Freitag, 1. Mai 2015, Hechteröffnung, Thunersee

Durchhalteübung am Eröffnungstag -mit silberner Überraschung

Nach dem 16. März ist der 1. Mai der nächste grosse Tag, auf den alle so sehnlichst warten. Und auch dieses Jahr wieder liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren und die Vorfreude stieg ins unermessliche... Tackle wurde bereit gelegt, Köder sortiert, Titanvorfächer gemacht und verschiedene Strategien durchgedacht. Nun war es endlich so weit, der Hecht ist wieder offen!


Zwar fing ich schon letzte Woche bei meinen Ferien in Deutschland die ersten Hechte des Jahres...

Kleinerer Hecht aus Deutschland letzte Woche
Kleinerer Hecht aus Deutschland letzte Woche


Aber das zählt ja nicht ;-)


Also jetzt in der Schweiz! Schon um 6 Uhr stand ich am Wasser und machte den ersten Wurf mit meinem Molix Brigante Swimbait in eine vielversprechende Ecke. Nur wenige Würfe später schon der erste Biss! Der Hecht, ein geschätzter 75er, zog sofort los und schwamm um eine Boje, bevor ich die Bremse meiner Baitcastrolle zuziehen konnte. Ich konnte nur noch zusehen, wie sich der Hecht mit einem Kopfschütteln befreite und danach riss ich natürlich auch noch den schönen Swimbait an besagter Boje ab. Wie konnte ich nur bei so viel Vorbereitung vergessen, die Bremse zu kontrollieren? 1:0 für den Hecht :-(

Das Wetter war richtig hässlich, es regnete pausenlos durch, doch ich liess mich davon nicht aufhalten. Ich machte eine regelrechte Tour rund um den Thunersee, wobei ich alle Hotspots besuchte und gründlich abwarf. Nur eine Stunde später erfolgte der nächste Biss, nachdem ich in einem kleinen, krautreichen Hafen auf einen Spinnerbait wechselte und diesen direkt durch die Krautfahnen zog. Der Hecht stürzte sich mit einem brachialen Angriff auf den Bait, doch auch dieser konnte sich befreien, trotz Trailerhook. Fängt ja ganz toll an, meine Eröffnung...

Dann endlich, zwei Spots weiter, in einem Hafen, hatte ich einen harten Biss auf den 120er DUO Realis Jerk, den ich auf engstem Raum zwischen den Booten ruckartig führte. Sofort ging die Post ab, der Fisch zog unermüdlich und ich machte die Bremse voll zu, um ihn in diesem engsten Raum zu kontrollieren. Ich dachte mir schon, endlich ein guter Hecht, doch dann staunte ich nicht schlecht, als ich den Fisch zu Gesicht bekam... eine Seeforelle!

Nachdem ich sie gelandet habe, gabs kurz ein Foto und dann durfte die silberblanke 46er Schönheit wieder zurück in ihr Element. Was für eine Überraschung!

Die Überraschungs-Seefo hat sich den 120er DUO Realis Jerk im Barschdesign geschnappt
Die Überraschungs-Seefo hat sich den 120er DUO Realis Jerk im Barschdesign geschnappt
Dieser unerwartete, sehr seltene Fang darf wieder schwimmen
Dieser unerwartete, sehr seltene Fang darf wieder schwimmen


Aber zurück zum Wesentlichen, eigentlich waren ja die grünen Schnabeltiere das Ziel. Und tatsächlich gabs nur wenige Minuten später endlich den dritten Schnabel :-) Dieses Mal brachte ich ihn sicher heraus, aber es war auch nur ein kleiner Schniepel-Hecht, etwa 55-60cm, den ich dann auch wieder schwimmen liess...

Der erste Schweizer Hecht 2015 :-) Er verliebte sich auch in den Realis Jerk, einen meiner Lieblingsköder
Der erste Schweizer Hecht 2015 :-) Er verliebte sich auch in den Realis Jerk, einen meiner Lieblingsköder

Dabei blieb es dann auch, obwohl ich trotz Dauerregen noch bis zum Abend durchhielt. Durchnässt bis auf die Knochen, aber zufrieden mit dem Tag, freute ich mich zuhause als erstes auf eine warme Dusche! ;-)


Liebe Grüsse und petri euch bei der Hechtjagd!

Nicola


Auffahrt, 14. Mai, Engstlensee

Erfolgreicher Saison-Start am Bergsee

Es brauchte nur ein kurzes Telefon mit meinem Kollegen Martin und daraufhin war klar was wir an Auffahrt machen würden: Zum ersten Mal an einen Bergsee!
Wir hatten keine Ahnung, wie es aussehen würde in Sachen Eis und Schnee, doch no risk, no fun. Wäre der See gefroren gewesen, hätten wir halt improvisiert und irgendwas anderes gemacht in der Region. Doch wir hatten Glück, einige wenige Buchten waren aufgetaut und boten uns ein spektakuläres Bild...

Der Engstlensee macht einfach zu jeder Jahreszeit eine gute Figur.
Der Engstlensee macht einfach zu jeder Jahreszeit eine gute Figur.

Doch die Kanadier bzw. Namaycush waren dieses Mal nicht so leicht zu finden und fangen wie letztes Jahr, wo ich bei ähnlichen Bedingungen das erste Mal dort war. Dieses Mal mussten wir sie regelrecht suchen. Mit Wobblern im Flachwasser und mit Gummiködern in Grundnähe suchten wir alle aufgetauten Buchten ab, bis ich endlich einen ersten Biss auf einen weissen Molix Freaky Rock am 4g Jig hatte... es ging also doch noch was, die Namays waren gfunden.

Weiss ist generell eine sehr gute Farbe auf Kanadier, was auch jetzt wieder der Freaky Rock am 4g Jig bewies
Weiss ist generell eine sehr gute Farbe auf Kanadier, was auch jetzt wieder der Freaky Rock am 4g Jig bewies

Leider war die fängige Bucht in Grundnähe sehr hängerträchtig, sodass ich auf ein Carolina Rig mit Keitech Easy Shiner wechselte. Die Kanadier störten sich nicht daran und nur wenige Würfe später hing der nächste Fisch, ein schöner ca. 40er.

Toller Fisch, tolle Combo! :-)
Toller Fisch, tolle Combo! :-)

Und gleich darauf folgte noch ein dritter, kleinerer Kanadier, der wieder schwimmen durfte. Dabei blieb es dann auch. So schnell sie da waren, waren sie auch wieder verschwunden. Martin hatte leider Pech und konnte keinen Fisch landen.

Ein hübscher kleiner, der noch etwas wachsen soll...
Ein hübscher kleiner, der noch etwas wachsen soll...

Da einfach nichts mehr zu machen war, verliessen wir den Engstlensee wieder und fuhren zurück Richtung Thun. Unterwegs gingen wir noch kurz für eine Stunde an meinem neuen Pachtbach vorbei, den ich Martin zeigen wollte. Die Forellen zeigten sich aber von der sehr heiklen Seite, so dass ich nur gerade einen schöneren Fisch im Drill verlor, sonst nichts. Trotzdem war es toll, diesem schönen Bach wiedermal einen Besuch abzustatten!


Alles in allem eine gelungene Bergsee-Eröffnung für mich und allgemein ein toller Tag in der Natur, so sollls sein!


Liebe Grüsse Nicola


Sonntag, 17. Mai, Thunersee

Auf Räuberjagd im Thunersee

Am Sonntag ging ich mit Löru und Räffu auf den Thunersee... und wenn gleich drei Jungs vom DUO Swiss Team zusammen auf einem Boot sind, dann sollten sich die Hechte in Sicherheit bringen :P

Am Morgen liefs denn auch ziemlich gut, solange es noch schön bewölkt war. Erfolgsköder war der 120er Realis Jerk von DUO. An einem guten Spot angekommen, konnte zuerst Löru diesen kleineren Hecht überlisten:

Im vom Kanderwasser milchig angetrübten Thunersee setzten wir auf auffällige Designs, wie hier die Farbe "half mirror ayu"... mit Erfolg!
Im vom Kanderwasser milchig angetrübten Thunersee setzten wir auf auffällige Designs, wie hier die Farbe "half mirror ayu"... mit Erfolg!

Gleich darauf knallte bei mir der nächste Hecht drauf, der schon etwas grösser war. 

Ich setzte auch auf Auffällig und punktete mit dem Firetiger Design
Ich setzte auch auf Auffällig und punktete mit dem Firetiger Design

Es ging nicht lange, bis das dritte Mini-Krokodil hängen blieb, wieder bei Löru...

Löru's Realis Jerk schlug wieder zu mit diesem schönen Hecht :-)
Löru's Realis Jerk schlug wieder zu mit diesem schönen Hecht :-)


Danach wurde das Wetter leider viel zu schön und schlug den Hechten auf den Magen. Sonnenschein, Hitze und ein spiegelglatter See sind ein Nullgarant beim Hechtfischen. Uns blieb nichts anderes übrig als das schöne Wetter bei einem kalten Bier zu geniessen, was auch seinen Reiz hat. Räffu konnte dabei sogar noch eine Felche fangen, da wir nebenbei noch eine Hegene in Grundnähe baumeln liessen.


Gegen Abend kam dann endlich wieder etwas Wind auf und wir witterten eine neue Chance auf Hecht. Aber es sollte nicht mehr sein. Wir vergaben mehrere Bisse und ich hatte noch einen Nachläufer eines deutlich grösseren Hechtes, der einfach nicht bereit war zuzuschnappen.


Es war alles in allem ein toller und erfolgreicher Tag mit guten Kollegen auf dem See!

Liebe Grüsse Nicola


Montag, 18. Mai, Diemtigtal, Guiding (alpines Fliegenfischen)

Fliegenfischen zwischen Kühen und Bergen

Am Montagmorgen traf ich Guidinggast Roger und nach einem Handshake gings los in die Berge. In den klaren Bächen des Diemtigtals zeigte ich ihm die Finessen des Fliegenfischens.


Zu Beginn war das Wasser vom vorangegangenen Regen leider noch ziemlich angetrübt und so blieb es vorerst bei der Theorie, die Forellen schienen unsere Fliegen nicht zu sehen.

Am Morgen war das Wasser noch deutlich angetrübt und kam sehr schnell fliessend daher, da ist mit der Fliegenrute noch nicht viel zu machen. Aber so konnte Roger wenigstens gut üben...
Am Morgen war das Wasser noch deutlich angetrübt und kam sehr schnell fliessend daher, da ist mit der Fliegenrute noch nicht viel zu machen. Aber so konnte Roger wenigstens gut üben...

Doch bald zeigte sich die Sonne und auch das Wasser klarte zusehends auf, bis wir uns im schnapsklaren Bergbächlein wiederfanden. Und prompt besserte sich auch die Beisslust. Ich konnte schon bald beim Vorführen die erste Gepunktete überlisten.

Der Bach wurde endlich klar und im schnapsklaren Wasser befischten wir die traumhaftensten Spots. Mit dem ersten Sonnenlicht begannen auch die Forellen zu steigen...
Der Bach wurde endlich klar und im schnapsklaren Wasser befischten wir die traumhaftensten Spots. Mit dem ersten Sonnenlicht begannen auch die Forellen zu steigen...
Die erste Schönheit liess nicht mehr lange auf sich warten...
Die erste Schönheit liess nicht mehr lange auf sich warten...

Roger fand sich schnell zurecht und mittlerweile konnte er die Fliegen schon richtig gut präsentieren. Es dauerte nicht lange, bis er einen Freudenschrei ausstiess. Er fing seinen ersten Fisch überhaupt auf die Trockenfliege und auch wenn es nur eine kleine Forelle war, war ihm die Freude deutlich anzusehen!

Der erste Fisch auf die Trockenfliege ist für jeden angehenden Fliegenfischer ein toller Moment, den man in Erinnerung behält.
Der erste Fisch auf die Trockenfliege ist für jeden angehenden Fliegenfischer ein toller Moment, den man in Erinnerung behält.

Es wurde ein richtig erfolgreicher Tag, denn es folgten einige weitere Forellen, die unseren Trockenfliegen nicht widerstehen konnten. Eine Bratwurst über dem Feuer und das herrliche Wetter rundeten den gelungenen Tag ab.


Ich betrachte meine Aufgabe als Guide als erfüllt und hoffe, dass Roger der Tag ebenso gut gefiel wie mir :-)


Liebe Grüsse und petri

Nicola