29.11.17

Forschung am Walensee

Weil ich im November nicht so häufig ans Wasser kam und dann auch nicht wirklich den erwünschten Erfolg hatte entschied ich mich mal einen Fangbericht der anderen Art zu machen.

Gestern war ich bei Probebefischungen der Eawag im Walensee dabei um die Diversität der Felchen zu untersuchen. Früher gabs dort drei Felchenarten, heute sinds noch 2. Wir unterscheiden den grösseren Felchen/Grunder (Coregonus Duplex) und das kleinere Albeli (Coregonus heglingus). Früher war noch der "Schweber" im See vorhanden. Die Arte unterscheiden sich sowohl im Fressverhalten (ufernah vs. Freiwasser) was man an den Kiemenreusendornen erkennen kann, sowohl als auch an den Laichplätzen. Die Tiefe variert stark zwischen verschiedenen Felchenarten.

oben das Albeli, unter der Felchen (Grunder)
oben das Albeli, unter der Felchen (Grunder)

Wie schon erwähnt haben wir vor kurzem Probefischungen gemacht. Dazu haben wir mehrere Netze gesetzt, diese sind dabei über Tiefen von 140m! - 2m verteilt, dass man alle Habitate abgedeckt hat.

Raus auf den kalten und tiefen Walensee
Raus auf den kalten und tiefen Walensee
Das Wetter war nicht gerade angenehm, den ganzen Tag Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, dazu Regen. Da ging nichts ohne Gummizeug...
Das Wetter war nicht gerade angenehm, den ganzen Tag Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, dazu Regen. Da ging nichts ohne Gummizeug...

Dann gings ans Einholen der Netze. Dabei lernt man sehr viel über die Verteilung der FIsche im See während der Jahreszeiten. Währen im Flachen die laichreifen Felchen (Grunder) gefangen wurden, stehen die Albeli sehr tief. Am meisten fingen wir an diesem Tag auf 60m Tiefe. Dort hatten wir als Beifang auch Egli und Trüschen im Netz. Die meisten Barsche und Weissfischen gabs dann aber auf rund 30m. Wer also im Moment zu flach fischt muss sich nicht wundern, dass nichts läuft. ;)

All die Fische wurden dannach sauber vermessen und diverse Proben wurden genommen.

 

Eine Felche, 2 Egli, eine Trüsche und ein Hasli. Alles gefangen auf 60m
Eine Felche, 2 Egli, eine Trüsche und ein Hasli. Alles gefangen auf 60m

Die Ergebnisse der Befischung werden nun in den nächsten Monaten analysiert und ausgewertet. Gut Ding muss Weile haben. Evolution erkennt man nicht einfach so auf den ersten Blick. Dazu braucht es morphologische, chemische und genetische Analysen.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag anregen mehr über die Ökologie der Fische nachzudenken. Das macht häufig auch den guten Angler aus. Man muss nicht immer auf Social Media fragen wo die Fische gerade beissen, darauf kann man auch selber kommen. Man muss halt mal eine Strategie aufstellen und einen Versuch wagen, dann ist die Freude über den Fang erst noch grösser.

 

Tight lines

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