Sonntag, 26. März, Berner Oberland

Super Nachmittag im Berner Oberland

Eigentlich wollte ich mir ja den ganzen Sonntag Zeit nehmen, um neue Strecken im Berner Oberland zu entdecken. Leider habe ich total verschlafen, muss wohl an der Zeitumstellung gelegen haben, und war schliesslich erst am Nachmittag am Wasser. Spontan gesellte sich nach kurzer Zeit auch Löru dazu und gemeinsam pirschten wir dem schönen Gewässer entlang, welches sich in perfekter Wasserfarbe präsentierte.

Ich suchte mit Gummiködern am leichten Jigkopf die tieferen Spots ab und Löru suchte die Bachforellen mit dem Wobbler in den offeneren Spots. Das vorankommen an dieser Gewässer war nicht einfach, dafür wurden wir mit viel Fischkontakt belohnt...

Diese knappe 30er Bafo konnte dem Keitech Easy Shiner am Jigkopf nicht widerstehen. Auch wenn man Fische dieser Grösse theoretisch bereits mitnehmen dürfte... so einer ist meiner Meinung nach einfach noch zu klein und gehört wieder rein!
Diese knappe 30er Bafo konnte dem Keitech Easy Shiner am Jigkopf nicht widerstehen. Auch wenn man Fische dieser Grösse theoretisch bereits mitnehmen dürfte... so einer ist meiner Meinung nach einfach noch zu klein und gehört wieder rein!
Stellt euch vor, selbst ein Fisch dieser Grösse wäre bei uns schon massig! :-( Sowas ist doch nur noch traurig, mein lieber Kanton Bern, da muss sich endlich etwas ändern!!! Sorry aber das muss auch mal gesagt sein...
Stellt euch vor, selbst ein Fisch dieser Grösse wäre bei uns schon massig! :-( Sowas ist doch nur noch traurig, mein lieber Kanton Bern, da muss sich endlich etwas ändern!!! Sorry aber das muss auch mal gesagt sein...

So ging es den ganzen Nachmittag weiter, immer wieder Fischkontakt, auch mit grösseren Bachforellen, aber nur die kleineren blieben hängen.

 

Es wurde schon bald dunkel und wir wechselten für die letzte Stunde weiter flussabwärts. Wir fanden uns nun an einem deutlich breiteren Bach vor, tiefer und schnell fliessend. Normalerweise empfehle ich ja, in Fliessgewässern Wobbler mit Einzelhaken zu verwenden, um die kleinen Forellen zu schonen. Hier jedoch musste ich auf einen grösseren Ryuki Wobbler mit Drillingen wechseln, um überhaupt vernünftig auf Tiefe zu kommen gegen die harte Strömung. Eine gute Entscheidung, denn kurz darauf wurde ein präziser Wurf an die andere Uferseite mit einem hammer Biss belohnt! Ich stand mitten in der Strömung, entsprechend spannend gestaltete sich der Drill am leichten Gerät, doch schliesslich konnte ich die schöne Bachforelle feumern! Was für ein toller Abschluss eines super Nachmittags!

Wunderschöne, grosse Oberländer Bachforelle... es gibt sie noch! Ich hätte dieses ökologisch wertvolle Tier gerne wieder schwimmen lassen, doch sie hatte den Wobbler voll geschluckt. Dafür freue ich mich jetzt auf den Gaumenschmaus! :-)
Wunderschöne, grosse Oberländer Bachforelle... es gibt sie noch! Ich hätte dieses ökologisch wertvolle Tier gerne wieder schwimmen lassen, doch sie hatte den Wobbler voll geschluckt. Dafür freue ich mich jetzt auf den Gaumenschmaus! :-)

Liebe Grüsse und petri

Nicola

 

PS: Ein kleiner Nachtrag von mir:

Diese Forelle ist wieder ein Beweis dafür, dass Bachforellen auch in kalten, nährstoffarmen Bergbächen und -Flüssen durchaus gross werden können. Das Standart-Argument für die lächerlich kleinen Schonmasse im Kt. Bern – "sie wachse äbä nüm" – ist quatsch und es ist beschämend, dass selbst von offizieller Seite im Kanton diese veraltete Denkweise immer noch so gefestigt ist. Von einer Vielzahl der Berner Fischer ganz zu schweigen... 

Die einzige Hoffnung für die Fischbestände im Kanton Bern wären höhere Schonmasse, kombiniert mit reduzierten Tages- und Jahresfangmengen! Ich gebe alles, mit dieser Homepage für eine modernere, nachhaltigere Fischerei zu mobilisieren. Aber ich und meine Berichte alleine reichen nicht aus! Wenn wir für die Zukunft eine funktionierende Naturverlaichung und weniger Besatzmassnahmen wollen, und wenn solche Fänge nicht ein sehr seltener Glücksfang bleiben sollen, dann müsst auch ihr den Mund aufmachen. Danke!


Sonntag, 19. März, Guiding Spinnfischen am Bach/Fluss

Es bissen nur die Grossen

Es ist nun schon einige Jahre her, seit ich zuletzt für Simon ein Guiding zum Spinnfischen auf Bachforellen geben durfte. Damals zeigte ich ihm das Spinnfischen mit Wobblern und es war ein äusserst erfolgreicher Tag (siehe Juliberichte 2014). Jetzt, drei Jahre später, hat er mich wieder kontaktiert und gefragt, ob wir das Selbe noch einmal mit modernen Methoden mit Gummiködern wiederholen können. Klar doch, sehr gerne!

 

Gesagt, getan, trafen wir am Sonntagmorgen an diesem wunderschönen Jurafluss ein und der Wasserstand liess auf einen guten Tag hoffen. Wir starteten wie abgemacht mit diversen Techniken mit Gummiködern. Wir suchten uns hierfür eine langsam fliessende, tiefe Strecke am Fluss heraus, die für diese Techniken wie geschaffen ist... doch die Bachforellen zeigten gar kein Interesse an unseren Jigs und Carolina Rigs, oder waren gar keine da? Sind sie vielleicht trotz der frühen Jahreszeit bereits in den schneller fliessenden Bereichen?

 

Versuchsweise wurden trotz dem erklärten Tagesziel, Bachforellen mit Gummiködern zu fangen, die Ryuki Wobbler ans Vorfach gehängt und die Stelle gewechselt. Und tatsächlich, nach wenigen Würfen hatte ich die erste Forelle im Drill, und gleich eine Schöne!

Diese Bachforelle konnte dem Ryuki 70s in der Farbe Natural Yamame nicht widerstehen... sie durfte mich fürs Abendessen nach Hause begleiten.
Diese Bachforelle konnte dem Ryuki 70s in der Farbe Natural Yamame nicht widerstehen... sie durfte mich fürs Abendessen nach Hause begleiten.

Also blieben wir halt beim Wobblerfischen, so wurde eben eine Art Wiederholungskurs draus ;-)

 

Es wurde ein richtig erfolgreicher Tag, an dem wir zwar nur sehr selten einen Biss hatten, aber wenn, dann war es immer gleich eine richtig grosse Forelle. So kann man es sich nur wünschen!

Es ist nicht nur erlaubt, sondern auch sehr zu empfehlen, solch wertvolle Laichtiere wie dieses hier zu schonen und sorgfältig zu releasen.
Es ist nicht nur erlaubt, sondern auch sehr zu empfehlen, solch wertvolle Laichtiere wie dieses hier zu schonen und sorgfältig zu releasen.

 

Leider hatte Simon etwas gar viel Pech, er hat aber souverän alle Rückschläge gut weggesteckt und es mit Humor genommen... nicht nur, dass bei ihm leider die Forellen immer nur dem Köder hinter schwammen oder sich im Drill befreien konnten, nein. Zu allem Überfluss brach auch noch seine Rute in einem unglücklichen Moment :-(  Doch glücklicherweise habe ich eine Ersatzrute mitgenommen und so konnten wir weiterfischen und er konnte den Tag doch auch noch mit einer Bachforelle abschliessen!

Alles in Allem ein spannender, unterhaltsamer Tag mit wenigen, aber sehr schönen Forellen. Ein super Start in die neue Saison.

 

Vielen Dank an Simon für den super Ausflug!

 

Liebe Grüsse und Petri allen!

Nicola


Donnerstag, 16. März, Bachforelleneröffnung Kt. Bern

Bachforellen Saisoneröffnung

Das lange Warten hatte endlich ein Ende, ich war schon fast verrückt geworden in der Zwischenzeit. Der 16. März, ein fast schon heiliger Tag unter Berner Fischern, jetzt dürfen wir wieder!

 

Ich wusste, dass ich gegen Mittag auf der Arbeit sein muss und nicht den ganzen Tag Zeit habe. Deshalb wollte ich wenigstens am Morgen noch jede Sekunde ausnutzen und geniessen. Ich begann an der Aare, Punkt 6:00 stand ich am Wasser mit meiner Baitcaster-Combo. Es war noch dunkel, als mein Ryuki 70s zum ersten mal die Wasseroberfläche berührte und schon knallte es! Bämmm, schöne Eröffnungs-Flussforelle, so darf es weiter gehen!

Danach ging aber fast nichts mehr und es hatte immer mehr Fischer am Wasser, bis es mir zu viel wurde. Ich ging zurück zum Auto und flüchtete ins sonnige Berner Oberland, weg vom ganzen Trubel. Bei traumhaftem Wetter genoss ich die Sonne im Gesicht und das Plätschern des Wassers, zuerst an der Simme, danach an einem kleineren Bergbach. Es lief auch hier noch fast nichts, aber ich genoss trotzdem jede Minute. Die eine oder andere Bergbachforelle verliebte sich schon noch in meine Finesse Gummifische, aber einen nennenswerten Fang gab es nicht mehr...

Bergbach Forelle im Drill am feinen Gerät...
Bergbach Forelle im Drill am feinen Gerät...

 

Schliesslich musste ich den Tag beenden und fuhr zufrieden und frisch gestärkt zur Arbeit. Nichts tut besser als einen tollen Morgen am Wasser zu verbringen!

 

Liebe Grüsse und tight lines!

Nicola


Sonntag, 12. März, Thunersee

Ein Sonntagsfang! Und was für einer!

Am späteren Sonntagnachmittag ging ich mit Räffu spontan noch ein paar Stunden Seeforellenfischen. Bei schönstem Wetter und absoluter Windstille war der Thunersee spiegelglatt wie ein Ententeich, sehr demotivierende Bedingungen zum Werfen vom Ufer aus. Also weiter an den Brienzersee. Dort war es nicht besser, aber wenigstens war das Wasser nicht ganz so klar wie das des Thunersees. Bis die Sone unter ging, warfen wir wie immer vergebens unsere Wobbler an den Horizont, immer und immer wieder. Auch diese Saison waren wir bisher noch erfolglos, wie schon seit Jahren an den Oberländer Seen. Aber irgendwann muss ja mal die silberblanke Belohnung erfolgen, so wie bei Ändu, der hat es ja auch schon zwei mal geschafft.

Wir gaben noch nicht ganz auf und machten auf der Heimfahrt nochmal kurz Halt am Thunersee. Es war schon fast dunkel, schöne Dämmerungsstimmung, da könnte noch was gehen...

 

Und dann, ganz plötzlich, passierte es. Räffu schrie, Fisch! Und es war sofort klar, ein grosser!! Ich liess alles stehen und rannte zum Geschehen. Tatsächlich hing ein Kaliber von einem silbernen Alpenlachs am anderen Ende seiner Schnur und forderte ihm und der eben neu eingeweihten Combo alles ab. Mehrere Sprünge und kraftvolle Fluchten liessen mich sogar als Zuschauer zittern, ich mag mir gar nicht denken, wie es ihm erging. Schliesslich gab die Seeforelle den Kampf auf und ich konnte das mächtige Tier feumern. Ein Augenblick, der nicht nur ihm einen erleichterten Schrei entlockte. Stolze 71.5cm pures Silber zeigte das Massband an.

Was für ein traumhafter Fang! Ganz grosses Petri von meiner Seite, einfach nur geil!!!
Was für ein traumhafter Fang! Ganz grosses Petri von meiner Seite, einfach nur geil!!!
Mit diesem 14cm grossen DUO Tideminnow wurde die Seefo überlistet... grosse Köder, grosse Fische?
Mit diesem 14cm grossen DUO Tideminnow wurde die Seefo überlistet... grosse Köder, grosse Fische?

Das ist genau dieser eine Moment, wofür all die verrückten Seeforellen Uferfischer über Tage, Wochen, ja sogar Jahre mehr oder weniger erfolglos am Wasser stehen. Auch Räffu ging es nicht anders und er hat diesen Fisch sowas von verdient, ich habe mich extrem mit ihm gefreut!

 

Irgendwann bin auch ich an der Reihe, da bin ich überzeugt. Jetzt freue ich mich aber erstmal nur noch auf die nahende Bachforelleneröffnung, ich drehe schon fast durch bis es endlich los geht ;-)

 

Liebe Grüsse und allen viel Erfolg und schöne Tage am Wasser!

Nicola