Freitag und Samstag 1. und 2. Juni, Engstlensee

Nah am Fuchs

Engstlensee nach der Eisschmelze
Engstlensee nach der Eisschmelze

Ich musste endlich wieder mal an den Engstlensee, diesen traumhaft schönen Bergsee habe ich stark vermisst.

 

Meine beiden trouthunters-Kollegen konnten leider beide nicht mitkommen, doch mit Andri habe ich doch noch einen Begleiter gefunden.
Die Idee war: Am Freitag Abend an den See fahren, unter freiem Himmel übernachten und am nächsten Tag schon früh morgens mit Fischen beginnen. Zum Glück war sein Vater so nett, uns hoch zu fahren, sonst wäre dieser Plan in die Hose gegangen. Dann ging es zu Fuss weiter. Als wir den letzten Hügel überquert haben, bot sich uns der See wie immer in traumhafter Kulissse.

los gehts: Ich und Andri am Engstlensee
los gehts: Ich und Andri am Engstlensee

Wir kamen also kurz vor dem Eindunkeln am See an und nutzten natürlich die halbe Stunde, die uns vor dem Dunkelwerden noch blieb, zum Fischen. Ich machte noch ein Paar Würfe mit dem Pointer an der Spinnrute, währenddem wir bereits unsere Sbirulinos augelegt haben. Schon beim ersten Wurf verfolgte ein ü-40er Kanadier meinen Wobbler, wollte aber nicht zupacken. Und beim 5ten Wurf hing der erste Namay: Mit 33cm kein Riese, aber auf den Wobbler natürlich trotzdem geil. Dannach folgten bei uns noch je ein Kandier der Durchschittsgrösse mit dem Sbirulino. Ein toller Start :-)

Ich habe den Namay auf einen 65er Pointer erwischt, kurz vor Einbruch der Nacht.
Ich habe den Namay auf einen 65er Pointer erwischt, kurz vor Einbruch der Nacht.

Dann wurde es endgültig dunkel. Wir verscharrten die Fische im neben uns gelegenen Eisfeld, damit sie frisch bleiben, und richteten unser Nachtlager ein. Nur mit Militärplache und Schlafsack ausgerüstet, hofften wir die eisige Nacht auf über 1800m zu überstehen. Doch das war nicht alles in dieser Nacht... denn nun kommt das unglaublichste Erlebnis, das ich je in der Natur erlebte:
Um ca. 2 Uhr nachts hörte ich ein Geräusch und wachte auf. Ich streckte den Kopf aus dem Schlafsack, drehte mich langsam um und erschrak fast zu Tode: Gleich neben meinem Schlafplatz machte sich ein grosser Fuchs an meinem Essenssack zu schaffen. Er war so nah, dass ich ihn hätte streicheln können, ich spührte beinahe seinen Atem. Dass wir gleich neben ihm lagen, interressierte ihn scheinbar einen Dreck. Dann schnappte er sich kurzerhand den ganzen Sack und trabte langsam, fast provozierend langsam, damit davon. Mein Essen für den ganzen kommenden Tag!  ...bis ich das endlich kapierte, beobachteten wir die Szene nur schlaftrunken und verdutzt. Dann stieg ich aus dem Schlafsack, in die Wanderschuhe, und rannte dem frechen Fuchs nach. der war natürlich schneller als ich. Was ich nicht bemerkte war, dass er den Sack während der Flucht verlor. Was ihn dazu bewog, nach zehn Minuten zurück zu kommen und seine Beute wieder zu holen. Mist, ich hätte mein Pic-Nic noch retten können. Und damit noch nicht genug: Der Fuchs besuchte uns noch ganze 3 weitere Male, wo er die Fische aus dem Eis ausgrub und mitgehen liess, ebenso unsere Köder! Wir waren so perplex, dass wir das Schauspiel nur ungläubig beobachteten und dem Fuchs seine Freude liessen.

Hier noch ein Bild von ihm beim Ausgraben eines Namaycush:

Dieser Fuchs stahl uns in der Nacht meinen Essenssack, die 3 Kanadier vom Vorabend und die Köderfische. Vor uns hatte er keine Angst.
Dieser Fuchs stahl uns in der Nacht meinen Essenssack, die 3 Kanadier vom Vorabend und die Köderfische. Vor uns hatte er keine Angst.

Das Fazit am nächsten Morgen stimmte uns dann schonmal nicht so glücklich: Mein Essen, die 3 Fische vom Vorabend und die Köder waren weg, wegen einem blöden Fuchs.

Und dann der nächste Frust: Die Fischerei... am Vorabend noch innerhalb einer halben Stunde 3 Kanadier gefangen, lief am Samstag den ganzen Tag nichts! Es war zum Durchdrehen, die Saiblinge und Kanadier schienen vom Erdboden verschluckt geworden zu sein.

Wir suchten den ganzen See mit der Spinnrute ab, ohne Erfolg. Die Grundruten zeigten auch keinen noch so kleine Rupfer und an der Oberfläche stieg den ganzen Tag kaum eine Refo. Der einzige Trost war, dass es bei den anderen nicht besser lief... 


Doch wir gaben nicht auf, und kurz vor dem Aufgeben fing Andri noch einen traumhaften 35er Saiblingsmilchner, wunderschön gefärbt und wohl genährt. Solche Fänge sind im Engstlensee selten, Saiblinge gibt es dort kaum.

Andri mit prächtigem Saiblingsmilchner
Andri mit prächtigem Saiblingsmilchner

Um den Tag zu retten, verliessen wir mit einem anderen Fischer (Nick), den wir noch getroffen haben, den Engstlensee und versuchten es noch an der Aare in Guttannen. Ich fing noch einige Bafos auf die Fliege und Andri und Nick auf den Wurm, doch es waren nur Kleine und somit liessen wir das Fotografieren.

Es war trotz der Flaute am Samstag eine ganz tolle Zeit am Engstlensee mit schönen Fängen am Freitag Abend, vielen schönen Überaschungen wie Andris Saibling und spannenden Erlebnissen wie dem Fuchs.

Gruss und petri
Nicola


Sonntag 10. Juni, Thunersee

Unerwartete Überraschungen

Hallo zusammen,

Heute war ich mit Nicola am Thunersee, da wir etwas unternehmen wollten, aber wegen des Wetters nicht in die Bäche konnten. So entschieden wir uns für die Gipsunion in Leissigen am Thunersee, wo sich offenbar schon die Eglis eingestellt haben sollen. Zudem befanden wir uns unter der Brücke im Trockenen. :-)

Nach der Anfahrt mit dem Roller erblickten wir massenhaft Kleinbarsche und dachten, dass wir jetzt gleich die Grossen fangen werden. Doch wir hatten uns verrechnet, nur die Untermassigen interessierten sich für unsere Hegenen, Wobbler, Dropshotsysteme und Gummifische.

Endlich hat doch noch ein besserer Fisch die Hegene gepackt , alles verhielt und so konnten wir das schöne Egli feumern. Es war gut genährt, kein Wunder bei den vielen Kleinen.

schönes Egli aus dem Thunersee
schönes Egli aus dem Thunersee

Dannach ging erneut nichts mehr, ausser den kleinen Nimmersatten.

Und als wir gerade auf einer erhöhten Treppe über dem See standen und eine Eintagesfliege, die auf dem Wasser trieb, beobachteten, kam von unten eine Monsterseeforelle (sie hatte mit sicherheit 80cm, eher 90 :) und schnappte sich den Happen.... ein unglaubliches Schauspiel!

Wir reagierten sofort und präsentierten unsere Hegenen im Oberflächenwasser, in der Höffnung, sie würde dort Kreise schwimmen. Wenn man bedenkt, dass mich Nici nur einige Minuten zuvor ausgelacht hatte, weil ich mit einen Hechtwobbler einfach ein paar Würfe in den See hinaus gemacht hatte...  ;-)

Später schnappte sich noch eine Felche mitten im Eglischwarm meine Hegene, doch sie war natürlich noch einiges zu klein und durfte zurück.

Schliesslich neigte sich der Tag dem Ende entgegen und so fuhren wir zurück.

Im Moment sind die grösseren Egli doch noch nicht so präsent an diesem Spot, wir werden es in einem oder zwei Monaten aber sicherlich noch mal probieren.

 

Gruss und Petri Heil wünscht 

Ändu


Donnerstag, 14. Juni, Berner Oberland

Die Traumbafo verpasst, aber sonst perfekt

schöne Kulisse
schöne Kulisse

Ich hatte noch einen Halbtag zugute und es wäre ja schade, wenn ich den einfach verfliegen liesse... deshalb heute Nachmittag frei genommen und gleich nach der Schule losgefahren. Ich hatte keine Ahnung, ob das schlau ist, besonders nach drei Tagen Dauerregen. Ich pokerte einfach und hatte Glück; der Bach kam perfekt :-)

Es lief dann auch fischereilich wirklich grossartig, viel Fischkontakt, schönes Wetter, den ganzen Stress vergessen... was will man mehr?

 

Es gab natürlich wie immer die sich selbst überschätzenden Miniforellen und auch viele Durchschnittsforellen, die allesamt wieder schwimmen durften:

 

 

Diese waren aber zum Glück nicht die einzigen: Es gab auch einige schöne Portionenbafos, die mit mir mitreisen durften. Je tiefer ich die Mini-Schlucht hineinkletterte, desto grösser wurden die Forellen :-) Und sie bissen gut, sogar sehr gut... doch seht selbst:

29cm
29cm
31cm
31cm
34cm, wie letztes Mal in den Bergen: die Grössten des Tages bissen ganz weit oben
34cm, wie letztes Mal in den Bergen: die Grössten des Tages bissen ganz weit oben
36cm
36cm

 

Gruss und petri 

Nicola


Freitag, 15. Juni, Aare

Nichts als Beifänge

Am Abend nach der Schule ging ich noch an die Aare in Bern, zusammen mit Mathias, einem Kollegen von mir.

Die Aare hatte eine gute Farbe, so dass wir uns die Forellen bissig erhofften.

Wir versuchten alles, doch die Forellen hielten ihre Mäuler mehrheitlich geschlossen. Nur einmal wurde es richtig spannend, als ein gutes Exemplar bei Mäthu zugepackt hatte. Die Forelle war jedoch bei der heftigen Attacke nicht gut gehakt worden und konnte sich deshalb bei der heftigen Gegenwehr befreien.

Ansonsten wurde noch eine Übermütige aus der Kinderstube gefangen und releast.

Dann kamen wir zu unserer Lieblingstelle, zu einem langer, eher ruhigen Lauf.

Doch auch dort war nichts erwähnenswertes, bis auf einmal auf der anderen Seite ein heftiger Schwall zu beobachten war. Wir schauten hin und schon bald erblickten wir die nächsten Spuren eines jagenden Fisches. Wir begaben uns deshalb auf die andere Seite und warfen die Wobbler aus. Beim 2. Wurf kam bei mir der Biss, doch der Fisch war nicht so gross wie erwartet, und auch keine Forelle: Ein kleiner Hecht hatte zugepackt.

kleiner Aare-Hecht ;-)
kleiner Aare-Hecht ;-)

Dannach kam auch bei Mathias ein Biss, auch er konnte kurz dannach einen Hecht feumern, seiner hatte eine gute Grösse und durfte mitkommen, meiner hat die Möglichkeit noch ein wenig zu wachsen....

 

Gruss Ändu


Samstag, 16. Juni, Birs

Forellenfischen in der Pachtstrecke

Bei der Jungfischermeisterschaft hatte das Team, bei welchem ich mitmachte die besten Resultate beim Zielwurf und dafür erhielten wir als Preis einen geführten Tag an der Birs geschenkt. Heute wollten wir den Preis einlösen.

Die Birs in der Region Zwingen, ist naturnah und wunderschön, doch meinte Raymond, unser Guide, dass sie etwas mehr Wasser führen dürfte...

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wunderschön kommt sie angeflossen-die Birs
wunderschön kommt sie angeflossen-die Birs

Wir fischten zuerst mit Wobbler, ich wechselte jedoch bald auf eine Nymphe an der Zapfenmontage, um die am Rand steigenden Forellen zu erwischen.

Hinter einem kleinen Stein hatte ich einen Biss und nach dem Anhieb ging die Post ab! Ich stand mitten im tiefen Wasser und konnte nicht viel tun, ausser hoffen, dass die starken Fluchten der Bachforelle, die sicher ihre 40cm gehabt hätte, bald schwächer würden. Doch ich hoffte vergebens und so schlitzte die Fario aus.

 

wunderschön gefärbt und topfitt
wunderschön gefärbt und topfitt

Wir grillten gemütlich am Feuer und nach dem Mittag gings weiter....wir hatten aber wieder nur einige Nachläufer hinter den Wobblern und fingen ein paar Untermassige, bis wir die Egli fanden.

 

Diese machten uns aggresiv, indem sie immer nur hinterherschwammen, bis der Tipp eines Birsfischers uns half: Nur mit starken Schlägen in die Schnur, fast ohne dieselbe aufzukurbeln, wurde der Wobbler aufreizend langsam geführt. Nun hatten wir Bisse und konnten auch Barsche landen. Auch wenn oftmals Grössere Exemplare den Wobbler verfolgten, so waren es doch nur die Kleinen, die zupackten.

Ein kleines Birs-Egli
Ein kleines Birs-Egli

So gingen wir am Schluss glücklich nach Hause, ohne Fisch zwar, aber mit dem Gewissen ein neues Gewässer entdeckt zu haben.

Die Birs hat mir wirklich gefallen und ich werde sicher wieder zurückkehren...

Petri Heil und Gruss

Ändu

> Noch eine Bemerkung zum Schluss:

Es wurde leider festgestellt, dass der Virus, der im Doubs wütet, sich nun auch in die Birs ausgebreitet hat. Den fitten Birsforellen kann er im Moment nicht viel anhaben, hoffen wir, dass es so bleibt... Um den Virus nicht weiter zu verbreiten werden alle Fischer gebeten, nach dem Fischen in der Birs die Angelgeräte zu desinfizieren, bevor man in einem anderen Gewässer angelt.

Haben wir selbstverständlich getan, ist ja im eigenen Interesse.


Mittwoch und Donnerstag, 20./21. Juni, Arnensee

Spontaner Angelausflug

Ich und Kollege Lüku beschlossen am Mittwoch spontan an den Arnensee zu fahren. Ausgerüstet mit dem nötigen Material und viel Vorfreude im Gepäck, trafen wir um 20 Uhr beim See ein. Kaum angekommen legten wir schon mit dem Fischen los. Zu Beginn probierten wir diverse Wobbler aus und es dauerte auch nicht lange bis wir die ersten Bisse verzeichnen konnten. Innert kürzester Zeit konnten wir 2 Eglis und 2 Regenbogenforellen verhaften.

Leider wurde es langsam dunkel und wir mussten unser Nachtlager einrichten. Das Wetter spielte gut mit und so konnten wir ohne grosse Bedenken unsere „Mätelis“ unter dem wolkenlosen Himmel ausbreiten. Denn um etwas unser Portemonnaie zu schonen, hatten wir beschlossen in unseren Schlafsäcken zu übernachten. Anschliessend setzten wir uns gemütlich an unser Lagerfeuer und genossen die Ruhe und das Sternenpanorama, welches sich uns bot. Schon alleine dieses Erlebnis ist immer eine Reise an einen Bergsee wert.
Nach einer kurzen Nacht standen wir ca. um 5 Uhr auf, weil wir es kaum erwarten konnten unsere Sbirolinos und Buldos zu setzen. Als Köder verwendeten wir hauptsächlich Maden.
Den ganzen Tag durch konnten wir immer wieder Bisse verzeichnen und konnten dem See einige Saiblinge, kanadische Seeforellen und Regenbogenforellen entlocken.
Bis am Mittag war der Himmel fast wolkenlos und wir genossen das schöne Wetter in vollen Zügen.
Am Nachmittag kamen dann einige Gewitterwolken auf und gerade als wir am Zusammenpacken waren fielen auch schon vereinzelt Regentropfen.

Wir konnten auf einen gelungenen Ausflug mit viel Fischkontakt und sonstigen Erlebnisse zurückblicken und traten die Heimreise an.
Am Freitag trafen wir uns noch einmal, weil wir abgemacht hatten die Fische noch zu räuchern.
Für Lüku war es die Räucher-Premiere. Da er aber jetzt weiss wies geht und es ihm schmeckte, wird es sicher nicht das ölestzte Mal gewesen sein!

 

Gruss und Petri Jöshu und Lüku


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