Samstag, 7. Juli, Berner Oberland

Hochalpines Fliegenfischen

Heute zog es mich so richtig in die Berge. Das Wetter war herrlich und ich konnte fast spüren, dass die Forellen in unseren Kleinbächen heute fleissig steigen würden.

 

In der nächsten Zeit werde ich zwei Guided Tours (--> Guided Tours) führen mit interessierten Fischern, die gerne in Gebirgsbächen Fliegenfischen wollen. Für mich ist klar, welche Region dafür in Frage kommt; das Haslital und das Grimselgebiet. Doch zuerst wollte ich mich nochmal etwas mit den Strecken vertraut machen. Also packte ich meine Fliegenrute und kam nach langer Fahrt am Ziel an. Wieder einmal war ich überwältigt von dem kleinen Bächlein mit dem glasklaren Wasser und den ruhigen, langen Pools. Nicht mehr gut geeignet für andere Methoden, aber für jeden Fliegenfischer ein Traum.

 

Der allererste Pool, den ich sah. Schon hat mich das Fieber wieder gepackt, die Alpin-Fliegensaison hat begonnen :-)
Der allererste Pool, den ich sah. Schon hat mich das Fieber wieder gepackt, die Alpin-Fliegensaison hat begonnen :-)

 

Leicht bepackt, sollte ich mich auch bei dem unwegsamen Gelände und der Hitze noch gut fortbewegen können. Ich setzte aufs Wet-Wading, sprich kurze Hosen und Wassersandalen statt Wathosen. Das Wasser war eiskalt, aber nach wenigen Minuten spürte ich dann nichts mehr an den Füssen.

 

Es war ein herrlicher Tag inmitten einer eindrücklichen Alpinlandschaft. Es war anstrengend, teils recht gefährlich, aber es hat sich gelohnt. Ein halsbrecherisches Klettern über glattgeschliffenen Granit wurde ebenso wie ein mühsames Durchschlagen durch verwildertes Gestrüpp sofort belohnt mit einem noch schöneren und noch unberührteren Pool.

 

Nach mühsamem Durchschlagen durch dichtes Gestrüpp waren (neben verkratzten Beinen) solch traumhafte Pools wie dieser die Belohnung...
Nach mühsamem Durchschlagen durch dichtes Gestrüpp waren (neben verkratzten Beinen) solch traumhafte Pools wie dieser die Belohnung...
...und nach halsbrecherischen Klettereien in den glattgeschliffenen Granitschluchten Spots wie dieser.
...und nach halsbrecherischen Klettereien in den glattgeschliffenen Granitschluchten Spots wie dieser.

Die Bachforellen und zu meiner Freude auch die seltenen Bachsaiblinge bissen ganz gut auf die Trockene, es waren halt allesamt nur kleine, dafür umso schönere und wildere Fische mit tollen Färbungen. Aber Indianermässiges Anpirschen, unauffällige Fliegenmuster und superdünnes Vorfach waren natürlich Pflicht, die Fische waren wie immer in solch klaren Kleingewässern extrem vorsichtig.

 

Im Folgenden einfach mal eine kleine Bildserie der hübschen Salmoniden...

 

Alles in allem wieder ein toller Tag in der Natur mit wunderschönen, wenn auch kleinen Fängen. Das Fliegenfischen ist und bleibt einfach das Schönste; Grösse und Anzahl der Fische sind plötzlich egal, es zählt nur noch das Erlebnis.

 

Ich bin total fertig und todmüde, ich habe heute enorm viel Strecke gemacht und auch sonst war es ein sehr anstrengender Tag.

Natürlich tue ich den Gästen der kommenden Guided-Tours die extremen Passagen meiner heutigen Strecke nicht an (klettern, usw.). Das wäre zu gefährlich, so verrückt sind nur wir trouthunters ;-) Aber grundsätzlich kenne ich in dem Gebiet einige tolle Strecken zum Trockenfliegenfischen, die sich auch heute wieder bewiesen haben und die ich den Gästen natürlich gerne zeigen werde.

 

Liebe Grüsse und petri

Nicola


Mittwoch, 10. Juli, Melchsee-Frutt (Blauseeli und Tannsee)

Mit der Fliege getrumpft

An diesem Mittwoch gab es ein spontanes Treffen einiger Haken.ch-Forenmitglieder auf der Melchsee-Frutt. Wir waren eine kleinere Gruppe als erhofft, aber es war ein tolles Treffen und machte richtig Spass.

Tolle 45er Blauseeli-Bachforelle auf Nassfliege
Tolle 45er Blauseeli-Bachforelle auf Nassfliege

 Wir waren uns einig, dass wir an den Tannsee wollen, wir waren schon um 6:00 auf der Frutt und enschieden uns, so gegen neun Uhr zum Tannsee hoch zu gehen. Die anderen wollten alle diese paar Stunden noch am Melchsee verbringen. Doch ich hatte keine Lust auf Sbirulino, Buldo und Co. und marschierte alleine hoch zum kleinen, aber wunderschönen Blauseeli. Dort gilt Flyfishing only.

 

Schnell konnte ich im kristallklaren Wasser die ersten Fische ausmachen, doch sie verschmähten die Trockenfliege. Ich wechselte deshalb auf eine Steinfiegenlarven-Imitation, welche ich knapp unter der Oberfläche einzupfte. Plötzlich kam aus dem Nichts ein viel grösserer Schatten hervor und verfolgte meine Nassfliege. Ich zupfte weiter und da kam der Biss! Ich schlug an, der Fisch hing. Dann ging die Post ab; der grosse Fisch lieferte mir einen spektakulären Drill an der #5 Fliegenrute und mit dem Gedanken an das 0.12er Vorfach begann ich zu zittern. Doch nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich endlich die grosse Bachforelle ins flache Wasser dirigieren und sicher landen :-) 45cm und über ein Kilo pure Muskelkraft lagen vor mir. Yess!!! Zufrieden packte ich zusammen und wanderte wieder herunter zu den anderen. Sie konnten inzwischen je einen Regenbögler überlisten.

Dieses Foto entstand nachträglich am Melchsee...
Dieses Foto entstand nachträglich am Melchsee...

Während nun die Meisten mit dem überteuerten und kitschigen Fruttli-Zügli zum Tannsee gefahren werden wollten, hatte ich keine Lust auf die faule Variante. Einer aus der Gruppe, Reto, schloss sich mir an. Gemeinsam fischten wir mit kleinen Wobblern den Bach zum Tannsee hoch. Denn im Bach zwischen dem Tann- und Melchsee darf auch gefischt werden. Wir hatten einige Aktionen und ich brachte auch den ein oder anderen Fisch an Land, doch die richtig grosse Forelle habe ich leider im Drill verloren.

hübsche Bachforelle aus dem Tannbach auf einen UL-Minnow
hübsche Bachforelle aus dem Tannbach auf einen UL-Minnow

Am Tannsee lief dann erstaunlicherweise rein gar nichts mehr, wir fuhren an dem See einen richtig derben Schneider ein. Aber das störte mich nicht, ich war schon mehr als zufrieden mit dem Tag.

 

Gruss und petri

Nicola


Freitag bis Samstag, 12. bis 20. Juli, Tigh an Oilean Cottage, County Cavan

Irland 2013

In dieser Zeit waren wir in Irland. Den Bericht gibts hier, falls ihr ihn noch nicht gelesen habt... ;-)


Samstag bis Sonntag, 27.-28. Juli, Gelmersee

Ein schönes Weekend in den Bergen

Martin von salmonidenfishing.ch kam zu mir ins Berner Oberland. Gemeinsam wollten wir spontan der üblen Hitze entkommen und ausserdem brauchte ich nach einer Woche Maturaarbeit schreiben mal eine Auszeit. So entschieden wir uns zum Gelmersee zu gehen und dort zu übernachten.

 

Wir kamen am Samstag Abend gerade noch rechtzeitig bei der Gelmerbahn an für die letzte Bergfahrt. Ich wollte ja eigentlich laufen, aber diese Fahrt mit der steilsten Standseilbahn Europas ist wirklich ein Erlebnis, das man mal gemacht haben muss!

Die Gelmerbahn ist atemberaubend steil, die steilste Europas! Ein besonderes Erlebnis, damit zum schönen Gelmersee zu fahren.
Die Gelmerbahn ist atemberaubend steil, die steilste Europas! Ein besonderes Erlebnis, damit zum schönen Gelmersee zu fahren.
Martin beim passieren einer heiklen Stelle :-)
Martin beim passieren einer heiklen Stelle :-)

Oben angekommen, liefen wir so schnell es ging zu den ersten Hotspots. Doch dort lief komischerweise rein gar nichts. Also mussten wir auf dem steilen Wanderweg, der teilweise direkt in den Fels gehauen ist, weiter zum nächsten Spot.

 

Dies stellte sich als gute Entscheidung heraus, die Fische waren offensichtlich da und nach wenigen Probewürfen hing schon der erste Namay an meinem Maxrap 5.

Uns blieben nun noch die letzten Abendstunden, die wir in der herrlichen Bergkulisse des Gelmersees mit Fischen verbringen konnten. Ich konnte zu meiner grossen Freude mit der Fliegenrute noch zwei kleine Kanadier auf eine hereingezupfte Nassfliege überlisten und Martin erwischte direkt im Bacheinlauf noch eine kleine Bafo mit der Spinnrute.


 

 

Dank dem schönen Wetter und den milden Temperaturen, war das Übernachten im Schlafsack kein Problem.

 

Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden und die Fische waren auch schon da ;-)

Als Erfolgsköder stellte sich ein langsam und in Bodennähe geführter Keitechgummi am leichten Jighead heraus, gespickt mit einem Angstdrilling.. Gelegentlich konnte auch noch der ein oder andere Namay mit der Fliege oder dem Wobbler überlistet werden.

Der Erfolgsköder am Gelmersee: Keitechgummi (hier ein easy shiner) am leichten Tungstenjighead, gespickt mit Angstdrilling.
Der Erfolgsköder am Gelmersee: Keitechgummi (hier ein easy shiner) am leichten Tungstenjighead, gespickt mit Angstdrilling.
Dieser Kanadier wollte sich die Fliegen aus der Nähe ansehen ;-)
Dieser Kanadier wollte sich die Fliegen aus der Nähe ansehen ;-)

Die Namays bissen gut und dementsprechend früh traten wir auch wieder den Heimweg an.

 

Wir schauten dann noch kurz beim Sascha vom Hotel Urweider in Innertkirchen auf ein Kaffe vorbei. Er ist ein begeisterter Fliegenfischer und deshalb wurde aus dem "kurz auf ein Kaffee vorbeischauen" schnell ein langes und spannendes Gespräch unter Fischern :D

Schaut auch mal auf facebook rein, er hat mit "fishing swiss alps" eine grossartige Facebook-Page errichtet mit wunderbaren Bildern und Fängen aus seinem Fischerparadies, dem Oberhasli.

 

Gruss und petri

Nicola


Hier geht's zum Irlandbericht und hier zum nächsten Monat...