Mittwoch bis Freitag, 6.-8- August, private Bergseen

Bergsee-Tour mit Traumfängen

Von Mittwoch bis Freitag machte ich mit meinem Götti/Onkel eine dreitägige Bergsee-Wandertour mit dem Zelt, die ich natürlich mit dem Fischen verband. Wir suchten uns einige wunderschöne, weit abgelegen Bergseen im Oberland aus und mussten nur noch auf ein Zeitfenster mit gutem Wetter warten, welches sich jetzt endlich gezeigt hat. Die Bergseen sind alle private Perlen, für die ich im Voraus die nötigen Patente besorgen konnte.

 

Schwer beladen mit Zelt, Schlafsack, Matte, Gaskocher, Fischerausrüstung, etc, aber voller Vorfreude, ging es am Mittwoch Vormittag los.

schwer bepackt, aber top ausgerüstet und hochmotiviert, starteten wir unseren Trip ins Ungewisse.
schwer bepackt, aber top ausgerüstet und hochmotiviert, starteten wir unseren Trip ins Ungewisse.

Die Wanderung war wunderschön, einmal kreuzten wir den Bach, der vom See herunter fliesst, eine gute Motivationsspritze!

Und auch ein Murmeltier liess sich gerade noch so ablichten, wenn auch leider sehr verpixelt, da weit weg...

Nach zweistündigem Aufstieg erreichten wir den ersten Bergsee, die erste Etappe war geschafft. Ein wunderbarer Anblick, was für ein Traum von einem Bergsee!

Das Zelt war schnell aufgestellt und ich konnte es kaum mehr abwarten, mit dem Fischen zu beginnen...

Ich begann mit der Trockenfliege und musste schnell feststellen, dass der See zwar einen guten Bestand an Bachsaiblingen hat, aber vor allem sehr viele Kleine von 15-20cm. Trotzdem gelang es mir, den einen oder anderen Bachsaibling mit der Trockenfliege zu überlisten, der ein grösseres Mass erreicht hat. Am feinen Gerät eine pure Freude und die Farbenpracht der Bachsaiblinge ist unvergleichlich...

Es war zwar jedesmal schön, wenn ich so einen Bachsaibling fing, aber es bissen wirklich viel zu viele Kleine, was mir gegen Abend irgendwann auf die Nerven ging.

 

Ich vermutete, dass es in einem See mit so vielen Jungfischen doch irgendwo ein Monster haben sollte, welches diese frisst. Dieser Gedanke liess mich nicht mehr los... Ich wechselte also auf die Spinnrute und montierte einen grossen 4" Virago-Gummifisch von Molix, und begann damit den Boden an den tiefsten Stellen des Bergsees abzuklopfen. Wohl wissend, dass mich jeder für verrückt halten würde. Doch dann geschah das unglaubliche: Schon beim dritten Wurf, gerade als ich meinem Götti erklärte, was ich da mache, hatte ich einen feinen Biss. Instinktiv schlug ich an und dann ging die Post ab! Meine neue Evolution LG war krumm bis ins Handteil und die Bremse begann sofort zu singen. Ich blieb ruhig und drillte den kapitalen Fisch geduldig aus der Tiefe. Es war ein abwechselndes Spiel zwischen Schnur gewinnen und wieder verlieren, da der Fisch immer wieder Schnur von der Rolle zog. In Gedanken begann ich mir bereits auszumalen, was da wohl aus der Tiefe hervorkommen wird. Da sah ich zum ersten Mal eine grosse, silbrige Flanke aufblitzen! Tatsächlich eine Seeforelle! Mir stockte der Atem, denn das war meine erste Seefo überhaupt, und dann gleich so eine. Aber alles ging gut, ich konnte den Fisch schliesslich sicher landen und meine Freude war unbeschreiblich! Ich konnte den Fisch nicht genau messen, aber er hatte klar mehr als 60cm.

Der Fang meines Lebens bis jetzt!
Der Fang meines Lebens bis jetzt!

Nach einem kurzen Fotoshooting setzte ich den Fisch behutsam wieder in sein Element zurück und er verschwand wieder in die Tiefe. So eine grosse Forelle ist ein unschätzbar wichtiger Teil in dem kleinen Ökosystem Bergsee, denn diese grosse Forelle ist der wohl einzige richtige Raubfisch in diesem kleinen Bergsee und ausserdem ein sehr wertvolles Laichtier. Es wäre falsch gewesen, diesen Fisch zu entnehmen.

 

Danach war ich absolut zufrieden mit dem Tag und kümmerte mich ums Abendessen. Frischer Fisch musste her. Ein Seesaibling von ca. 35cm verliebte sich in den Gummifsch, mit ich zuvor die grosse Forelle fing und der eigentlich viel zu gross wäre für den Saibling. Egal, perfekter Fisch für die Pfanne. Danach erwischte ich auch noch zwei 30er-Bachsaiblinge, einen auf die Fliege und einen auf einen Molix Audace Wobbler. Das Abendessen war gesichert :-)

Schöner Bachsaibling auf Trockenfliege
Schöner Bachsaibling auf Trockenfliege
Bachsaibling auf Molix Audace Wobbler
Bachsaibling auf Molix Audace Wobbler
Der übermütige Seesaibling, der sich den grossen Gummifsch geschnappt hat
Der übermütige Seesaibling, der sich den grossen Gummifsch geschnappt hat

Frischer Fisch vom Grill. Dazu gab es Linsen. Herrlich :-)

Die anschliessende abendliche Trockenfliegenfischerei war sehr schön, es gab nochmal einen richtigen Schlupf und die Fische stiegen wie verrückt. Danach hiess es ab ins Zelt, die Nacht war kalt, aber es ging...

Wunderschöne Abendstimmung
Wunderschöne Abendstimmung

 

Am nächsten Morgen genoss ich noch einmal die Trockenfliegen-Fischerei...

Die wunderschönen Bachsaiblinge sind immer wieder eine Freude!
Die wunderschönen Bachsaiblinge sind immer wieder eine Freude!

Und natürlich konnte ich es nicht lassen, es weiter mit dem Gummifisch in der Tiefe zu prbieren. Doch statt einem weiteren Kapitalen fand ich einen ganzen Trupp räuberischer Seesaiblinge bis 40cm, die sich wie wild auf den übergrossen Gummifisch stüzten und tolle Drills an meiner feinen Rute boten...

Gesunde und aggressive Seesaiblinge. Das sind eben noch richtig wild abgewachsene Fische und nicht so dämliche Zuchtfische wie in den kantonalen Bergseen, die zu blöd sind zum Jagen ;-)
Gesunde und aggressive Seesaiblinge. Das sind eben noch richtig wild abgewachsene Fische und nicht so dämliche Zuchtfische wie in den kantonalen Bergseen, die zu blöd sind zum Jagen ;-)

 

Dann war kurz vor Mittag und Zeit, auf zu brechen. Auf zum nächsten Bergsee!

Der Rucksack ist gepackt. Auf gehts!
Der Rucksack ist gepackt. Auf gehts!

Nach weiteren zwei Stunden Aufstieg vom ersten See erreichten wir schliesslich die beiden nächsten Bergseen. Es gibt einen Oberen und einen Unteren, unser Zelt schlugen wir am unteren auf.

Der neue Zeltplatz war imposant, mit Blick auf den Bergsee und umgeben von Steinen und Geröll, fanden wir einen letzten Flecken ebenes Gras...
Der neue Zeltplatz war imposant, mit Blick auf den Bergsee und umgeben von Steinen und Geröll, fanden wir einen letzten Flecken ebenes Gras...

Auf der Suche nach Quellwasser, um unsere Wasserflaschen aufzufüllen, stieg ich zuerst zum oberen Bergsee auf und fischte den ganzen Tag an diesem See. Den unteren sparte ich mir für den letzten Tag auf. Der obere See ist wild, wunderschön und rauh, da auf über 2300m.ü.M. gelegen.

Der schöne obere Bergsee
Der schöne obere Bergsee

Dieser obere Bergsee ist enorm abgelegen und dermassen unbekannt, dass meines Wissens seit Jahren kein Mensch mehr dort gefischt hat! Perfekte Bedingungen also auch hier für eine weitere kapitale Forelle. Ich fischte stundenlang mit dem grossen Gummifisch, aber es wäre wohl zuviel des Guten gewesen, gleich zwei Traumfische auf einem Trip zu fangen. Nur ein paar übermütige kleine Seesaiblinge in der Tiefe fanden Gefallen an meinem Virago, sonst zeigte sich nichts.

 

Die Trockenfliegenfischerei war ähnlich wie am ersten See, wieder fast nur sehr kleine Fische.

 

Doch schliesslich stieg vor dem Abstieg noch dieser schöne ca. 35er Bachsaiblingsmilchner auf den Gummifisch ein, ein toller Abschluss für den zweiten Abend.

Dieser tolle Bachsaibling konnte dem Gummifisch nicht widerstehen.
Dieser tolle Bachsaibling konnte dem Gummifisch nicht widerstehen.

Danach stieg ich wieder herunter zum Zelt, gerade noch rechtzeitig, denn es begann heftig zu regnen. Wir retteten uns ins Zelt und waren gezwungen, unser Abendessen im Zelt zu kochen.

Am letzten Morgen kochte wir uns ein warmes Frühstück, um uns von der kalten Nacht zu wärmen. Danch stand ich schon wieder am Wasser...

Am letzten Morgen genoss ich die Fischerei am unteren Bergsee
Am letzten Morgen genoss ich die Fischerei am unteren Bergsee

Auch am dritten Tag wollte kein wirklich grosser Fisch mehr auf den Gummifisch einsteigen, denn auch am letzten Tag gab ich nicht auf damit. Aber zu meiner Freude stiegen immer wieder wunderschöne Bachsaiblinge auf den übergrossen Virago ein. Die beiden grössten waren mit 38 und 40cm echte Kaliber für so einen hochgelegen Bergsee und verglichen mit der Durchschnittsgrösse. Die beiden nahm ich mit nach Hause, sie werden mir ein tolles Znacht bereiten...! :-)

seht euch diese Bachsaiblinge an! Was für beeindruckende Fische, wenn man bedenkt, dass die wild so abgewachsen sind!
seht euch diese Bachsaiblinge an! Was für beeindruckende Fische, wenn man bedenkt, dass die wild so abgewachsen sind!

 

Danach war leider Schluss. Es hiess Abschied nehmen von den Bergen, Abschied von den Bergseen und ihren Bewohnern, und sich auf den Rückweg zu machen. Es waren tolle drei Tage in den Bergen, die ich nie vergessen werde! Ich bedanke mich bei meinem Götti, dass er mich begleitet hat und alle Strapazen durchgemacht hat ;-) Auch bedanke ich mich bei dem Verein, der mir die Fischerei an diesen traumhaften Seen ermöglicht hat. Es war wirklich wunderbar!

 

Hier zum Schluss noch ein Fotoalbum mit weiteren Bildern für die, die nicht genug haben...

 

Gruss und petri

Nicola


Montag, 18. August, Engstlensee

Spinnfischen im Bergsee

Erneut gings an den Engstlensee. Wir hatten diesmal recht gutes Wetter. Wir begannen einfach vorne am See und warfen das Ufer Meter für Meter ab. Der Erfolg liess auf sich warten, aber schliesslich fanden wir die Fische dann doch noch und konnten viele schöne Kanadier überlisten.

Einige waren ungemütlich gehakt, die andere rutschten uns wieder aus der Hand.

Fängig waren sowohl Wobbler, tief geführte Gummifische als auch die Trockenfliege...

Wir erwischten oft auch kleinere Regenbogenforellen, welche einen wilden Kampf an der Oberfläche lieferten, aber nicht unsere Zielfische waren. Eine, welche beim Fang verletzt wurde, lag leider zu lange in der Sonne, fand aber doch noch eine sinnvolle Verwendung. Wir sahen einen hungrigen Fuchs, welcher erstaunlich nahe kam und uns fast anbettelte. Wir gaben ihm die Forelle und er verschwand. Später kam er wieder zurück und wollte mehr, er hatte Glück, dass wir noch ausnehmen mussten.... Wir hatten natürlich die Kamera griffbereit. ;)

:)
:)

Wir fischten bis am Abend weiter, es gab noch einige Drills bis wir schliesslich einpacken mussten. Es war ein super Tag und soll mal wieder zeigen, dass man auch am Bergsee mit der richtigen Technik und Ausrüstung bei der aktiven Fischerei mindestens gleich gut, oder sogar besser fangen kann als ein Fischer mit Naturköder.

Petrigruss und viel Spass am Wasser!

Ändu


Samstag, 23. August, Gürbe und Aare

Guiding an der Gürbe

Am Samstag ging ich mit Gast Marc an die Gürbe. Wir starteten etwas später als geplant, weil ich leider etwas zu spät war, doch zum Glück tat dies den Fängen keinen Abbruch. ;)

Wir begannen mit Wobblern und befischten, des niedrigen Wasserstandes wegen, vor allem die tieferen Stellen. Es startete gut und schon bald hatte marc den ersten Fisch am Band. Es wär eine hübsche Forelle und ausserdem seine erste mässige Bachforelle dieses Jahr! Petri Heil!

 

Wir probierten es weiter und befischten konzentriert alle Stellen...

Hier muss doch Eine sein!
Hier muss doch Eine sein!

Immer wieder fingen wir kleinere Bachforellen, aber bald gabs die nächste schöne Fario.

Rotgetupfte auf Duo Ryuki
Rotgetupfte auf Duo Ryuki

Wir fischten weiter mit Wobbern und Gummifischen und es wurde uns nicht langweilig.

Nachdem wir noch eine weiteren schönen Fisch fangen konnten wechselten wir an die Aare um es noch auf Äschen zu probieren.

Leider hatten wir keinen Kontakt mit den Äschen, deshalb packten wir wieder unsere Spinnruten und gingen auf die Pirsch. Zuerst ging ein schöner Barsch verloren und wir konnten einige Nachläufer beobachten. Später hatten wir wieder einen Drill: eine etwas kleinere Aareforelle haate sich den Wobbler geschnappt.

Wir fischten weiter bis zu Eindunkeln und bemerkten noch einige unschlüssige Forellen, darunter auch zwei bessere Exemplare. Eine Andere konnte sich mit einem Luftsprung befreien. Insgesammt war es ein super Tag, so machts Spass!

 

Tight Lines

Ändu


Samstag, 30. August, Berner Oberland

Guter Start mit der Fliegenrute

An diesem Samstag ging ich mit Gast Kevin ins Benrer Oberland, damit wir gemeinsam das Fliegenfischen praktizieren konnten.  Der Bach hatte beinahe Hochwasser, doch weit oben liessen sich doch ab und zu Fische beim Steigen beobachten. Für ihn war es das erste Mal mit der Fliege. Die ersten Schwünge sind meist recht gewöhnungsbedürftig, doch langsam kommt das Gefühl für den leichten Blank und wie er sich jeweils auflädt. Hinzu kommt die kleine Fliege, welche man zu Beginn auch nicht immer im Blick hat.

Mit der Zeit kamen die Würfe immer geschmeidiger und auch präziser. So resultierten die ersten Bisse und auch die ersten Fische...

Es waren unter diesen Umständen keine Monster zu erwarten, dennoch war es ein kurzweiliger Tag. ;)

Der erste Fisch des Tages
Der erste Fisch des Tages

Gefangen wurde sowohl mit der Trockenfliege, als auch mit Nymphen...

Neben Bachforellen bekamen wir auch den einen oder anderen hübschen Bachsaibling zu Gesicht.

Es war ein schöner Tag an der Hasliaare, leider aber wahrscheinlich der letzte für längere Zeit, da bedauerlicherweise der Fischbestand und die Unterwasserflora und -Fauna bei der Spülung im September (Entleerung des Räterichsbodensees) ausgelöscht wird. Die ganze Sache war gut geplant, ich hoffe auch gut umgesetzt. Es wird interessant zu sehen, wie der Fischbestand in 2 Jahren aussehen wird... Zudem wurde dadurch auch der Laichaufstieg der Seeforellen verunmöglicht, ich hoffe sie konnten die Ausweichmöglichkeiten nutzen.

 

In diesem Sinne liebe Grüsse und Petri Heil wünscht

Ändu