Dienstag, 1.September, Herbstfänge in Bielersee und Co.

Raubfisch-Summary

Wird Zeit, dass ich mich auch mal wieder melde. Mit dem Ausfall meines Handys nach Schweden (Wasserschaden :D) sind leider vor kurzem auch viele Bilder für Berichte verloren gegangen. Zusätzlich war auch die Zeit etwas zu knapp um Berichte zu erstellen, aber zumindest zum Fischen hatts noch gereicht. ;) Jetzt gibts endlich auch von mir wieder mal etwas zu sehen. Da ich zuletzt auch oft kurze Abendausflüge ans Wasser gemacht habe gibts nun einen kurzen Überblick über die neusten Raubfischfänge der letzten Wochen.

hübsches Egli aufs Texas Rig
hübsches Egli aufs Texas Rig

Momentan sind die Barsche auf Hochtouren am Jagen, besonders die Morgen und Abendstunden sind interessant. Plätze mit vielen Jungfischen gilt es sauber mit Soft- und Hardbaits abzufischen. Wenn man hartnäckig bleibt liegen auch gute Fische drinn. ;)

"schlechtes Wetter" ist oft der beste Freund des Fischers
"schlechtes Wetter" ist oft der beste Freund des Fischers
Egli wachsen langsam; auch bei einem guten Bestand ist eine vernünftige Entnahme wichtig. - Let go, let grow!
Egli wachsen langsam; auch bei einem guten Bestand ist eine vernünftige Entnahme wichtig. - Let go, let grow!
Ein dicker 37er Brummer auf den Duo Rozante
Ein dicker 37er Brummer auf den Duo Rozante

Wenn man die Egli beim Jagen erwischt, dann muss es schnell gehen! Möglichst in die Mitte der springenden Kleinfische werfen und den Köder langsam, aber ruckartig animieren. Oft funktionieren im Herbst auch Topwaterköder wie der Duo Tetraworks Pocopoco.

Auch die Hechte müssen jetzt noch mal richtig Reserven anlegen für den Winter. Voluminöse Köder sind jetzt genau das Richtige!

Die Forellen hatten in der letzten Zeit etwas warm und das Wasser war knapp, es bleibt zu hoffen, dass nun noch ein interessanter Schlussspurt folgt vor der Schonzeit. :)

Ist also doch etwas gelaufen Anfangs Herbst. Wir hoffen es geht so weiter...

Ich wünsche allen einen schönen September und immer tight lines!


Ändu


Guiding Alpines Fliegenfischen, privater Bergsee

Schöne Namaycush in grosser Höhe

Bei schönstem Wetter starteten ich und mein Gast Pädu früh morgens unsere Wanderung zu einem kleinen, weit abgelegenen Bergsee, eine wahre Perle, aber nicht einfach zu erreichen. Genau das war sein Wunsch, alpines Fliegenfischen an einem unbekannten und kaum befischten Gewässer auf wild gewachsene Fische zu erleben. Um so einen Wunsch in der überfischten Schweiz zu ermöglichen, muss man die richtigen Leute kennen und eine anstrengende Wanderung auf sich nehmen.

Ich hatte noch die anstrengende Bergseetour in Graubünden in den Knochen (siehe Ausgustberichte), doch wir hatten 1000 Höhenmeter zu bewältigen und da musste ich durch ;-)

Die Aussicht während der Wanderung war umwerfend
Die Aussicht während der Wanderung war umwerfend
Zeit für eine Pause
Zeit für eine Pause

Wir sind früh genug gestartet, um noch im Schatten laufen zu können. So hatten wir die aufgehende Sonne immer im Nacken und konnten bei erträglichen Temperaturen hoch wandern.
Wir sind früh genug gestartet, um noch im Schatten laufen zu können. So hatten wir die aufgehende Sonne immer im Nacken und konnten bei erträglichen Temperaturen hoch wandern.

Wir legten ein unglaubliches Tempo vor und so legten wir die 1000 Höhenmeter in etwas mehr als 1,5h zurück! Laut Wegweiser wären es fast doppelt so viel ;-)


Nach dieser Anstrengung gönnten wir uns ein kurzes Picnic, während wir den Blick auf den traumhaft schönen Bergsee genossen. Die Vorfreude stieg ins Unermessliche!

Höchste Zeit, die Fliegenruten scharf zu machen! Ich versprach meinem Gast eine perfekte Trockenfliegenfischerei, da die slten befischten Namaycush in diesem See noch kaum Misstrauen gegenüber Fischern kennen und erfahrungsgemäss wie wild nach Trockenfliegen steigen. Umso grösser war die Enttäuschung, als weit und breit nicht ein Ring zu sehen war und unsere Fliegen verschmäht wurden! Was war bloss los, ist das etwa der berühmte Vorführeffekt?

Natürlich nicht, es gibt für alles eine vernünftige Erklärung... die Vermutung, dass sie sich bei dem extrem schönen Wetter in die Tiefe verzogen haben, schien sich zu bewahrheiten. Denn kaum auf eine Nymphe gewechselt und lange genug absinken lassen, schon hatte Pädu einen Biss und durfte den ersten kampfstarken, wilden Namaycush drillen:

Das Erfolgsrezept war gefunden, mit tief geführten Nymphen und Streamern hatten wir regelmässig Fischkontakt und Pädu konnte zu meiner Freude diverse schöne Kanadische Seesaiblinge drillen.

Ich wollte ihm die Erfolge mit der Fliegenrute alleine überlassen und widmete mich meinem sekundärplan... denn ich weiss genau dass in dem See auch einige echte Kaliber herum schwimmen müssen, und ich träume schon lang davon, einen von diesen zu erwischen. Deshalb habe ich auch noch eine Spinnrute mitgenommen, montierte (für Bergseeverhältnisse grosse) Gummifische von 10-12cm Länge, und ging ganz gezielt auf den kapitalen Knaller. Ich warf die tiefsten Stellen ab und fischte den grossen Gummifisch ruckartig in Grundnähe. Nach wenigen Würfen hatte ich schon einen Biss auf einen 4" Keitech und wurde nervös, als es sich tatsächlich um einen grösseren Fisch zu handeln schien. Schliesslich konnte ich den wunderschönen Namaycush landen, mass ihn kurz und liess ihn dann schonend wieder frei, da der Fisch deutlich Laich im Bauch hatte. Die Messung ergab fast 50cm! Yesss, mein zweitgrösster Namay überhaupt!

Dieser Traumfisch mass fast 50cm und konnte dem Keitech Easy Shiner nicht widerstehen. Hier sieht man wieder gut, wie schöne Fische heranwachsen können, wenn sie wild und natürlich aufwachsen!
Dieser Traumfisch mass fast 50cm und konnte dem Keitech Easy Shiner nicht widerstehen. Hier sieht man wieder gut, wie schöne Fische heranwachsen können, wenn sie wild und natürlich aufwachsen!

Danach fing ich leider mehrere "Durchschnittsfische", die sich gierig und teils ziemlich ungünstig am übergrossen Gummifisch verbissen, sodass ich kurz darauf wieder damit aufhörte, denn das war nicht der Sinn der Sache.


Wir genossen noch die letzten Stunden mit der Fliegenrute und konnten weiterhin regelmässig Bisse verwerten.

Let go let grow: In so einem kleinen, unberührten Bergsee ist eine nachhaltige Fischerei entscheidend und jeder einzelne Fisch stellt ein wertvolles Laichtier dar!
Let go let grow: In so einem kleinen, unberührten Bergsee ist eine nachhaltige Fischerei entscheidend und jeder einzelne Fisch stellt ein wertvolles Laichtier dar!


Rechtzeitig, um noch vor dem Eindunkeln unten anzukommen, machten wir uns auf den Rückweg. Ich war froh, habe ich ein weiteres erfolgreiches Guiding durchführen können. Der Tag hat Spass gemacht und ich freue mich schon auf die nächste Bergseesaison im 2016!


Liebe Grüsse und petri

Nicola


Letzte Tage der Forellensaison, Aare

Die letzten Forellen der Saison

Die letzten Septembertage sind angebrochen und ich wollte noch einige letzte Male das Forellenfischen geniessen! So fischte ich jeweils an den Abenden noch in den Feierabend an meiner Hausstrecke der Aare.

Der Ryuki in 7cm zeigte mal wieder seine extreme Fängigkeit und ich durfte an drei Abenden jedes Mal mindestens eine Forelle über 40cm drillen, ein perfekter Abschluss! Jedoch hatten fast alle Fische die ich fing schon deutlich Laich im Bauch so dass ich sie natürlich wieder schwimmen liess und nach dem dritten Mal erkannte ich dass es keinen Sinn mehr macht und liess die Forellen endgültig in Ruhe. 

Ein perfekter Aaretiger! Die soll jetzt ihrem Laichgeschäft nachgehen und viel Nachwuchs zeugen. Wir sehen uns dann nächstes Jahr wieder :-)
Ein perfekter Aaretiger! Die soll jetzt ihrem Laichgeschäft nachgehen und viel Nachwuchs zeugen. Wir sehen uns dann nächstes Jahr wieder :-)

Übrigens konnten auch die Alet dem Ryuki nur schwer widerstehen...


Ich kann auf eine fantastische persönliche Forellensaison zurückblicken und bin absolut zufrieden! Jetzt freue ich mich auf einen spannenden Herbst, der mit Raubfisch und Äschen nicht viel weniger interessant wird... ;-)


Liebe Grüsse und petri

Nicola


Montag, 28. September

Saisonabschluss am Bach

Ende September gings das letzte Mal in diesem Jahr an den Bach. Ich entschied mich, wie fast jedes Jahr, für meine Hausstrecke an einem kleinen Bach nur 5min von meinem Zuhause. Dort ist der Fischbestand leider seit Jahren stark rückläufig wegen vielen Faktoren wie chemische Verschmutzung, Verbauungen usw. Doch mit etwas den richtigen Methoden, etwas Glück und Kenntnis des Gewässers lassen sich doch immer Mal wieder schöne  Fische überlisten.

Ich startete mit einem Keitech Softbait am Bleikopf und hatte nach einer Weile einen heftigen Biss. Es war aber sofort klar, dass sich hier eine Barbe den Gummifisch geschnappt hatte. Nach einem super Drill konnte ich das schöne Tier wieder zurücklassen.

Danach wechselte ich auf einen Wobbler und konnte nach kurzer Zeit eine untermässige Fario überlisten. Die Freude über den malerischen Fisch war gross und Sie durfte ohne anstrengenden Fototermin zurück ins Wasser. Etwas später hatte ich auf einmal nach einmal kurz nach dem Auftreffen des Duo Ryukis auf der anderen Bachseite direkt hinter interessanten Steinen einen heftigen Biss und der Anhieb sass! Der Drill war spektakulär und die Einzelhaken hielten sicher im Mundwinkel...

Ich hatte wirklich sehr viel Freude an diesem nicht alltäglichen Fisch und hoffe, das diese wunderschöne Bachforelle mit dem prallen Bauch für viel Nachwuchs sorgen wird. Ich bin erleichtert, dass die Fische den heissen und trockenen Sommer gut überstanden haben.

Ich fischte noch ein wenig weiter und packte dann zufrieden meine Sachen. Ich freue mich schon jetzt auf den Frühling!


Petrigruss Ändu