeden Fall wiederholt, einfach wenns nicht mehr so heiss ist!

 

Lg und petri

Nicola


5.& 6. Juni, Aare

Endlich hatts mal wieder geklappt!

In der letzten Zeit war ich vermehrt, unter anderem aus Zeitgründen, an der Aare unterwegs und habe gezielt mit grossen Köder auf grosse Flussforellen gefischt. Mein Material besteht dabei aus einer MH Rute (10-30g Wurfgewicht), eine Daiwa SS SV Casting-Rolle und geflochtene Schnur. Als Köder verwende ich ca. 12cm Wobbler die aggressiv getwicht werden. Das ganze braucht Geduld aber kann belohnt werden. Oft schnappen auch kleine Forellen nach den grossen Wobblern. Viele Fischer fischen meiner Meinung nach zu klein, dabei kann das helfen kleine Fische möglichst zu vermeiden.

Die erste Forelle die Biss war eine eher kleinere Forelle welche unter dem unterspülten Ufer lauerte. Diese durfte nach dem Foto natürlich sofort zurück ins Wasser.

Am nächsten Abend war das Wetter mal richtig verschi****, aber die Aare kam trotzdem schön. Deshalb zog ich mein Regenzeug an und ging runter an die Aare. Diese kam schön trüb und nach einem Aussteiger und einem Fehlbiss kam ging dann auf einmal ein richtiger Ruck durch die Rute. EIne gute Forelle hatte sich mitten in der Strömung den 120er Duo Realis geschnappt und wehrte sich kräftig. Die Forelle zog richtig Schnur von der Rolle, konnte aber schlussendlich doch nicht entkommen. Zum Glück! In der letzten Zeit hatte ich bereits einige gute Fische im Drill verloren.

Die Bilder sind nicht ganz perfekt, das ist aber auch kein Wunder bei dem strömenden Regen...

Bei jedem Wetter ans Wasser, es kann sich lohnen!

 

Petrigruss

Ändu