Sonntag, 19. Februar, Eisfisch-Guiding am Engstlensee

Engstlensee again

Eine Woche später stand wieder ein Guiding an. Eigentlich wäre es für den Arnensee geplant gewesen. Aber wegen den enorm warmen Temperaturen wechselten wir sicherheitshalber auf den Engstlensee, wo die Eisdicke noch völlig unbedenklich ist.

Nachdem wir uns im chaotischen, von Skitouristen überfüllten Engelberg gefunden haben, ging es mit meinen Gästen Christina und Stefan los in Richtung Engstlensee. Auch an diesem Sonntag hätten wir uns wieder kein besseres Wetter wünschen können!

Erneutes Wetterglück, einfach traumhaft!
Erneutes Wetterglück, einfach traumhaft!

Am Spot angekommen, erklärte ich ihnen die Eisfischerei mit aktiv geführten Kunstködern, nachdem wie immer zuerst die passiven Ruten in Position gebracht wurden. Allerdings war es am Morgen noch bitterkalt, bis uns endlich die Sonne erreichte. Ausser ein, zwei Fehlbissen waren wir mehr mit den ständig entstehenden Eisperlen an der Schnur und den dauernd zufrierenden Löchern beschäftigt, als mit dem Fischen. Da nicht viel los war, wechselten wir den Spot und erreichten diesen zusammen mit der Sonne. Ein herrliches Gefühl, das einen tief von innen heraus wärmt. 

Es dauerte nicht lange, bis Stefan am neuen Spot auf den Trago Vib eine schön gezeichnete Regenbogenforelle überlisten konnte, super, petri!

Stefan mit seinem ersten Fisch aus einem Eisloch
Stefan mit seinem ersten Fisch aus einem Eisloch

Leider verpassten die beiden danach weitere Attacken auf die Kunstköder und an den passiven Ruten in den tieferen Zonen bis lediglich ein einziger Mini-Saibling. Sodass diese Regenbogenforelle bis zum Mittagessen der einzige nennenswerte Fisch blieb. Zeit also für das Fondue, das schon fast zur Tradition wird...

Eine doppelte Premiere für Christina und Stefan, das erste mal Eisfischen und das erste Fondue im Schnee :)
Eine doppelte Premiere für Christina und Stefan, das erste mal Eisfischen und das erste Fondue im Schnee :)

Fischereilich lief leider sehr wenig und wenn mal ein Biss erfolgte, hatten die beiden Pech. Zum beispiel bemerkte ich nach dem Essen, dass schon seit längerem offenbar ein Fisch an der passiven Rute hängt. Ich setzte den Anhieb, merkte gleich, das ist ein besserer, und übergab Christina die Rute. Doch da konnte sich der Fisch bereits wieder befreien.

Sie blieben bis zum Schluss konzentriert und motiviert bei der Sache, doch die Fische wollten einfach nicht so richtig. Schliesslich blieb es bei der einen Forelle, unserem Ehrenfisch :)

 

Unter der mittlerweile schon richtig stark gewordenen Nachmittagssonne mussten wir den Rückmarsch antreten...

Das Wetter hätten wir uns wirklich nicht besser aussuchen können!
Das Wetter hätten wir uns wirklich nicht besser aussuchen können!

Auch wenn es dieses mal rein von den Fängen her betrachtet nicht der erfolgreichste Ausflug war, so hat mir der Tag trotzdem viel Spass gemacht bei Traumwetter und sympathischen Gästen. Ich glaube, auch ihnen hat es trotz mageren Fängen sehr gut gefallen. Zurück im Tal war eine heitere Stimmung im Apres-Ski, wo wir auch noch kurz vorbei schauten und bei kalten Getränken den Tag abschlossen.

 

Vielen dank an meine beiden Gäste, liebe Grüsse und petri!

Nicola


Sonntag, 12. Februar, Eisfisch-Guiding am Engstlensee

Traumwetter und schöne Fänge

Am Sonntag stand wieder ein Guiding an, des erste mal in dieser Saison auf dem Engstlensee. In Engelberg durfte ich meine Gäste Fabrizio und Gerhard begrüssen, dann ging es von Bergbahn zu Bergbahn langsam in Richtung Engstlensee. Am Schluss stand nur ein kurzer Fussmarsch mit den Schneeschuhen an und schon standen wir auf dem Eis. Für die beiden war es das erste mal Eisfischen, wir hatten Glück und uns einen traumhaft schönen Tag ausgesucht.

Bei Traumwetter betraten wir den See, bis die Sonne zu uns herunter kletterte, dauerte es aber leider noch eine Weile. Bis dahin war es recht kalt...
Bei Traumwetter betraten wir den See, bis die Sonne zu uns herunter kletterte, dauerte es aber leider noch eine Weile. Bis dahin war es recht kalt...

Ich zeigte ihnen kurz, wie das mit den passiven Ruten mit den Hegenen funktioniert. Nachdem diese in Position waren und bereit für eventuelle Saiblingsschwärme, kümmerten wir uns um den interessanten Teil. Ich erklärte den beiden die verschiedenen Möglichkeiten mit Kunstködern. Gerhard machte den Anfang mit dem Trago Vib von Molix, da dieser Zikaden-Köder unter Wasser viele Vibrationen erzeugt und insbesondere in den ersten Minuten an einem neuen Spot oft recht erfolgreich ist, bis die Fische den Trick durchschaut haben... und tatsächlich! Kaum hat er damit begonnen, schon der erste Biss! Gerhard zog kurz darauf einen wahrhaftig wunderschönen Saibling heraus. Am Engstlensee mit Sicherheit der grösste und schönste Seesaibling, den ich je erlebt habe. Dickes Petri!!!

Was für eine wunderschöne Färbung, toll dass im Engstlensee manchmal auch noch Überraschungen möglich sind.
Was für eine wunderschöne Färbung, toll dass im Engstlensee manchmal auch noch Überraschungen möglich sind.

Und seine Glückssträhne hielt an, kurz darauf drillte er im selben Loch eine schöne Regenbogenforelle heraus.

 

Danach war der Spuk vorerst vorbei und es war ja auch schon Mittag, also höchste Zeit für das bewährte Fondue ;)

Bei meinen Eisfisch-Guiding gibt es immer ein Fondue auf dem Eis :)
Bei meinen Eisfisch-Guiding gibt es immer ein Fondue auf dem Eis :)

Der Nachmittag ist schnell erzählt: Von den Saiblingen und den Kanadiern fehlte seit dem schönen Fang gleich am Anfang jede Spur. Aber wir fanden die Regenbogenforellen, und wie! Gerhard hatte seine Glückssträhne wieder aufgenommen und zog einen "Bögler" nach dem anderen heraus, es war unglaublich! Ich war erleichtert, als auch Fabrizio noch seinen Erfolg verzeichnen konnte. Gesamthaft haben die beiden schliesslich acht Fische heraus gezogen, wenn ich mich recht erinnere, allerdings etwas ungerecht verteilt ;-)

 

Ich habe übrigens währenddessen gezielt nur auf kapitale Namaycush gefischt (Mit grossen Köfis und mit grossen Gummifischen). So fange ich meinen Gästen nicht die Fische weg und wenn bei mir irgendwann mal was beissen sollte, dann soll es die Mutter aller Kanadier sein... dieses Glück war mir natürlich nicht vergönnt, aber ich bleibe dran und mache das ab jetzt immer so während den Guidings... irgendwann wird es klappen mit dem Namaycush des Lebens!

 

Glücklich und zufrieden mit dem perfekten Tag verliessen wir unter der untergehenden Nachmittagssonne den See wieder und machten uns auf den Heimweg. Traumwetter, gute Fänge und ein leckeres Fondue, was will man mehr!

 

Vielen dank an meine beiden Gäste, liebe Grüsse und petri

Nicola


Mittwoch, 8. Februar, Eisfisch-Guiding am Arnensee

Erfolg im Schneegestöber

Ich habe mich sehr gefreut, als ich eine Guiding-Anfrage von Matthias bekommen habe, denn wir hatten schon einmal im 2014 das Vergnügen einer Arnensee-Tour. Und nun, drei Jahre später, wünschte er sich eine Wiederholung, ja das machen wir doch gerne! Bereits früh morgens waren die Schneeschuhe montiert und wir starteten unsere Tour, es war gerade so knapp hell genug geworden, um keine Stirnlampen zu brauchen... 

 

War es eine Woche zuvor noch sehr einfach, zum Arnensee zu gelangen (siehe Bericht in den Januar-Berichten), so war es jetzt um einiges anstrengender! Es hat übers Wochenende viel geschneit, wir mussten uns durch dicken, schweren Neuschnee kämpfen. Niemand hat vor uns gespurt, es war unberührter Schnee. Nur gelegentliche Spuren von Freeridern und "Ski-Türelern" erleichterten auf einigen Abschnitten das Vorankommen. Umso mehr staunte ich auch drei Jahre später wieder ob Matthias' Kondition, denn er ist mittlerweile schon über 70 und hat die Anstrengung nichts desto trotz auch dieses mal erneut locker gemeistert! Meinen ganz, ganz grossen Respekt für diese Leistung, einfach unglaublich!

Der Kampf gegen den Neuschnee. Er wird ihn gewinnen. Er hat ihn gewonnen. Er liess mich nicht einmal voraus laufen, keinen Meter, die ganze Strecke.
Der Kampf gegen den Neuschnee. Er wird ihn gewinnen. Er hat ihn gewonnen. Er liess mich nicht einmal voraus laufen, keinen Meter, die ganze Strecke.

In Anbetracht der Bedingungen waren wir sehr schnell oben, in nur 2 Stunden. Das Wetter war nicht gerade das, was man sich wünschen könnte, es schneite unentwegt, wenn auch nicht riesige Mengen.

 

An einem meiner Hotspots angekommen, zeigte ich ihm die Kunstköder-Methoden, welche erfolgsversprechend sind, und nebenbei wurde wie immer auch eine passive Rute mit einer Hegene montiert...

Ich beim erklären der verschiedenen Kunstköder zum Eisfischen
Ich beim erklären der verschiedenen Kunstköder zum Eisfischen

Matthias entschied sich dafür, mit dem Trago-Vib von Molix zu beginnen, ein vibrierender Metallköder, eine sogenannte Zikade, die unter Wasser enorm viel Aufmerksamkeit erzeugt und im ersten Moment oft sehr fängig ist. Und dies bestätigte sich auch. Schon beim Vorführen der erste Biss, Anhieb, Fisch hängt! Matthias durfte ihn drillen und freute sich sehr über den ersten Saibling des Tages.

Die Zikade brachte wie so oft den ersten Fisch...
Die Zikade brachte wie so oft den ersten Fisch...

Doch danach war leider Funkstille auf der aktiv geführten Rute, auch mit allen anderen Kunstködern. Dafür machte sich die passive Rute bemerkbar, feine Zupfer deuteten auf die Anwesenheit von Saiblingen im tieferen Wasser hin... und tatsächlich, es biss Fisch um Fisch! Wir erlebten eine kurze Sternstunde, in der wir 5 weitere Seesaiblinge überlisten konnten, alle mit der Gambe in der Tiefe...

wieder ein Saibling im Drill!...
wieder ein Saibling im Drill!...
Et voilà :) Schöne Fische!
Et voilà :) Schöne Fische!

Mit der anbrechenden Mittagszeit war der Spuk plötzlich wieder vorbei, es ging auf einmal nichts mehr. Also höchste Zeit also für das übliche Fondue, uns knurrten schon die Mägen. Mitten im Schneegestöber war das Fondue ein besonderer Genuss und Matthias hat auch noch einen Weisswein dazu organisiert, perfekt! 

Ich beim Versuch, auch noch den letzten Käse aus der Pfanne zu kratzen...
Ich beim Versuch, auch noch den letzten Käse aus der Pfanne zu kratzen...

Natürlich begann es mitten beim Essen, während wir gerade total abgelenkt waren, an einer der passiven Ruten zu zupfen, wie könnte es auch anders sein. Typisch. Doch der Fisch hing sicher und Matthias drillte einen Namaycush an die Oberfläche, ein einzelner Zufallsfisch, über den er sich sehr freute. Danach ging nicht mehr viel, im späteren Verlauf des Nachmittages folgte noch ein zweiter Zufalls-Kanadier, aber so richtig fanden wir die Fische nicht mehr. Das war aber auch nicht mehr nötig, wir waren absolut glücklich mit diesen tollen Fängen!

 

6 Saiblinge und 2 Kanadier, ein stolzer Tagesfang und das perfekte Schluss-Fazit! Sehr zufrieden mit dem Tag nahmen wir daher den Rückmarsch auf uns, der sich allerdings wie eine halbe Ewigkeit anfühlte. 

 

Ein anstrengender Tag bei nicht gerade schönem Wetter ging mit dem Erreichen der Autos zu Ende, der aber durchaus erfolgreich war, sehr viel Spass gemacht hat und ich denke, auch Matthias hat es wieder gut gefallen. Ich bedanke mich und verbleibe mit einem dicken Petri Heil!

 

Beste Grüsse, Nicola


4.-5. Februar, Silsersee (Pilotprojekt)

Auf der Suche nach kapitalen Namay's

Nur ein Ziel: Einen grossen "Kanadier" fangen! Das war das Motto dieses zweitägigen Ausfluges ins Graubünden...

 

Aber fangen wir von vorne an. Der lokale Fischereiverein hat beim Kanton ein Pilotprojekt durchringen können: Eisfischen auf dem Silsersee im Graubünden. Aber Eisfischen ist eigentlich verboten im GR. Deshalb wurde es nur unter strengsten Bedingungen erlaubt: Es soll gezielt auf die ganz grossen Namaycush gefischt werden, nur Kunstköder sind erlaubt, nur sehr grosse Haken (Gap min. 1cm), keine Widerhaken, nur 3 Hakenspitzen, nur in festgelegten Sektoren, etc...

 

Bei uns schrillten die Alarmglocken: Grosse Zielfische? Nur Kunstköder? In einem See, wo noch nie auf dem Eis gefischt wurde? Nichts wie hin!!! Wir waren so begeistert, dass wir uns sehr darum bemühten, dabei zu sein. Es hat schliesslich tatsächlich alles geklappt, wir bekamen die Patente und die Vorfreude war riesig, bis es endlich los ging. Ich fuhr mit Räffu zu unserem Fischerfreund Dani, der im Grischaland wohnhaft ist und uns netterweise seine Gastfreundschaft anbot. Am Freitag Nachmittag kamen wir bereits bei ihm an und wir drei freuten uns schon tierisch auf die folgenden 2 Tage Eisfischer-Abenteuer.

 

Endlich auf dem Silsersee, es kann los gehen! Welch unglaubliche Stimmung!
Endlich auf dem Silsersee, es kann los gehen! Welch unglaubliche Stimmung!

Wir fischten mit mittelgrossen bis grossen Gummifischen (Länge ca. 4'' bis 6''), mit enormer Geduld und ohne aufzugeben. Wir zogen viel umher, bohrten viele Löcher und suchten den Fisch des Lebens...

 

Gummis von dieser Grössenordnung an aufwärts fischten wir hauptsächlich. Um jeweils all die strengen Bestimmungen einzuhalten, wurde ziemlich viel gebastelt, improvisiert und experimentiert...
Gummis von dieser Grössenordnung an aufwärts fischten wir hauptsächlich. Um jeweils all die strengen Bestimmungen einzuhalten, wurde ziemlich viel gebastelt, improvisiert und experimentiert...
Die Bedingungen waren sehr wechselhaft. Zeitenweise war es warm und sonnig, zeitenweise hingegen bitterkalt mit bis zu -14 Grad Celsius und dichtem Schneegestöber.
Die Bedingungen waren sehr wechselhaft. Zeitenweise war es warm und sonnig, zeitenweise hingegen bitterkalt mit bis zu -14 Grad Celsius und dichtem Schneegestöber.

Doch je länger, je mehr glaubten wir nicht mehr so sehr an die Grossen, da selbst von den "normalen" Fischen nichts zu merken war. Klar, dass der Fang eines Kapitalen unwahrscheinlich ist und viel Glück braucht, aber wenigstens von den kleineren Fischen hätten wir etwas merken müssen! Denn auf die nicht ganz so grossen Gummfische hätten eigentlich auch normalgrosse Fische beissen müssen, doch wir spürten rein gar nichts. Auch auf dem Echo so gut wie keine Signale, dass es überhaupt irgendwelche Fische drin hat. Die Motivation sank stetig, trotzdem gaben wir bis am Schluss nicht auf. Wenigstens Saiblinge müsste es doch irgendwo haben, und dort müssten auch die grossen Namay's sein, die diese jagen. In der Verzweiflung versuchte ich es deshalb sogar noch mit einer eigens für dieses Weekend angefertigten Gambe (mit sehr grossen Nymphen, damit die Hakengrösse regelkonform war), doch selbst damit konnte ich nicht einmal die Saiblinge finden. Was ist los mit diesem See? Schliesslich wurde es am Ende des 2. Tages leider Tatsache: Kein einziger Fisch bei keinem von uns, auch von allen anderen Fischern auf dem See. Die einzigen zwei Bisse des ganzen Weekends hatten wir, als wir für einmal kurz an einer vielversprechenden Stelle etwas ausserhalb des zugeteilten Sektors fischten. Doch wir wurden doch tatsächlich prompt freundlich darauf hingewiesen, dass wir wieder zurück in den Sektor sollen :( Sehr mühsam sowas.

 

Deshalb kann ich euch leider nur Landschaftsbilder bieten... was das betrifft, war es sensationell, die Umgebung im Engadin ist traumhaft schön.


 

Fazit: Ausser Spesen nix gewesen! Insgesamt wohl an die 16h Auto gefahren, dabei auch noch fast 200.- für die Autozug-Transporte jeweils zwischen Davos und Engadin hingeblättert. Aber ich will darüber nicht jammern, es war unsere Entscheidung.

 

Da ich zu den Ersten gehöre, die an diesem Pilotprojekt dabei sein konnten, fühle ich mich verpflichtet, meine Kritik anzubringen und auch Anregungen für die Zukunft zu geben:

  • Ich fand auch viele Dinge durchaus positiv. Zum Beispiel die Idee mit den grossen Hakengrössen finde ich toll und mit etwas Basteln und Improvisieren auch problemlos umsetzbar. Auch dass der Widerhaken verboten ist und nur drei Hakenspitzen erlaubt sind; daran soll's nicht scheitern. So ist eben das Bündner Gesetz. All dies zeugt von nachhaltigem Gedankengut, was man ja ansonsten in der Bündner Fischerei leider oft vergebens sucht...
  • Aber wenn es wirklich das offiziell erklärte Ziel sein soll, den Bestand an grossen Namaycush (Kanad. Seeforellen) zu dezimieren, dann kommt man nicht drum herum, auch Naturköder zu erlauben, oder zumindest die Verwendung von Köderfischen. Denn selbst ich als überzeugter Kunstköder-Angler glaube, dass so gross gewordene, alte und erfahrene Fische kaum noch mit Kunstködern überlistet werden können.
  • Das allergrösste Problem sehe ich jedoch klar in dieser Sektorenregelung, und das sage ich jetzt offen, sowas ist einfach nur Quatsch. Um die Worte eines Freundes zu zitieren: "Da hat jemand nicht verstanden, was das Fischen ausmacht.", und damit trifft er den Nagel auf den Kopf! Wie sollen wir unser ganzes Wissen und unsere Erfahrung anwenden und versuchen, grosse Fische zu fangen, wenn wir nur in zugewiesenen, scheinbar ohne viel Überlegung angelegten 200m x 200m grossen Vierecken fischen dürfen? Wir sehen vielversprechende Stellen, und dürfen nicht hin, stattdessen sind wir in einem Bereich, wo 3/4 der Eisfläche über einer Tiefe liegt, wo kein Mensch fischen würde. Das muss geändert oder besser sogar aufgehoben werden, sonst macht dieses Projekt einfach keinen Sinn. Ich verstehe schon, dass der See allen gehört und auch andere Hobbys und Sportarten die Eisfläche benötigen. Aber das ist hier im Kt. Bern nicht anders und es funktioniert hier sehr gut. Wir Eisfischer sind durchaus in der Lage, die Anwesenheit von Eistauchern zu respektieren und unsere Löcher nicht mitten in eine Langlauf-Loipe zu bohren... ganz so blöd sind wir nicht. 

Trotzdem, ein Dankeschön an die Initianten, ihr musstet bestimmt hart dafür kämpfen, dass es überhaupt irgendwie erlaubt wird. Mir ist schon bewusst, dass diese lächerlichen Regelungen nicht von eurer Seite her kommen. Insofern hoffe ich umso mehr, dass die Erfahrungen von diesem Jahr helfen, dass der Kanton seine Lehren daraus zieht... bisher kam am Wochenende vor uns von unserem Freund Jon ein grosser Fisch raus und dieser blieb, soweit ich informiert bin, bisher der einzige kapitale Fang. Die Statistiken sprechen also für sich. 

 

Vielen Dank auch an Dani und seine wunderbare Familie für die tolle Gastfreundschaft!

 

Ob ich nächstes Jahr wieder dabei bin? Wohl kaum, ausser es ändert sich drastisch. Lieber mal im Sommer für einige Tage in diese schöne Gegend :)

 

Liebe Grüsse und Petri

Nicola